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Öl-Förderanlage in Texas

Der Boom der Öl-Industrie im Permischen Becken verändert das Machtgefüge am Öl-Markt.

(Foto: Reuters)

IEA-Prognose USA könnten Saudi-Arabien schon bald als größten Öl-Exporteur ablösen

Die USA überschwemmen den Markt in den kommenden Jahren mit billigem Schiefer-Öl. Besonders die Opec-Staaten dürften zu den Verlierern des Booms gehören.
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FrankfurtDer massive Ausbau der Schieferöl-Produktion dürfte die USA in den nächsten fünf Jahren zum weltweit wichtigsten Öl-Exporteur aufsteigen lassen. Davon geht die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrer am Montag veröffentlichten Langfrist-Prognose aus.

Demnach steigen die USA bereits 2021 zum Netto-Exporteur auf – das bedeutet, dass die Öl-Ausfuhren die Importe übersteigen. Die IEA schätzt, dass die Vereinigten Staaten ab 2024 rund neun Millionen Barrel (159 Liter) täglich exportieren werden. Damit würden die USA Russland überholen und sogar zum weltweit wichtigsten Öl-Exporteur Saudi-Arabien aufschließen.

Insgesamt rechnet die IEA damit, dass das globale Öl-Angebot in den kommenden fünf Jahren um knapp sechs Millionen auf rund 103 Millionen Barrel täglich steigen wird. 70 Prozent des Angebotswachstums gehen demnach auf die steigende Schieferöl-Produktion in den USA zurück. Zudem erwarten die Energieexperten der IEA, dass Brasilien, der Irak und Norwegen ihre Öl-Produktion weiter ausbauen.

Dagegen dürfte die Förderung der 15 Opec-Staaten leicht sinken. Besonders in den mit US-Sanktionen belegten Ländern Iran und Venezuela bricht die Öl-Produktion der Studie zufolge weiter ein.

Der Schieferöl-Boom in den USA, durch den das Land innerhalb weniger Jahre vom größten Öl-Importeur zum wichtigsten Exporteur aufsteigen könnte, hat das Potential, die Kräfteverhältnisse am Öl-Markt grundlegend zu ändern. „Das wird die internationalen Öl- und Gashandelsströme durcheinanderwirbeln und deutliche Auswirkungen auf die Geopolitik haben“, sagt IEA-Chef Fatih Birol.

Machterosion der Opec

Saudi-Arabien und die USA waren in der jüngsten Vergangenheit wegen des Ölpreises immer wieder aneinandergeraten. US-Präsident Donald Trump hatte das Land und die Opec mehrfach attackiert, weil diese in seinen Augen durch ihre Förderkürzungen den Ölpreis in die Höhe treiben.

Seit Jahresbeginn hat sich Öl um rund 25 Prozent verteuert. Doch mit derzeit rund 65 Dollar pro Barrel für die Nordseesorte Brent liegt der Preis noch rund 23 Prozent unter dem 12-Monats-Hoch vom vergangenen Oktober.

Aus Sicht von Saudi-Arabien dürfte dieser Preis zu niedrig sein. Ein Preis von 80 Dollar pro Barrel gilt als jene Schwelle, bei der Saudi-Arabien einen ausgeglichenen Staatshaushalt hat.

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Das Land macht sicher daher innerhalb der Opec für weitere Produktionskürzungen stark – in der Hoffnung, den Ölpreis weiter nach oben treiben zu können. Doch die Schieferöl-Schwemme aus den USA dürfte dafür sorgen, dass es der Opec in Zukunft immer schwerer fällt, den Ölpreis in ihrem Interesse zu beeinflussen.

Allein 2018 haben die USA ihre Produktion um zwei Millionen Barrel täglich gesteigert. Engpässe bei Pipelines im Permischen Becken, dem Zentrum der US-Schieferölindustrie, hatten verhindert, dass das Wachstum noch stärker ausgefallen ist.

Bis 2024 dürften der IEA zufolge weitere vier Millionen Barrel täglich hinzukommen. Die Opec schaut sich daher verstärkt nach Verbündeten um. Zusammen mit Russland und weiteren Öl-Exporteuren hat es die sogenannte Opec+-Allianz geformt. Bei ihrem Treffen Mitte April in Wien will das Bündnis über ihre zukünftige gemeinsame Förderpolitik entscheiden.

Konjunktursorgen dämpfen die Nachfrage

Trotz des massiv steigenden Angebotes erwarten die Analysten der Investmentbank RBC Capital Markets im Jahresverlauf weiter leicht steigende Ölpreise. Allerdings könnte die schwächelnde Weltwirtschaft kurzfristig für niedrigere Preise sorgen, schreiben die Analysten in einer aktuellen Studie.

Auch aus Sicht der IEA dürfte das sich verlangsamende Wachstum der globalen Konjunktur die Öl-Nachfrage dämpfen. Dennoch gehen die Analysten von einer deutlich steigenden Ölnachfrage in den kommenden fünf Jahren aus, getrieben durch die steigende Nachfrage nach Flugzeug-Treibstoff und die petrochemische Industrie.

Die IEA selbst veröffentlicht keine Preisprognosen. Doch die Agentur geht davon aus, dass die Nachfrage in den nächsten fünf Jahren das Angebot um bis zu drei Millionen Barrel täglich übersteigt. Trifft die Prognose zu, dürfte dieser Engpass die Ölpreise auch langfristig stützen.

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1 Kommentar zu "IEA-Prognose: USA könnten Saudi-Arabien schon bald als größten Öl-Exporteur ablösen"

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  • "Das wird die internationalen Öl- und Gashandelsströme durcheinanderwirbeln und deutliche Auswirkungen auf die Geopolitik haben“, sagt IEA-Chef Fatih Birol." Bis das der letzte Tropfen Öl verfeuert wird und weiterhin Kriege für dieses Gold des letzten Jahrhunderts gefochten werden. Warum? Es gibt jetzt bereits die Alternative, das Gold der Zukunft heisst Neutrino-Energy und ist geopolitisch entwaffnend : überall, immer, weltweit nutzbar. Wir sind in einem Zeitalter des Wandels zur MOBILEN UND DEZENTRALEN HAUSHALTSVERSORGUNG und ELEKTROMOBILITÄT. Zurückblickend 1958 erstmals in der Raumfahrt genutzt entwickelte sich die Photovoltaik anfangs langsam. Von ersten kleinen Anwendungen z. B. in Taschenrechnern in den 70iger Jahren bis zu einer autarken Versorgung ganzer Haushalte vergingen nochmals fast 20 Jahre. Die Photovoltaik begann ihren wirklichen Siegeszug zu Beginn der 90iger Jahre. Heute ist für Jedermann der Solarstrom aus dem sichtbaren Spektrum der Strahlung allgegenwärtig. Und heute steht auch die nächste Evolutionsstufe an. NEUTRINOVOLTAIC! Die Berliner Neutrino Energy Group entwickelt innovative High-Tech-Werkstoffe auf Basis dotierter Kohlenstoffderivate, um dadurch Mechanismen in Gang zu setzen, die es ermöglichen, das nichtsichtbare kosmische und solare Strahlenspektrum in elektrischen Strom zu wandeln. Gleichsam einer Solarzelle, die auch ohne Licht bei völliger Dunkelheit Energie bereitstellt und die nun die herkömmliche Photovoltaik in Kürze sinnvoll ergänzen wird. Darauf sollte sich weltweit Politik und die Auto Industrie konzentrieren und INVESTITIONEN in diese neue Technologie angehen. Für den Klimaschutz und unser aller Überleben auf der Erde.