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Kryptowährung Bitcoin-Kurs stürzt ab – Kommt jetzt der Crash oder die Jahresendrally?

Lange entwickelte sich die wichtigste Kryptowährung seitwärts. Nun kommt Bewegung in den Markt. Das könnte einen Crash einleiten – oder eine neuerliche Jahresendrally.
Update: 16.11.2018 - 08:30 Uhr Kommentieren

„Blockchain-Unternehmen haben mehr Potenzial als Kryptowährungen“

Düsseldorf Der Bitcoin setzt seinen Kurssturz fort. Nachdem die wichtigste Kryptowährung am Mittwoch bereits knapp 13 Prozent abgestürzt ist, ging es auch am Donnerstag weiter nach unten. Zuletzt kostete ein Bitcoin rund 5600 Dollar, nachdem der Preis zwischenzeitlich bis auf 5495 Dollar abgesackt war, wie Daten des Analysehauses Coinmarketcap zeigen. Der Kurs ist damit auf ein neues Jahrestief gefallen.

Neben dem Bitcoin gaben auch zahlreiche andere virtuelle Münzen nach, darunter Ethereum um mehr als zwölf Prozent, Ripple um über neun Prozent und Bitcoin Cash ebenfalls um knapp zwölf Prozent. Erst am frühen Freitagmorgen stabilisierten sich die Kurse und notierten fast unverändert.

Bitcoin Cash sollte am Donnerstag in zwei Coins getrennt werden. Grund ist ein Streit um die Weiterentwicklung des Bitcoin-Konkurrenten. Möglich macht das eine sogenannte „hard fork“, eine Aufspaltung der zugrundeliegenden Blockchain-Datenbank. Diesen Plan machten denn auch viele Analysten für die jüngste Kursschwäche verantwortlich.

„Anleger zeigen sich derzeit spürbar verunsichert. Erinnerungen vom Jahresanfang werden damit wach, als Bitcoin und Co. ebenfalls zweistellige Verluste am Tag verkraften mussten“, kommentierte Analyst Timo Enden von Emden Research. Anleger trauten sich auch nach dem Kursrutsch nicht, zuzugreifen, um einen „Griff in das fallende Messer zu vermeiden.“ Die Marktlage bleibe unübersichtlich und angespannt.

Der Streit um die Weiterentwicklung von Bitcoin Cash und die bevorstehende Aufspaltung hatte in den vergangenen Tagen an Schärfe zugelegt. Die Fürsprecher beider Seiten, der in Tokio als „Bitcoin-Jesus“ bekannte Vordenker Roger Ver und der australische IT-Spezialist Craig Wright, der sich schon als Erfinder der Ursprungswährung Bitcoin bezeichnet hat, beschimpften sich öffentlich. Beide werben bei den einflussreichen Produzenten-Pools, den sogenannten Minern, dafür, Rechenleistung für ihre jeweilige Aufspaltung einzusetzen.

Der öffentliche Streit blieb nicht auf Bitcoin Cash beschränkt, sondern belastet nun auch die anderen großen Kryptowährungen. Der Grund: Händler spekulierten darauf, dass eine der beiden neuen Varianten von Bitcoin Cash – seinerseits eine Abspaltung vom Übervater Bitcoin – dem Bitcoin-Netzwerk Nutzer und Rechenleistung entziehen könnte.

„Die Bitcoin-Cash-Aufspaltung wirkt weitaus destabilisierender als zu Beginn angenommen“, erklärte Stephen Innes, Asien-Pazifik-Handelschef des US-Devisen-Informationsdienst Oanda gegenüber der Agentur Bloomberg. „Eine Vielzahl an sich bekämpfenden Fraktionen trübt die Krypto-Welt ein.“ Die Debatte um die Bitcoin-Cash-Aufspaltung habe zu einer „Im Zweifel raus“-Mentalität unter Investoren geführt.

Als reales Zahlungsmittel spielt Bitcoin Cash – mit einer Marktkapitalisierung von sieben Milliarden Dollar die viertgrößte virtuelle Währung – kaum eine Rolle. Tatsächlich werden über das Netzwerk nur wenige Transaktionen abgewickelt.

Die Macht der Psychologie

Unabhängige Beobachter verweisen denn auch auf psychologische Gründe für den jüngsten Absturz, nachdem der Bitcoin-Kurs die Haltelinie von 6000 Dollar durchbrochen hatte. Seit April war der Preis um die Marke von 6500 Dollar gependelt, während die Weltbörsen auf Achterbahnfahrt gingen. Nach einem halben Jahr der Seitwärtsentwicklung war die Zeit demnach nun reif für eine deutliche Bewegung – ob nach oben oder nach unten.

Belastend wirkte auch, dass es aktuell an positiven Nachrichten mangelt. Viele Akteure hatten gehofft, dass die US-Finanzaufsicht SEC wie ursprünglich geplant Anfang November über die Zulassung von Krypto-Indexfonds (ETFs) entscheiden würde. Das hätte den Markt für Einsteiger geöffnet. Doch der lang erwartete Schritt blieb erneut aus.

Sollte die schlechte Stimmung anhalten, könnte nun ein weiterer deutlicher Kursrutsch einsetzen. Stephen Innes zufolge könnte der Bitcoin-Preis bis auf 2500 Dollar fallen, falls die Händler in einen ausgewachsenen Panikmodus geraten. Auch Timo Enden glaubt: „Ein Rutsch unter die Marke von 5000 US-Dollar könnte den Crash perfekt machen. Erst bei 3000 US-Dollar könnten Anleger dann wieder zugreifen.“

Andere Marktakteure hoffen jedoch, dass die Korrektur nur von kurzer Dauer ist, und – einem Sprungbrett gleich – den Weg zu einer Jahresendrally ebnet, wie sie der Kryptomarkt in den vergangenen Jahren häufig erlebt hat. Im Dezember 2017 war der Bitcoin-Kurs auf sein bisheriges Rekordhoch von knapp 20.000 Dollar gestiegen.

Für eine Erholung spricht zum Beispiel, dass der Handel mit den Ende 2017 gestarteten Bitcoin-Futures in Chicago im dritten Quartal 2018 deutlich angestiegen ist. Das absolute Volumen der gehandelten Futures bei den Börsen CME und CBOE ist mit 9000 Kontrakten pro Tag aber vergleichsweise klein.

Auch aus Deutschland könnten im Dezember positive Impulse kommen. So wollen mit der Stuttgarter Börse, dem Start-up Bitwala und dem Platzhirschen Bitcoin.de drei Unternehmen in Kürze neue Kryptobörsen starten. Im ersten Quartal 2019 will Bitcoin.de den ersten regulierten Bitcoin-Geldautomat aufstellen. Und sogar Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer hat sich nun vorsichtig optimistisch geäußert bezüglich eines Einstiegs am Markt für Krypto-Token.

Noch besteht also Hoffnung, dass ein Krypto-Crash zum Jahresausklang abgewendet werden kann.

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