Interessierte Banken Niederlande werden zum Bitcoin-Pionier

Niederländische Banken sind Bitcoins gegenüber nicht so skeptisch wie der Rest der Welt. Auch die nationale Aufsicht ist nicht so streng mit der digitalen Währung. Das Land startet damit ein großes Finanzexperiment.
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Leuchtreklame weist darauf hin, dass Bitcoins im Laden akzeptiert werden. In den Niederlanden sehen Banken Bitcoin-Firmen als potenzielle Kunden. Quelle: Reuters

Leuchtreklame weist darauf hin, dass Bitcoins im Laden akzeptiert werden. In den Niederlanden sehen Banken Bitcoin-Firmen als potenzielle Kunden.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Niederlande, Geburtsstätte der ersten Aktienbörse der Welt und des wegweisenden Handelsunternehmens „Niederländische Ostindien-Kompanie“, beheimaten derzeit Banken mit einer ungewöhnlich aufgeschlossenen Haltung gegenüber der virtuellen Währung Bitcoin.

Während sich die großen Banken in China und den Vereinigten Staaten bei Geschäften mit Bitcoin-Firmen zurückhalten, betrachten niederländische Finanzinstitute diese als potenzielle Kunden. Außerdem gehen die nationalen Aufseher gegen die virtuelle Währung nicht so hart vor wie in anderen Ländern, was große Bitcoin-Startups in die Niederlande lockt.

In dem Bewusstsein, dass Bitcoins womöglich nur eine moderne Version eines anderen historischen Moments in der niederländischen Geschichte sind - nämlich der Preisblase für Tulpenzwiebeln im 17. Jahrhundert - lassen sich die Banker von den Kunden leiten. Die Kunden wollten Veränderung, und diese Veränderung könnten Bitcoins sein, sagte Mark Buitenhek, weltweiter Chef für Transaktionsdienste bei ING Groep.

„Wir schauen uns sehr nachdrücklich an, was das ist, was es kann, und hauptsächlich was die Botschaft dahinter ist“, erklärte Buitenhek jüngst bei einer Konferenz. „Und das sagt uns: Banken, werdet aktiv.“

Der relative Respekt der niederländischen Finanzbranche gegenüber Bitcoins - ING ist die nach Bilanzsumme größte Bank des Landes - steht im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und China. Dort herrscht Skepsis vor, was die Existenzfähigkeit und möglichen Missbrauch für Geldwäsche angeht, was die Geschäfte von Startups in diesen Ländern schwieriger gestaltet.

Die niederländische Aufsicht hat zwar vor den Risiken beim Handel mit Bitcoins gewarnt, deren Preis von 13 Dollar Anfang vergangenen Jahres bis November auf über 1000 Dollar in die Höhe schoss und zuletzt etwa 574 Dollar betrug. Gleichzeitig schauen sich die Verantwortlichen aber auch das Potenzial der Bitcoins genauestens an, sagte Jeroen Blokland, Stratege bei dem Vermögensverwalter Robeco in Amsterdam.

Aufseher raten „sehr vorsichtig“ zu sein
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