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Iranischer Supertanker „Sabiti“ Ölpreis klettert nach erneuter Tanker-Attacke über 60 Dollar

Die arabische Halbinsel kommt nicht zur Ruhe. Ein Angriff auf ein iranisches Schiff treibt die Ölpreise in die Höhe. Die Gefahr einer Eskalation wächst.
Update: 11.10.2019 - 10:42 Uhr Kommentieren
Der Tanker soll schwer beschädigt worden sein. Quelle: AFP
Blick von der Kommandobrücke des Supertankers „Sabiti“

Der Tanker soll schwer beschädigt worden sein.

(Foto: AFP)

Frankfurt Nach dem Angriff auf einen iranischen Öltanker im Roten Meer sind die Ölpreise deutlich angestiegen. Der Preis für die Nordseesorte Brent verteuerte sich um rund zwei Prozent und notiert über der Marke von 60 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI verteuerte sich ebenfalls um knapp zwei Prozent auf 54 Dollar pro Fass.

Nach Berichten der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur ISNA ereignete sich der Angriff etwa 60 Seemeilen vor der saudischen Hafenstadt Dschidda. Dem Brancheninformationsdienst „TankerTrackers“ zufolge handelt es sich um den iranischen Supertanker „Sabiti“, der eine Million Barrel Öl geladen hat und sich auf dem Weg nach Syrien befand. Laut ISNA-Bericht vermuten Experten einen terroristischen Angriff.

Wer hinter der Attacke steckt, ist noch unklar. Die Angreifer sollen ersten Medienberichten zufolge Raketen eingesetzt haben. Der Tanker soll schwer beschädigt worden sein, Öl soll in den Persischen Golf auslaufen. Die Explosion auf dem iranischen Tanker in der Nähe von Dschidda deutet laut Will Sungchil Yun, Rohstoffanalyst bei HI Investment & Futures Corp. in Seoul, auf potenzielle geopolitische Risiken hin. „Es bleibt abzuwarten, ob die Preise weiter steigen werden, da sich die Investoren auf die Handelsgespräche konzentrieren und die Gewinne nicht lange anhalten werden, wenn die Verhandlungen zu einem No-Deal führen.“

Der Angriff ist der jüngste in einer Serie von Zwischenfällen, die seit Monaten die Region erschüttern. Seit US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen mit dem Iran im Mai vergangenen Jahres einseitig gekündigt und neue Sanktionen gegen des Land verhängt hat, wächst die Sorge vor einem bewaffneten Konflikt um die Meerenge von Hormus, die wichtigste Schifffahrtsstraße im globalen Ölhandel. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird durch die Meerenge verschifft.

Neuer Schlag für die Stabilität in der Region

Neu ist, dass es diesmal einen iranischen Tanker trifft: Erst vor vier Wochen war die weltweit wichtigste Ölproduktionsanlage in Saudi-Arabien von Drohnen und Raketen angegriffen und zeitweise lahmgelegt worden. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten die Attacke für sich reklamiert. USA, Saudi-Arabien, aber auch Deutschland machen Iran direkt dafür verantwortlich.

Mehr als die Hälfte der Ölproduktion Saudi-Arabiens fiel daraufhin aus. Der staatliche Ölkonzern Saudi Armaco will bis Ende des Monats die Reparaturen der Anlage abschließen. In den vergangenen Monaten waren auch saudisches Pipelines sowie eine Reihe von Tankern Ziel von Angriffen geworden. Zudem hatte der Iran über Wochen einen britischen Tanker im Persischen Golf festgesetzt.

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Der erneute Angriff ist ein weiterer Schlag für die Stabilität in der Region. Lange Zeit hatten die Märkte gelassen auf die fortwährenden Angriffe auf kritische Ölinfrastruktur in der Region reagiert. Nach der Attacke auf die Aramco-Anlagen kletterte der Ölpreis zwar sprunghaft um über 20 Prozent. Doch der Markt erholte sich schnell von dem Preisschock. In den vergangenen Wochen notierte der Ölpreis sogar unterhalb des Niveaus vor der Attacke.

Stattdessen lasteten Sorgen vor einem Erlahmen der Konjunktur und einer schwächeren Ölnachfrage auf dem Ölpreis. Am Mittwoch etwa hatten steigende Lagerbestände in den USA auf den Preis gedrückt. Steigende Lagerbestände sind ein Zeichen für eine schwächere Ölnachfrage.

Zuletzt hatte das Ölförderkartell Opec in seinem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht die Prognose zum Wachstum des Ölangebots leicht nach unten korrigiert. Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo hatte am Rande einer Branchenkonferenz in London betont, das Kartell werde alles dafür tun, den Ölmarkt ins Gleichgewicht zu bringen. Von Marktexperten wurde das als Zeichen gedeutet, dass die Opec ihre Produktion weiter drosseln will.

Mehr: Die Angriffe auf das Herzstück der saudischen Ölindustrie haben Auswirkungen weit über die beiden Konkurrenten Iran und Saudi-Arabien hinaus. Eine Analyse aus der International Crisis Group nimmt alle betroffenen Staaten in den Blick. Vor allem eine diplomatische Offensive zur Beilegung des Bürgerkriegs im Jemen könnte die Kriegsgefahr in der Region noch entschärfen.

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