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Goldrausch Deutsche rennen Goldhändlern die Bude ein

Seit Wochen bewegt sich der Goldpreis auf Rekordniveau. Viele Bürger nehmen die Gelegenheit zum Anlass, ihr Gold zu Geld zu machen. Doch die Annahmestellen halten dem Ansturm kaum noch Stand.
4 Kommentare
Einige Annahmestellen mussten Kunden wegen des großen Andrangs wieder wegschicken. Quelle: dpa

Einige Annahmestellen mussten Kunden wegen des großen Andrangs wieder wegschicken.

(Foto: dpa)

Berlin„Das war mehr als nur der Wahnsinn“, sagt Holger Busse. Der Inhaber eines Münzfachgeschäfts im Hamburger Stadtteil St. Georg schüttelt immer noch den Kopf, wenn er an die vergangenen Tage denkt. Bis zu zehn Kunden standen zeitweise gleichzeitig in seinem kleinen Laden - und wollten Gold in Euro tauschen. Manche musste er zunächst wieder wegschicken.

Deutschland im Goldrausch: Alte Ringe, Ketten und Uhren, die zum Teil schon Jahrzehnte in der Schublade liegen, werden überall zum Ankauf feilgeboten. Selbst Zahngold scheint entbehrlich. „Die Leute rennen den Händlern in ganz Deutschland die Bude ein“, sagt Roman Schneider, Vorsitzender des Berufsverbands des Deutschen Münzenfachhandels, des Branchenverbands der Goldhändler. „Viele geben schon Kekse und Getränke aus, um die Wartezeit zu versüßen.“

In Gold anlegen, aber wie?
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Gold gilt als Inbegriff für Sicherheit und Werterhalt. Kein Wunder, dass die Schuldenkrise - wie schon die Finanzkrise zuvor - Anleger scharenweise in den "sicheren Hafen" Gold getrieben hat. Das vorläufige Allzeithoch hat der Preis am 6. September 2011 mit 1920 US-Dollar aufgestellt. Seitdem ist der Preis etwas gefallen - aktuell kostet eine Feinunze 1678 Dollar.

Was für steigende Goldpreise spricht, wo die Chancen und Risiken liegen und welche Möglichkeiten Anleger haben, in Gold zu investieren, zeigt der folgende Überblick.

Foto: Südafrikanische Krügerrand Goldmünze

(Foto: Reuters)
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Anleger haben viele Möglichkeiten, vom steigenden Goldpreis zu profitieren. Neben Schmuck, Münzen und Barren sind das Aktien Goldminenbetreibern, außerdem spezialisierte Investmentfonds, börsengehandelte Indexfonds und Zertifikate. All diese Investments haben ihre speziellen Vor- und Nachteile.

(Foto: Reuters)
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Für Goldinvestments spricht, dass der Rohstoff knapp und nicht beliebig vermehrbar ist, im Gegensatz zu Geld. Notenbanken können theoretisch jeder Zeit die Notenpressen anschmeißen. Eine Geldflutung der Märkte erzeugt dann hohe Inflation. Gold gilt als Inflationsschutz. Sehr langfristig gedacht sollte daher jeder Bürger seine eigene Notenbank sein und etwas physisches Gold halten, empfehlen Experten. Weil Gold keine Zinsen beziehungsweise Renditen abwirft und deshalb allein aufgrund der Wertsteigerung des Edelmetalls attraktiv ist, entwickeln sich Goldanlagen umso erfreulicher, je länger diese gehalten werden können.

(Foto: Reuters)
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Die Schmuckindustrie ist noch immer für den größten Teil der physischen Goldnachfrage verantwortlich. Doch mittlerweile kaufen hauptsächlich die Manager von Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) wie dem an der amerikanischen Börse gehandelten Spider Gold Trust ETF große Mengen physischen Goldes auf. Auch sicherten im Zuge der Finanzkrise immer mehr Vermögensverwalter die Depots ihrer Kunden mit Gold ab. Gleichzeitig wird weniger Gold produziert.

