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Krypto-Kolumne
Ethereum

Die zweitgrößte Kryptowährung steht unter Druck.

(Foto: Reuters)

Coin & Co: Die Krypto-Kolumne Was ist los mit Ethereum?

Die zweitgrößte Kryptowährung hat die meisten konkreten Anwendungsmöglichkeiten. Dennoch ist sie derzeit besonders stark unter Druck.
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New YorkWohin steuert der Bitcoin – und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es jede Woche von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer Krypto-Kolumne „Coin & Co.“. Heute Teil 29: Wie sich Ethereum-Mitgründer Joe Lubin um die Entwicklung der zweitgrößten Kryptowährung bemüht.

Joe Lubin lässt sich nicht beirren. „Wir haben schon sechs große Blasen in der Kryptowelt gesehen. Jede größer als die andere“, sagt der Mitgründer der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum im Börsensender „Bloomberg TV“. Und fügt selbstbewusst hinzu: „Sie sind zwar immer frappierend, wenn sie passieren, aber im Rückblick sind sie nur kleine Punkte in einer Grafik.“

Lubin will die Entwicklung der Blockchain-Technologie weiter vorantreiben und verweist auf die rege Aktivität der Programmierer in diesem Feld, die sich seit dem vergangenen Jahr verdoppelt hat.

Um die Technologie weiter auszubauen, hat Lubin das Unternehmen Consensys gegründet, das sowohl Unternehmen als auch Institutionen wie die Europäische Union und die Weltbank berät. Zudem investiert die Firma in Start-ups, die ihre eigenen Ideen mit der Ethereum-Blockchain vorantreiben.

Der Preis von Ether, der Währung der entsprechenden Blockchain, ist in dem anhaltenden Bärenmarkt jedoch besonders stark unter Druck geraten. In dieser Woche fiel Ether auf 257 Dollar und kostete damit zum ersten Mal seit der Gründung 2015 weniger als ein Jahr zuvor.

Es lohnt sich, die Dynamik dahinter etwas genauer anzuschauen, weil sie mehr über die Token-Ökonomie verrät. Virtuelle Börsengänge, sogenannte ICOs, haben in den vergangenen Quartalen Milliarden von Dollar eingesammelt. ICO steht für „Initial Coin Offering“, eine analog zum Börsengang, dem IPO („Initial Public Offering“), gebildete Abkürzung.

Der Begriff aus der Digitalwährungs-Szene wird für unterschiedliche Arten von Finanzierungsrunden gebraucht. Unternehmen geben dabei Coins oder Token aus, und versprechen im Gegenzug entweder Anteile am Unternehmen oder – gängiger – die Möglichkeit, an zukünftigen Produkten oder Gewinnen des Anbieters beteiligt zu werden. Diese Coins sind Kryptowährungen, die keine eigene Blockchain haben, sondern meist auf der Ethereum-Blockchain basieren.

Nutzer müssen also zunächst Ether kaufen und sie dann gegen besagte Coins tauschen. In den Boom-Zeiten der ICOs im vergangenen Jahr hat das den Ether-Preis deutlich in die Höhe getrieben. Das Allzeithoch lag bei 1431 Dollar im Januar.

Der anhaltende Bärenmarkt bei den Kryptowährungen insgesamt und das deutlich strengere Vorgehen der Regulierungsbehörden gegen betrügerische ICOs ziehen den Preis von Ether und allen anderen Coins nach unten. Die Initiatoren der virtuellen Börsengänge müssen nun deutlich mehr Ether verkaufen, um ihre Mitarbeiter und Anwälte in Dollar, Euro und anderen traditionellen Währungen zu bezahlen.

Besonders bitter ist der Fall der Währung EOS, die auf der gleichnamigen Blockchain basiert. Das Start-up ist angetreten mit der Ambition, eine Blockchain zu schaffen, die so viel besser ist als Ethereum, dass sie sie schließlich ersetzen könnte.

Damit haben es die Macher hinter EOS, das Start-up Block.one, geschafft, vier Milliarden Dollar in einem ICO einzusammeln – es ist der mit Abstand größte virtuelle Börsengang aller Zeiten und von gleich mehreren Skandalen geplagt.

Doch weil es die EOS-Blockchain noch gar nicht gibt, hat Block.one zunächst wie viele andere Start-ups auch die EOS-Token mithilfe der Ethereum-Blockchain ausgegeben. Analysten zufolge hat Block.one in den vergangenen Wochen immer wieder große Mengen an Ether verkauft und so den Preis zusätzlich gedrückt. Gerade der Kauf und Verkauf großer Blöcke einer bestimmten Kryptowährung sorgt für besonders heftige Ausschläge.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Die Bemühungen der Ethereum-Programmierer, die Blockchain schneller und effizienter zu machen, verzögern sich. Die Ethereum-Blockchain schafft derzeit 15 Transaktionen pro Sekunde. Der Kreditkartenanbieter Visa dagegen 24.000. Lösungen für das Problem sind möglich, aber hochkomplex, und es könnte noch Jahre dauern, bis sie einwandfrei funktionieren.

Das ist in der noch jungen Blockchain-Welt verständlich und doch ein Risiko, gerade, wenn immer mehr Konzerne und Banken in die Technologie investieren.

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