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Grünes Gas Wie Sie mit Gas heizen und das Klima schonen

Über Vergleichsportale lassen sich Hunderte Anbieter von sogenanntem „Ökogas“ finden. Doch der Nutzen für die Umwelt ist sehr unterschiedlich.
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Biogas wird aus der Vergärung von Abfällen aus der Land- und Forstwirtschaft. Quelle: dpa
Biogasanlage

Biogas wird aus der Vergärung von Abfällen aus der Land- und Forstwirtschaft.

(Foto: dpa)

FrankfurtRund 60 Prozent der CO2-Emissionen beim Wohnen fallen durch das Heizen an. Elektrogeräte oder Warmwasser machen im Vergleich zur Heizung einen deutlich geringeren Anteil des klimaschädlichen Treibhausgases aus, das jeder Haushalt produziert.

Verbraucher, die Wert darauf legen, ihren eigenen CO2-Verbrauch zu reduzieren, können daher besonders beim Heizen Einsparpotenziale heben. Im Vergleich zu Stromheizungen, die sich online mit wenigen Mausklicks auf Ökostrom umstellen lassen, haben es Verbraucher mit Gasheizungen schwerer. Doch auch für sie gibt es CO2-neutrale Alternativen.

Über Vergleichsportale wie „Check24“ oder „Verivox“ lassen sich Hunderte Anbieter von sogenanntem „Ökogas“ finden. Neben spezialisierten Versorgern wie „Grünwelt Energie“ oder „Natur Energie Plus“ mischen dabei auch konventionelle Versorger wie Eon mit. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um konventionelles Erdgas, gekoppelt mit dem Versprechen, die Emissionen an anderer Stelle zu kompensieren.

So investieren einige Versorger weltweit in Klimaschutzprojekte, andere decken die Emissionen aus den Ökogasverträgen mit CO2-Zertifikaten ab. Verbraucher haben zwar die Gewissheit, CO2-neutral zu heizen. Unter Umweltschützern ist diese Form des Ökogases jedoch als moderner Ablasshandel verschrien.

„Ihr Umweltnutzen ist äußerst fraglich“, sagt auch Christian Knops vom Verein Grüner Strom Label (GSL). Für Umwelt- und Verbraucherverbände wie den BUND oder den Nabu zertifiziert GSL Biogasprodukte. Das Siegel „Grünes Gas“ erhalten Anbieter, die ihrem Erdgas mindestens zehn Prozent Biogas beimischen.

Biogas wird aus der Vergärung von Abfällen aus der Land- und Forstwirtschaft wie Gülle oder Pflanzenresten gewonnen und kann nach der Aufbereitung zu Biomethan ins Gasnetz eingespeist werden. Um zu verhindern, dass das Biogas nicht aus Abfallprodukten der klimaschädlichen Massentierhaltung als „Grünes Gas“ verkauft wird, müssen Anbieter zudem einen Kriterienkatalog für den Erhalt des GSL-Siegels erfüllen.

Eine weitere Möglichkeit, CO2-neutrales Gas zu beziehen, ist sogenanntes Windgas. Der bekannteste Anbieter ist Greenpeace Energy. Dabei wird überschüssiger Strom aus Windparks genutzt, um mittels Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Der Wasserstoff wird schließlich ins Erdgasnetz eingespeist und kann klimaneutral verbrannt werden.

Noch sind diese Tarife fast doppelt so teuer wie fossiles Erdgas. Doch mittlerweile investieren auch große Netzbetreiber wie Tennet oder Thyssengas in die sogenannte „Power-to-Gas“-Technologie. Mittelfristig dürften daher auch die Preise für Verbraucher fallen.

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