(Foto: ap)
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Aus der Förderung der Goldminen kamen im vergangenen Jahr 2.500 Tonnen Gold, im Jahr 2009 waren es 2.450 Tonnen. Wichtigste Förderländer sind China, die USA und Australien. Im wichtigsten Förderland Südafrika, das 2007 erstmals seit mehr als 100 Jahren seinen Titel als weltgrößter Produzent des Edelmetalls verloren hat, geht die Produktion seit Jahren zurück. Noch im Jahr 1970 erreichte die Produktion 1.000 Tonnen Gold im Jahr. 2010 waren es nur noch 190 Tonnen. Größtes Förderland ist mittlerweile China mit 345 Tonnen. Dazu kommt: Die internationalen Notenbanken lagern mehr als 30.000 Tonnen Gold in ihren Tresoren.

Foto: ap

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Die klassische Variante der Goldanlage für Kleinanleger ist die südafrikanische Krügerrand-Goldmünze. In der Standardausführung wiegt sie genau eine Unze (31,1 Gramm). Anleger sollten die Münzen am besten bei einer Bank oder einem Edelmetallhändler kaufen, um nicht auf eine Fälschung hereinzufallen. Krügerrand-Käufer entgehen der Mehrwertsteuer, von der Anlagemünzen seit einigen Jahren befreit sind. Auch die Abgeltungsteuer greift bei Wertsteigerungen von Goldmünzen nach einem Jahr Haltedauer nicht mehr.

(Foto: PR)
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Andere Goldmünzen als der Krügerrand sind für Kleinanleger kaum zu empfehlen, es sei denn man betätigt sich als Münzsammler (Fachbegriff: Numismatiker). Aufwendige Prägungen, Auflage-Limitierungen und Beschaffung müssen stets mitbezahlt werden. Durch diesen „Liebhaberpreis“ kosten viele Goldmünzen leicht ein Vielfaches im Vergleich zu Barrengold. Umgekehrt kaufen Händler Sammlermünzen oft nur mit einem Abschlag. In einigen Fall wird sogar nur das gewogene Goldgewicht bezahlt. Auch die Banken zahlen beim Ankauf von Münzen und Barren weniger als beim Verkauf. Sie nehmen in der Regel zudem nur gängige Münzen an.

(Foto: ap)

Der Goldpreis steigt seit Monaten - und erklomm in den vergangenen Wochen, als die Aktienkurse weltweit einstürzten, einen neuen Höchststand: Eine Feinunze (31,10 Gramm) des Edelmetalls kostete erstmals mehr als 1900 Dollar (1313 Euro). Seitdem ist der Preis zwar wieder gesunken, doch viele Bürger wollen trotzdem Kasse machen. Die Branchenverbände warnen dabei vor unseriösen Anbietern.

„Die Nachfrage ist größer als je zuvor“, sagt Helga Schwab, die in ihrem Geschäft in Hannover schon seit vielen Jahren Gold ankauft. Inzwischen sei „eine goldrauschartige Atmosphäre“ entstanden. „Einer wollte sogar einen in Gold gegossenen Schädel loswerden“, sagt Atif Umran, Inhaber eines Juwelierladens im Frankfurter Bahnhofviertel. „Es ist der nackte Wahnsinn, was hier los ist“, wundert sich auch Bernhard Sandkühler. Der Geschäftsführer eines Juweliergeschäfts im Zentrum Stuttgarts musste sogar die Zahl seiner Mitarbeiter erhöhen. „So was hat es noch nie gegeben. Man fragt sich langsam, wo all die Sachen herkommen.“

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4 Kommentare zu "Goldrausch: Deutsche rennen Goldhändlern die Bude ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Leute sollten sich mal fragen wer zu diesem Preis ihnen ihr Gold abkauft und WARUM.
    Vielleicht merken sie dann, dass sie ein sehr schlechtes Geschäft gemacht haben.

  • Einfach toll: "Gold gab ich für Papier...". Die Landung wird für all diese Schafe katastrophal sein. Aber eben, jedem das Seine ;-)

  • Wie heißt es so schön : Die Masse liegt immer falsch. Also halte ich es mit der Bibel: Lasset Eure Golddukaten und Eure Töchter zu mir kommen. (Aber bitte nicht die Hässlichen !!!)

  • An dem Autor: ja Menschen sind nun mal Schwachköpfe. Sie verkaufen GOLD obwohl wir bald offiziell alle PLEITE sind.
    Menschen essen auch Blutwurst...

    Wollen Sie? Ich habe immmer was im Handschuhfach :)

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