Krypto-Kolumne
Containerschiff des dänischen Logistik-Konzerns Maersk

Die Logistikbranche ist ein mehr als geeignetes Einsatzgebiet für die Blockchain-Technologie.

(Foto: Reuters)

Coin & Co: Die Krypto-Kolumne Wieso die Logistik ein geeignetes Einsatzgebiet der Blockchain ist

Maersk und IBM organisieren den Welthandel auf Basis der Blockchain. Man sieht, wo die neue Technik ihre Stärken ausspielt und wo sie Perspektiven bietet.
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FrankfurtWohin steuert der Bitcoin – und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es jede Woche von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer Krypto-Kolumne „Coin & Co.“. Heute Teil 28: Die Kooperation zweier Dampfschiffe auf Basis der Blockchain.

Die Blockchain ist schon längst kein Nischenthema mehr für kleine Start-ups. Der beste Beweis dafür ist die Zusammenarbeit zwischen dem Logistik-Konzern Maersk und dem US-amerikanischen IT-Riesen IBM, die gerade gemeinsam ein Projekt mit dem Namen „Trade-Lens“ vorgestellt haben.

„Trade-Lens“ bearbeitet Angaben von IBM zufolge heute schon mehr 150 Millionen Versandvorgänge und wächst pro Tag um rund eine Million. Das System bekommt Daten von 25 Schiffsterminals geliefert und unterstützt elf Millionen Containerfahrten. Ihre Mitarbeit haben mehr als 20 Hafengesellschaften weltweit zugesagt, zwei Konkurrenten von Maersk , fünf Zollbehörden, darunter die der Niederlande, und etliche weitere Organisationen. Insgesamt umfasst das System mehr als 90 Teilnehmer.

Maersk ist das größte Schifffahrts-Unternehmen der Welt mit 76.000 Beschäftigten in 130 Ländern. IBM ist nicht mehr ganz so imposant wie zu Glanzzeiten vor einigen Jahrzehnten. Aber mit der Blockchain hat das Unternehmen, das einst für raumfüllende Computer und Kugelkopfschreibmaschinen bekannt war, wieder ein spannendes Thema mit Zukunftstechnik besetzt.

IBM sieht sich als Marktführer für offene Blockchain-Projekte im Unternehmensbereich. Hier arbeiten also zwei echte Dickschiffe zusammen.

Interessant ist das Projekt vor allem, weil die Blockchain in der Logistik im großen Stil zum Einsatz kommt. Diese Branche wurde bereits vor langer Zeit als besonders gut geeigneter Bereich genannt. Denn wenn Waren verschifft werden, gibt es eine Menge Stellen, die auf dem Laufenden bleiben müssen: die Lieferanten, die Empfänger, die Transporteure, die Behörden und möglicherweise auch noch die Finanzierer.

Wichtig ist dabei, dass alle denselben Informationsstand haben und dass die Daten überall identisch verfügbar sind. Genau das ist die Stärke der Blockchain. Sie funktioniert als große, dezentrale Buchhaltung, bei der alle Teilnehmer auf identische Informationen zugreifen, ohne dass es zu Fälschungen und Irrtümern kommen kann, weil die verteilten Software-Pakete sich eigenständig immer wieder abstimmen.

Die viel gehypte Wundertechnik ist also klar und sicher, das sind ihre zentralen Stärken. Natürlich hat sie auch Schwächen. Sie ist etwa um ein Vielfaches langsamer als zentrale Lösungen, weil der Abstimmungsprozess unter allen Beteiligten seine Zeit braucht. Wo immer Klarheit und Datensicherheit im Vordergrund stehen und das Tempo zweitrangig ist, dürfte die Blockchain gute Einsatzmöglichkeiten haben.

Das trifft in der Logistik zu. Vor allem dicke Schiffe brauchen für ihre Strecken viel Zeit. Die Vielfalt der Beteiligten führt zu hoher Fehleranfälligkeit, die die neue Technik deutlich reduzieren kann. Beispiele wie „Trade-Lens“ belegen die inzwischen häufig vertretene These, dass die Blockchain außerhalb des Bereichs von Bitcoins und anderen Kryptowährungen, wo sie ursprünglich entwickelt wurde, ihre kommerziell interessantesten Chancen hat.

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