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Krypto-Kolumne

Coin & Co: Die Krypto-Kolumne Heimliches Geld für heimlichen Sex

Eine Währung für den Porno-Konsum klingt zunächst erfolgsversprechend. Aber ob Eroiy ein wirtschaftlich ernstzunehmendes Projekt wird, ist noch offen.
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Virtuelle Währungen eignen sich aufgrund ihrer Anonymität besonders bei der Bezahlung pornografischer Inhalte. Quelle: Reuters
Ripple, Bitcoin, Etherum und Litecoin

Virtuelle Währungen eignen sich aufgrund ihrer Anonymität besonders bei der Bezahlung pornografischer Inhalte.

(Foto: Reuters)

FrankfurtWohin steuert der Bitcoin, und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es jede Woche von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer neuen Krypto-Kolumne „Coin & Co.“. Heute Teil 19: Ein ICO und sein Bezug zur Pornografie.

Vor ein paar Jahren, als Bitcoins noch relativ neu waren, habe ich mich mal mit einem Lobbyisten in Washington über diese elektronische, virtuelle Währung unterhalten. Damals lief in New York parallel der Prozess gegen Ross Ulbricht, den Gründer der Drogen-Plattform Silk Road, die im Darknet versteckt war und bei der mit Bitcoins bezahlt wurde.

„Das Internet hat auch mit zwielichtigen Geschäften angefangen, und mit Schmuddelkram“, sagte der Lobbyist damals. Schließlich war Pornografie eines der ersten Geschäfte, für das Kunden bereit waren, Geld zu bezahlen – dort wurden die Bezahlschranken besonders früh eingeführt. Seiner Meinung nach wäre es also möglich, dass Kryptowährungen auch zuerst in dunklen Ecken des Geschäftslebens Erfolg haben, bevor sie sich auf breiter Ebene durchsetzen.

Die neue „Währung“ – oder sollen wir nur von Token reden – mit dem Namen Eroiy passt genau in dieses Schema. Ich habe neulich eine E-Mail erhalten mit der Mitteilung, dass für das Projekt ein ICO abgeschlossen wurde, ein virtueller Börsengang.

Heißt: Man hat einen Haufen Geld eingesammelt und dafür Eroiys rausgegeben, sozusagen virtuelle Gutscheine. 15 Millionen Dollar kamen so zusammen. Eroiy basiert auf der Kryptowährung NEM, die mit hehren Zielen zum Aufbau einer neuen ökonomischen Welt gestartet ist.

Die Idee klingt recht plausibel: Die neuen Token sollen speziell dazu dienen, „Adult Entertainment“ zu bezahlen – das ist die vornehme Umschreibung für Pornografie (oder Schmuddelkram). Der Vorteil gegenüber konventioneller Bezahlung: Es taucht nicht auf der Kreditkarten-Rechnung auf. Der Markt müsste recht groß sein. Nach eigener Aussage haben die Initiatoren schon mit diversen einschlägigen Webseiten Verträge abgeschlossen.

Ich habe dann mal bei einer dieser Webseiten nachgefragt. Und bekam eine Bestätigung mit folgendem Wortlaut: „Es gibt eine Absichtserklärung, den Eroiy bei uns als Zahlungsmittel einzubinden. Das hängt nun allerdings von der technischen Realisierung der Währung nach dem ICO ab, auf die wir jedoch keinen Einfluss haben“, hieß es dort. Und weiter: „Parallel arbeiten wir an einer Lösung zur Akzeptanz von Bitcoin und schließen weitere Kryptowährungen nicht aus.“

Interessant. Die Vereinbarung ist bisher nur eine „Absichtserklärung“. Und die andere Seite ist offenbar nicht ganz sicher, ob das System überhaupt funktioniert. Und dann stellt sich in der Tat die Frage, wieso es für den Zweck eine spezielle virtuelle Währung geben muss? Mit Bitcoins lässt sich ja auch bezahlen, ohne dass die Ehegattin es auf der Kreditkarten-Rechnung erkennen kann.

Eroiy – also doch eine Luftnummer? Jedenfalls ein Beispiel dafür, wie rund um ICOs große Geschichten erzählt werden.

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