Internationale Energieagentur Opec flutet Weltmarkt weiter mit Rohöl

Die Opec flutet den Weltmarkt weiter mit Rohöl. Experten der Internationalen Energieagentur berichten, dass das Ölkartell seine Fördermenge im März so stark gesteigert hat wie seit fast vier Jahren nicht mehr.
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Das Förderkartell flutet die Märkte weiter mit Rohöl. Quelle: dpa
Opec-Zentrale

Das Förderkartell flutet die Märkte weiter mit Rohöl.

(Foto: dpa)

Paris/WienDie Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) flutet nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) den Weltmarkt weiter mit einem großen Angebot an Rohöl. Experten der IEA berichteten, dass das Ölkartell seine Fördermenge im März so stark gesteigert hat wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

Die Förderung habe im vergangenen Monat um 890 000 Barrel (je 159 Liter) auf durchschnittlich 31,02 Millionen Barrel pro Tag zugelegt, hieß es in dem am Mittwoch in Paris veröffentlichten Monatsbericht der IEA, einem Zusammenschluss von 29 Ölimporteuren.

Die Strategie der Opec hatte dazu geführt, dass die Ölpreise seit dem vergangenen Sommer wegen der riesigen verfügbaren Menge rasant gefallen sind. Zuletzt konnten sie sich aber wieder etwas erholen.

Die Folgen der Turbulenzen am Ölmarkt
Preisrückgang beflügelt
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Der niedrige Ölpreis ist gut für die globale Konjunktur, sagt die Studie. Asoka Wöhrmann, Chief Investment Officer der Deutschen Asset & Wealth Management sieht zunächst „positive Effekte“, die die Weltwirtschaft „beflügeln.“

Quelle: Deutsche Asset & Wealth Management

Probleme für Exportnationen
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Doch es gibt auch Verlierer: Bei vielen ölexportierenden Ländern machen die Rohstoff-Verkäufe in andere Länder einen hohen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus. Ländern wie Venezuela droht deshalb ein Einbruch der heimischen Wirtschaft. Laut Studie wird der Preis für die US-Sorte WTI in diesem Jahr durchschnittlich zwischen 50 und 55 US-Dollar liegen - ein Rückgang von 42 Prozent gegenüber 2014. Als Folge würde das BIP in Venezuela um fünf bis zehn Prozent zurückgehen.

Opec bleibt Machtfaktor
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An den Machtverhältnissen im Markt hat der Angebotsüberschuss und der niedrige Ölpreis im vergangenen Jahr nicht viel geändert. Das amerikanische Amt für Energiestatistik (EIA) sieht den Marktanteil des Kartells Opec bei rund 39 Prozent. Bei einem Preis von 50 Dollar pro Barrel nimmt es 661 Milliarden Dollar ein. Die OPEC besitzt zudem über 73 Prozent der bekannten globalen Ölreserven.

Deflationsspirale
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Doch die Ölbranche befindet sich der Studie zufolge in einer Deflationsspirale. Ölproduzenten wie Repsol berichten, dass Zulieferer für ein Bohrschiff nur noch 400.000 Dollar verlangen, vor zwei Jahren kostete das noch 600.000 Dollar. Auch das Fracking-Unternehmen Midstream Petroleum berichtet von Preisnachlässen der Lieferanten zwischen zehn und 15 Prozent.

Rückgang der Fracking-Investitionen
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Die Kapazitäten aus der Fracking-Produzenten werden sich in diesem Jahr verringern. Die Produktionszyklen sind sehr kurzfristig und benötigen Anschlussinvestitionen. Das Volumen der Investitionen dürfte aber der Studie zufolge erstmal um 40 Prozent zurückgehen. 2014 erreicht die Fracking-Produktion mit 1,6 Millionen Barrel laut EIA ihren Höhepunkt.

Schwieriges Jahr für Fracking
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Die Studie geht von einem schweren Jahr für die Fracking-Branche aus. Auch in den USA mehrt sich aktuell die Kritik an der Methode in der Gesellschaft. Zudem sind viele Unternehmen hoch verschuldet. So konnte der Energiekonzern Repsol den kanadischen Fracking-Produzenten Talisman, einer der großen Förderer in den USA, günstig kaufen.

US-Banken drohen Verluste
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Der niedrige Ölpreis und der Rückgang beim Fracking gefährdet auch die Erträge einiger US-Banken. Viele Institute sind massiv in den Energiemarkt investiert. In den letzten Jahren bezogen einige Geldhäuser sogar 15 Prozent ihrer Erträge aus dem Energiesektor. Weitere Risiken sind die Studie in Abschreibungen auf direkte Beteiligungen und die steigende Kreditversorge.

Laut dem IEA-Bericht trugen die wichtigen Opec-Förderländer Saudi-Arabien, Irak und Libyen dazu bei, dass die Fördermenge weiter über dem eigentlich anvisierten Ziel von 30 Millionen Barrel pro Tag liegt. Die Experten schätzen, dass die Nachfrage nach Opec-Öl im zweiten Quartal nur bei durchschnittlich 28,5 Millionen Barrel lag. Die Ölminister des Kartells werden erst Anfang Juni wieder auf einem Treffen in Wien über die Fördermenge beraten.

„Die wichtigsten Förderstaaten der Opec wollen angeführt von Saudi-Arabien ihre Marktanteile verteidigen“, erklärte die IEA den Mengenzuwachs. Andererseits sieht sie auch eine steigende Nachfrage nach Rohöl auf dem Weltmarkt. Diese dürfte 2015 um 1,1 Millionen Barrel auf durchschnittlich 93,6 Millionen Barrel pro Tag zulegen.

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