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Krypto-Kolumne

Coin & Co: Die Krypto-Kolumne Die Regulierer haben gewonnen

Der Markt für virtuelle Börsengänge ist eingebrochen, vor allem weil Aufsichtsbehörden aktiv geworden sind.
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New York Wohin steuert der Bitcoin – und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es jede Woche von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer Krypto-Kolumne „Coin & Co“. Heute Teil 41: Die Regulierer haben gewonnen.

Das Jahr war dominiert von einem Kräftemessen: Auf der einen Seite standen die vermeintlich smarten Krypto-Unternehmer, die mit immer neuen virtuellen Börsengängen, sogenannten Initial Coin Offerings oder ICOs, an das Geld von Kleinanlegern wollten. Oft, leider, mit drei- oder gar vierstelligen Renditeversprechen, luftigen Geschäftsvorhaben und null Rechte und Transparenz für die ahnungslosen Geldgeber, die dem Krypto-Hype verfallen waren. Es war wie im Wilden Westen, beschreiben Teilnehmer.

Auf der anderen Seite standen Regulierungsbehörden - wie die US-Börsenaufsicht SEC. Die hatte die regen Entwicklungen im Markt für Bitcoins und Co. zunächst ignoriert und dann nicht genügend Expertise, um schnell bei den vielen Betrugsfällen einzugreifen. Doch die Regulierer haben in diesem Jahr nicht nur aufgeholt, sie haben das Kräftemessen gewonnen. Die Einnahmen aus virtuellen Börsengängen sind seit August drastisch eingebrochen, wie verschiedene Studien zeigen.

Von Januar bis März konnten die Krypto-Startups in den USA 6,3 Milliarden Dollar einsammeln, wie aus Daten des Branchendienstes Coindesk hervorgeht, das war schon mehr als im gesamten Jahr 2018. Doch der Boom hielt nicht an, vor allem, weil Behörden wie die SEC in den USA, aber auch in Asien und anderen Teilen der Welt deutlich aktiver wurden.

Genaue Zahlen für den Markt zu bekommen ist schwierig, doch Daten von Coinschedule und ICOBench, die noch monatliche Analysen machen, zeigen: Im Oktober haben die Unternehmen mit ICOs noch rund 300 Millionen Dollar eingenommen.
„Der ICO-Markt ist tot“, postulierte Barry Silbert, Gründer des Krypto-Investmentfonds Digital Currency Group, Ende November.

Das ist kein großer Verlust, denn Branchenschätzungen zufolge hatten rund 80 Prozent aller ICOs einen betrügerischen Hintergrund. Und doch ist es schade, denn die Technologie an sich, die es Start-ups erlaubt, an Risikokapitalgebern vorbei Geld zu besorgen, hat durchaus Potenzial.

Doch die Flaute im ICO-Markt ist auch mit für die heftigen Kursverluste bei den großen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether verantwortlich. Viele Unternehmen, die einen ICO geplant haben, haben sich mit den Währungen eingedeckt. Gerade Ether war eine wichtige Basis, da viele der ICO-Tokens einfach die Ethereum-Blockchain verwenden.

Unternehmer haben also zunächst Dollar in Ether umgetauscht um dann mit Ether Token generiert. Investoren wiederum haben erst mit Dollar Ether gekauft um dann mit Ether auf Krypto-Börsen andere Token zu kaufen. Jetzt wo der ICO-Boom vorbei ist, brachen sie keine größeren Ether-Vorräte mehr und werfen die Währung auf den Markt, was die Preise zusätzlich unter Druck bringt.

Wie geht es weiter mit den ICOs? Den Wilden Westen, soviel ist klar, gibt es nicht mehr. Die Sheriffs haben aufgeräumt, also passen sich die Spieler der Krypto-Branche, die wirklich noch dabei sein wollen, entsprechend an: In den USA werden virtuelle Börsengänge vermehrt nur für sogenannte akkreditierte Investoren zugänglich gemacht. Das sind vermögende Einzelpersonen und Unternehmen, die anders als Kleinanleger auch Wertpapiergeschäfte tätigen können, die nicht bei den Aufsichtsbehörden registriert wurden.

Die Messenger-App Telegram hat so 1,7 Milliarden Dollar eingesammelt, an der SEC vorbei. Zudem entwickelt sich der ICO weiter in eine neue, regulierte Form. Initial Security Offerings (ISO) heißt sie. Dabei geht es um sogenannte Security-Tokens, die klar als Wertpapiere definiert sind. Branchenschätzungen zufolge kostet es jedoch ein bis drei Millionen Dollar, um solche ISOs aufzusetzen. Auch hier dürfen nur akkreditierte Investoren investieren.

SEC-Chef Jay Clayton gab sich Ende November zufrieden mit der derzeitigen Lage in der Krypto-Welt. „Aus meiner Sicht haben unsere Regeln den Test bestanden“, sagte er auf einer Konferenz in New York. „Ich werde nicht die Regeln ändern, nur damit sie zu einer Technologie passen.“

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