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Krypto-Kolumne

Coin & Co: Die Krypto-Kolumne Was der Krypto-Hype mit dem Goldrausch gemein hat

Es gibt eindrucksvolle Parallelen zwischen dem Hype um Kryptowährungen und den Jahren, in denen Kalifornien nach Gold durchwühlt wurde.
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Bitcoins und Kryptowährungen gelten als das Gold des 21. Jahrhunderts. Quelle: AFP
Bitcoin

Bitcoins und Kryptowährungen gelten als das Gold des 21. Jahrhunderts.

(Foto: AFP)

Frankfurt Wohin steuert der Bitcoin, und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es jede Woche von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer neuen Krypto-Kolumne „Coin & Co.“. Heute Teil 25: Was der Krypto-Hype mit dem Goldrausch gemein hat.

Goldgraben war ein schwieriges Geschäft. Der Einsatz war hoch – viele Männer, die zur Zeit des Goldrausches in den Westen der Vereinigten Staaten gereist sind, haben damals ihre angestammten Berufe oder ihre Farmen aufgegeben. Manche sind sogar aus Europa oder China dem Lockruf des Goldes gefolgt.

Wer Glück hatte, wurde reich. Wer Pech hatte, war anschließend noch ärmer als zuvor. Denn viele sind leer ausgegangen, weil sie nichts gefunden haben. Bei anderen waren die Kosten zu hoch, oder sie versoffen und verspielten ihr Geld.

Es gab aber auch Leute, die nicht gegraben haben und dennoch verdienten. Sie organisierten den Transport der Goldsüchtigen, stellten Unterkünfte bereit oder betrieben die Kneipen, in denen das Gold versoffen wurde. Diese Art von Geschäft drumherum hatte eine ganze andere Struktur als die eigentliche Förderung.

Es ging nicht darum, mit Hacke, Schaufel und der Pfanne Gold zu waschen. Bei diesen anderen Geschäften kam es mehr auf Fleiß und Können an als auf Glück. Man war nicht plötzlich reich oder ganz arm, sondern das Geld floss einigermaßen gleichmäßig. Und das sogar noch, als gar kein Gold mehr zu holen war. Denn es reisten eine Weile lang immer noch Gräber an.

Es galt auch nicht, einen völlig neuen Beruf zu ergreifen. Man konnte mit der ohnehin angestammten Tätigkeit in Kalifornien zu der Zeit viel mehr verdienen als beispielsweise an der Ostküste oder auf anderen Kontinenten. Denn wenn irgendwo viel Gold oder Geld im Umlauf ist, dann lassen sich gute Preise erzielen.

Bitcoins und Kryptowährungen gelten als das Gold des 21. Jahrhunderts. Das sagen jedenfalls die Fans. Man kann sich darüber streiten, ob das zutrifft. Schließlich lässt sich Gold zu Schmuck verarbeiten und wird in der Industrie gebraucht. Bei Bitcoins liegt der praktische Nutzen weniger auf der Hand.

Bezüglich des Hypes liegen die Parallelen zum Gold aber auf der Hand: Mit Bitcoins sind einige Leute noch schneller noch reicher geworden als die Goldgräber. Andere haben nichts verdient. Manch einer hat vielleicht sogar einen Haufen Geld verloren. Aber das Geschäft drumherum wirft regelmäßige Erträge ab. Es läuft gerade erst richtig an, wobei der ganz große Rausch wahrscheinlich vorbei ist. Es ist im Grunde auch kein neues Geschäft, sondern es sind ganz alte Strukturen, etwas anders ausgerichtet.

Die Köchinnen, Wirte, Wäscherinnen und Ausrüster von früher sind heute die Kryptobörsen und Berater rund um das Thema. Auch Wertpapiere und Fonds in Verbindung mit Kryptowährungen verdienen kräftig mit. Sie alle springen auf – auch die, die anfangs gegenüber Bitcoins sehr skeptisch waren. Sie haben erkannt: Ihr Geschäft lohnt sich. Und das in jedem Fall: Egal, ob Bitcoins wirklich etwas wert sind – oder doch nur Humbug.

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