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Kryptowährung Angst vor dem G20-Treffen: Bitcoin sinkt binnen Stunden um fast 3000 Dollar

Das Auf und Ab beim Bitcoin geht weiter. Nachdem Facebooks Libra-Ankündigung den Kurs angetrieben hat, schickt ihn nun die Politik auf Talfahrt.
Update: 27.06.2019 - 20:18 Uhr Kommentieren
Die Kryptowährung hatte die Marke von 14.000 Dollar zwischenzeitlich fast erreicht. Quelle: dpa
Bitcoin-Münze

Die Kryptowährung hatte die Marke von 14.000 Dollar zwischenzeitlich fast erreicht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Bitcoin bleibt sich und seinen Kursschwankungen treu: Nachdem der Kurs der wichtigsten Kryptowährung am späten Mittwochabend seinen Höhenflug zunächst fortgesetzt hatte, fiel er am Donnerstagmorgen deutlich zurück. Bis Mitternacht stieg der Kurs bis auf 13.880 US-Dollar, bevor er um über 2.000 Dollar nachgab.

Im Tagesverlauf ging es dann immer weiter abwärts. Am Donnerstagabend notierte der Bitcoin laut Daten des Analysehauses Coinmarketcap bei rund 11.000 Dollar und damit satte 15 Prozent im Minus. „Im Laufe des heutigen Tages haben euphorische Anleger einen Dämpfer erhalten“, kommentierte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Auch andere große Kryptowährungen ließen Federn. Für Ethereum ging es mehr als 14 Prozent nach unten auf knapp 300 Dollar, Ripple gab sogar 17 Prozent nach, Litecoin 15 Prozent und Bitcoin Cash über 20 Prozent.

Kurskapriolen sind in der Welt der Digitalwährungen nichts Neues, was sie in den Augen von Kritikern als Zahlungsmittel weitgehend disqualifiziert. In den vergangenen Wochen ist der Bitcoin-Kurs jedoch stark und recht stetig gestiegen. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Kursgewinne auf rund 250 Prozent. Das erinnert an den massiven Höhenflug aus dem Jahr 2017, dem jedoch ein heftiger Absturz im Jahr darauf folgte.

Gewinnmitnahmen und G20-Angst

Hauptgrund des jüngsten Kursrutsches sind laut Marktbeobachtern Gewinnmitnahmen. Die Zeit dafür sei reif gewesen. So lag das gehandelte Bitcoin-Volumen auf den Höchstständen des Jahresbeginns 2018, kurz nachdem der Kurs die 20.000-Dollar-Marke gestreift hatte.

Der Kursanstieg von 8.000 bis auf 13.000 Dollar in wenigen Tagen hat laut Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Center der Frankfurt School of Finance and Management, nun schlicht eine „ganz normale Gegenreaktion“ ausgelöst.

Ein weiterer Grund für den Rücksetzer dürfte der am Freitag beginnende G20-Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sein. Dieser soll sich auf Wunsch des Finanzstabilitätsrats FSB und zahlreicher Notenbanker kritisch mit der aktuell heiß diskutiertesten Entwicklung auseinandersetzen: dem von Facebook angekündigten Libra-Coin.

So hatte der Chef des FSB, eines internationalen Gremiums von Finanzregulierern, die G20-Staaten in einem Brief zu mehr Wachsamkeit aufgerufen. „Neue Arten von Kryptowährungen, die zum Bezahlen im Einzelhandel eingesetzt werden können, müssten von den Behörden genau beobachtet werden“, schrieb Randal Quarles. Wenn nötig, müsse man einschreiten: „Wir denken über zusätzliche multilaterale Antworten nach.“ Zahlreiche Anleger versuchten vor diesem Hintergrund, die Kursgewinne der vergangenen Tage und Wochen ins Trockene zu bringen.

Zuletzt hatten Bitcoin und Co. durch die Ankündigung von Facebook und weiteren Konzerne, eine globale Digitalwährung schaffen zu wollen, stark profitiert. Nun jedoch stößt das Libra-Projekt auf heftige Kritik – die in der Krypto-Szene genau registriert wird. Vor allem in Europa steht der Facebook-Plan unter Feuer. Am Dienstag hatte etwa die CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Gegenmodell eines staatlichen Krypto-Coins, eines sogenannten E-Euros, vorgeschlagen.

Doch nicht nur Gewinnmitnahmen und der anstehende G20-Gipfel beschleunigten die jüngste Talfahrt. Zum Teil verstärkte sich der Abwärtstrend auch selbst.

Kaufimpulse ab einem Kurs von 10.000 Dollar

So ging eine der wichtigsten Kryptobörsen, Coinbase, in der Nacht in die Knie. Grund war offenbar das hohe Handelsvolumen im Zuge des Kursrutsches. „Kommt es zu einem Ausfall eines bedeutenden und wichtigen Handelsplatzes wie Coinbase, kann dies zu Panik unter Anlegern führen. Diese stehen dann vor verschlossenen Türen und könnten im Angstzustand irrationale Entscheidungen treffen“, erklärte Analyst Emden.

Weitere Preisabschläge sind ihm zufolge nicht ausgeschlossen: „Die hohen gehandelten Volumina könnten ein Indiz für sich anbahnende empfindliche Rücksetzer sein.“ Erst bei Kursen ab 10.000 Dollar würden sich neue Kaufimpulse ergeben.

Mittelfristig sehen Marktbeobachter jedoch durchaus Argumente für eine neuerliche Kursrally. Demnach könnte die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der großen Notenbanken Bitcoin und andere digitale Währungen antreiben. Ähnlich wie beim Goldpreis werden unverzinste Krypto-Anlagen bei fallenden Leitzinsen attraktiver.

Mehr: Facebook will eine eigene globale Kryptowährung einführen. Aufseher und Zentralbanker sind in Alarmbereitschaft, sie fürchten um die Stabilität des Geldsystems. Beim G20-Treffen soll das Thema auf die Agenda.

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