Krypto-Kolumne

Coin & Co. – Die Krypto-Kolumne Krypto-Investoren müssen jetzt eine Steuererklärung machen

„Now Lambo“ sagten Bitcoin-Investoren bei Kurssprüngen, die ihnen den Kauf eines Lamborghinis ermöglichten. Jetzt will die Steuerbehörde ihren Anteil.
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Bitcoin und Co.: Wie die Stuttgarter Börse den Krypto-Markt angreift Quelle: picture alliance / Hans Ringhofe
Bitcoin

Bitcoin basiert auf der Idee der dezentralen Erzeugung und Überwachung.

(Foto: picture alliance / Hans Ringhofe)

New YorkWohin steuert der Bitcoin, und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es immer freitags von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer neuen Krypto-Kolumne „Coin & Co.“. Heute Teil 11: Warum die Steuerbehörde jetzt aktiv wird.

Es ist die geflügelte Frage in der Krypto-Welt. „When Lambo?“ heißt es kurz und knapp vor allem unter Bitcoin-Investoren. Gemeint ist: Wann sind die Bitcoins und die anderen virtuellen Währungen genug wert, um sich dafür einen Lamborghini zu kaufen – Kostenpunkt gut 400.000 Dollar. Im vergangenen Jahr lautete die Antwort häufig „Now Lambo“, wie die Verkaufszahlen und die Berichte von verblüfften Autohändlern belegen.

Die italienische Luxusmarke hat für 2017 einen neuen Rekord bei den Absatzzahlen vermeldet. Der Autobauer profitierte davon, dass die Krypto-Investoren anders als Tech-Gründer aus dem Silicon Valley gern zum Protz neigen und sich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen auf „Lambos“ eingeschossen haben.

In diesen Tagen jedoch ist „When Lambo?“ nicht mehr die brennendste aller Fragen. Zum einen, weil die Preise für Bitcoins und Co. seit Wochen immer weiter sinken und die Antwort auf die Frage damit eher Depressionen als Euphorie auslöst.

Am Freitagnachmittag entfernte sich der Bitcoin-Kurs immer weiter von der 7000-Dollar-Marke und näherte sich der 6000er Marke an – einem Wert, den die hoch-volatile Währung zuletzt im November erreicht hatte und immer weiter weg vom Rekordwert von 20.000 Dollar, den die größte Kryptowährung noch Mitte Dezember erreicht hatte.

Der zweite Grund ist nicht weniger angenehm: Es ist Zeit für die Steuererklärung. Längst sind die Steuerbehörden weltweit auf die Lambos aufmerksam geworden und wollen sicherstellen, dass alle Transaktionen rund um die Kryptowährungen auch ordnungsgemäß versteuert wurden.

Die US-Steuerbehörde IRS hat bereits vor Monaten Daten von Kunden der größten Kryptobörse Coinbase angefragt. Die spanischen Behörden sind nun mit einer großangelegten Aktion nachgezogen und wollen Steuersündern und Geldwäschern auf die Schliche kommen.

Jetzt, wo der Wilde Westen von immer mehr Sheriffs kontrolliert wird, stellen sich plötzlich ganz andere Fragen: Wann habe ich eigentlich Bitcoins gekauft und für wie viel Dollar oder Euro? Und was habe ich damit gekauft? Der Lambo ist da noch am einfachsten nachzuvollziehen.

Doch was ist, wenn ein Investor seine Bitcoins in die zweitgrößte Kryptowährung Ether getauscht hat, und damit wiederum eine ganze Reihe von günstigeren, weniger bekannten Währungen gekauft hat?

Ether ist die Basis vieler sogenannter Alt-Coins, die bei ICOs ausgegeben werden. Viele Börsen erlauben lediglich den Handel zwischen Ether und den Coins. Der Investor muss also selbst festhalten, wann er was wofür ausgegeben hat und wie viel er dann den Steuerbehörden schuldet. Und was ist, wenn man mit Bitcoins zwar viel Gewinn gemacht hat, den jedoch dann in erfolglose Altcoins gesteckt hat und nun auf Verlusten sitzt?

In den USA machte ein Fall eines jungen Krypto-Enthusiasten die Runde, der nun am Rande der Pleite steht, weil er seine Bitcoin-Gewinne unglücklich in andere Währungen investiert hat, ohne vorher Geld für die Steuern beiseite zu legen.

Die neue Frage müsste also lauten: „Still Lambo?“ oder „Lambo despite Taxes?“ (Lamborghini trotz Steuern?) – auch wenn das natürlich nicht so sexy ist.

Und nächstes Jahr gibt es dann hoffentlich eine App, die die Steuerschuld für die Krypto-Investoren nachhalten kann.

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