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IEA-Prognose Schieferöl-Schwemme aus den USA drückt den Ölpreis

Der Boom der US-Ölproduktion dürfte einen deutlichen Anstieg der Ölpreise verhindern. Für die Opec ist das schlecht: Sie bangt um ihren Einfluss auf die Märkte.
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Der Öl-Boom in den USA setzt die Opec-Allianz zunehmend unter Druck. Quelle: AP
Öl-Pumpe in Texas

Der Öl-Boom in den USA setzt die Opec-Allianz zunehmend unter Druck.

(Foto: AP)

Frankfurt Die USA fluten die Märkte mit billigem Schieferöl – und dürften damit auch langfristig die Preise drücken. Das erwartet die Internationale Energieagentur (IEA), wie aus einer am Freitag veröffentlichten Prognose hervorgeht. Demnach steigt die weltweite Ölproduktion 2019 um 1,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich. 90 Prozent des zusätzlichen Angebots kommt aus den USA.

2020 wird die Ölproduktion der IEA-Prognose zufolge weltweit um 2,3 Millionen Barrel täglich steigen. Auch im kommenden Jahr werden die USA demnach der größte Treiber der Öl-Schwemme sein, unterstützt von Kanada, Brasilien und Norwegen.

Die Ölproduktion in den USA boomt vor allem im Permian-Becken, einer Region im Südwesten der USA. Innerhalb weniger Jahre sind die USA vom weltgrößten Öl-Importeur zu einem der weltgrößten Öl-Produzenten aufgestiegen.

Einer Studie des Analysehauses Rystad zufolge könnte die durchschnittliche tägliche Ölproduktion in den USA 2019 auf 13,4 Millionen Barrel steigen und schon bald die Marke von 14 Millionen Barrel überspringen. Zum Vergleich: Der weltgrößte Öl-Exporteuer, Saudi-Arabien, hat zuletzt knapp zehn Millionen Barrel täglich gefördert.

Der Schieferölboom in den USA setzt nach Einschätzung der IEA zunehmend auch das Förderkartell Opec unter Druck. Während die Amerikaner von Rekord zu Rekord eilen, haben die Opec-Staaten ihre Förderung auf ein Fünf-Jahres-Tief gedrosselt und drohen damit immer mehr Marktanteile zu verlieren.

Massenhaft Nachschub

„Es ist massenhaft Nicht-Opec-Öl vorhanden, um jedes wahrscheinliche Nachfrage-Niveau auszugleichen, vorausgesetzt es gibt keinen größeren geopolitischen Schock“, schreiben die Analysten der IEA. „Das sind willkommene Neuigkeiten für Konsumenten.“ Das große Ölangebot werde das Aufwärtspotenzial der Ölpreise langfristig begrenzen.

Dass der Schieferöl-Boom in den USA den Ölpreis nicht noch weiter gedrückt hat, liegt auch daran, dass die Kapazitäten für Pipelines und Häfen noch begrenzt sind. Statt in den Export floss ein Teil des Öl-Überschusses zuletzt ins Lager. Die Rohöllager in den USA sind prall gefüllt, wie Daten der US-Energiebehörde kürzlich zeigten. Allein im Mai wuchsen die Rohölbestände insgesamt um rund 14 Millionen Barrel.

Hinzu kommt, dass auch die Weltwirtschaft wegen des Handelsstreits zu schwächeln beginnt. Das lässt auch die Nachfrage nach Rohöl sinken. Der IEA zufolge wuchs die Ölnachfrage im ersten Quartal 2019 nur noch um 0,3 Millionen Barrel täglich. Die Nachfrage der in der OECD organisierten Industriestaaten sank sogar.

Für die Opec sind all das schlechte Nachrichten. Das Kartell trifft sich Ende Juni zusammen mit verbündeten Exportstaaten zum „Opec+“-Gipfel, um über die Fortsetzung der Förderkürzungen zu beraten. Ende Dezember hatte sich die Allianz dazu entschlossen, ihre Förderung um 1,2 Millionen Barrel im Vergleich zu Oktober 2018 zu drosseln.

Druck auf die Opec steigt

Angesichts der zuletzt stark gesunkenen Ölpreise haben Staaten wie Saudi-Arabien jedoch kaum eine Wahl, als die Förderung weiter zu kappen. Doch der Kurs ist auch innerhalb der Förderallianz umstritten – und so droht die Opec ihren Einfluss auf den Ölpreis zu verlieren.

Der größte Unsicherheitsfaktor bleiben aktuell geopolitische Risiken, wie der Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman am Donnerstag gezeigt hat. Doch angesichts der Bedeutung der Region für den globalen Handel fiel die Reaktion des Ölpreises auf den Zwischenfall mit zwischenzeitlich rund vier Prozent vergleichsweise verhalten aus.

Mehr: Das US-Militär hat ein Video zu dem mutmaßlichen Öltanker-Angriff im Golf von Oman veröffentlicht. Lesen Sie hier, warum die USA den Iran für die Attacken verantwortlich macht.

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