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Kommentar Dem Ölkartell Opec fehlt es an Schlagkraft

Der Ölpreis ist zuletzt deutlich eingebrochen. Der Preissturz verdeutlicht das Dilemma des Förderkartells Opec.
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Das Ölkartell kämpft um eine gemeinsame Linie. Quelle: Reuters
Opec-Logo

Das Ölkartell kämpft um eine gemeinsame Linie.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Woche vor einem Opec-Treffen ist für Ölinvestoren oft besonders unruhig. Die Mitglieder des Ölkartells stechen ihre Positionen an Nachrichtenagenturen durch und drücken damit den Ölpreis in die eine oder andere Richtung.

So auch dieses Mal: Wenn sich die Ölminister der Opec-Staaten Ende der Woche in Wien treffen, steht einmal mehr Saudi-Arabien im Fokus. Spekulationen, das Königreich könnte seine Ölproduktion anheben, hatten den Preis zuletzt um bis zu fünf Prozent innerhalb eines Tages einbrechen lassen.

Der Preissturz verdeutlich einmal mehr das Dilemma, in dem das Ölkartell steckt: Die Strategie, die eigene Ölproduktion zurückzufahren, um die Preise zu stabilisieren, ist immer schwerer durchzuhalten. Die Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat seit Oktober den Ölpreis gestützt.

Doch davon haben vor allem die US-Ölfirmen profitiert. Die USA haben kürzlich erstmals seit 70 Jahren mehr Öl exportiert, als sie eingeführt haben. Angesichts immer weiter sinkender Marktanteile muss die Opec um ihre Schlagkraft fürchten.

Sinkende Bereitschaft

Hinzu kommt: Mit dem bevorstehenden Börsengang von Saudi Aramco haben auch die Saudis ein immer geringeres Interesse an Förderkürzungen. Eine künstliche Begrenzung der Ölförderung lastet auf den Einnahmen – an der Börse kommt das nicht gut an.

Daher überrascht es nicht, dass das Königreich kürzlich durchblicken ließ, die im Rahmen des Opec-Deals ausgehandelte Produktionsquote ausschöpfen zu wollen. Bislang fördern die Saudis deutlich weniger, als sie dürften, und gleichen damit auch die Überproduktion von Opec-Mitgliedern aus, die es mit den vereinbarten Quoten nicht so genau nehmen.

Dazu sind die Saudis jedoch offenbar immer weniger bereit. Auch in Russland ist die Bereitschaft gering, die Ölförderung weiter zu drosseln. Damit fallen die zwei wichtigsten Staaten der Ölallianz Opec plus als Dealmaker aus. Eine Überversorgung des Ölmarkts im kommenden Jahr ist kaum noch abzuwenden.

Für Anleger bedeutet die Schwäche des Kartells und ihrer Verbündeten: Das Aufwärtspotenzial für den Ölpreis ist begrenzt. Weder die Konjunktur noch die Opec sind stark genug, den Preis nennenswert über 65 Dollar pro Fass zu hieven.

Mehr: Der Boom des US-Schieferöls kommt ins Stocken. Das hat auch Folgen für Anleihe-Investoren.

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