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Kryptowährung Der Bitcoin trotzt den Entwicklungen am Weltmarkt

Nach dem langen „Kryptowinter“ folgt eine Kursrally: Der Bitcoin klettert auf ein Jahreshoch und trotzt damit der schlechten Weltkonjunktur.
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Bitcoin: Kryptowährung trotzt dem Handelsstreit Quelle: Reuters
Bitcoin (Symbolbild)

Der Bitcoin ist die weltweit wichtigste Kryptowährung.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Unsicherheit über den Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China mag die Weltbörsen belasten, doch an einem Markt geht sie spurlos vorüber: dem der virtuellen Währungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. Die größte Kryptowährung Bitcoin erreichte diesen Sonntag laut Analysehaus Coinmarketcap ein neues Jahreshoch bei 7474 Dollar. Höher stand sie zuletzt im August 2018.

Auch diesen Montag lag der Kurs über der 7000-Dollar-Schwelle. Die vor zehn Jahren aufgelegte Währung baute ihre Marktdominanz aus: Mit einer Marktkapitalisierung von 125 Milliarden Dollar beherrscht sie wieder knapp 60 Prozent des Kryptomarkts. Zwar ist Bitcoin immer noch weit vom Rekordhoch von 20.000 Dollar im Herbst 2017 entfernt. Der lange „Kryptowinter“, die Kursschwäche der vergangenen Monate, ist jedoch vorbei.

„Das institutionelle Interesse an Bitcoin sorgt für einen zweiten Frühling bei Anlegern“, kommentierte Analyst Timo Emden von Emden Research. Neue Hoffnungen schüre etwa der Einstieg von Vermögensverwaltern. Immer mehr kurz- bis mittelfristige Investoren gesellten sich zu den hartgesottenen Fans, die Bitcoin aus Misstrauen gegenüber dem Finanzsystem die Treue halten.

Erst vergangene Woche hatte mit Fidelity einer der weltgrößten Vermögensverwalter erklärt, künftig für seine Kunden Bitcoin zu handeln. Bereits seit dem Herbst verwahrt Fidelity digitale Assets.

Befeuert wird die Bitcoin-Rally durch den Ausstieg skeptischer Anleger. Sie hatten auf einen Kursverfall gesetzt und müssen im Zuge der Erholung Short-Positionen auflösen.

Skeptische Stimmen hatten den Kryptomarkt lange dominiert, nachdem die Blase rund um virtuelle Börsengänge, sogenannte ICOs, 2018 geplatzt war. Viele Start-ups hatten sich binnen kurzer Zeit durch die Ausgabe neuer Token finanziert und waren dann aufgrund dilettantischer Geschäftskonzepte oder betrügerischer Machenschaften gescheitert, was dem Markt einen herben Schlag versetzt hatte. In der Folge mischten sich die Regulierer rund um den Globus ein und unterbanden windige Projekte.

Nun erhalten die Enthusiasten wieder Auftrieb. Der frühere Hedgefonds-Manager, heutige Kryptounternehmer und notorische Rally-Prophet Mike Novogratz sieht Bitcoin binnen 18 Monaten bei 20.000 Dollar. Und Software-Pionier John McAffee erklärte: Halte das aktuelle Wachstum an, liege der Kurs Ende 2020 bei vier Millionen Dollar. So weit werde es aber nicht kommen, schränkte er seine Rechnung gleich wieder ein.

Am Kryptomarkt folgte bisher auf jede Kursdepression eine neue Rally. Das aktuelle Wachstum könnte also noch eine Weile so weitergehen, bis die Blase erneut platzt. Als Beimischung sind Bitcoin und Co. für Anleger vor allem aus einem Grund interessant, sagt Analyst Emden: „Der Kryptomarkt hat seine eigenen Gesetze.“ Zwar sei eine Beeinflussung durch die allgemeine Börsenentwicklung nicht ausgeschlossenen, doch Themen wie der US-chinesische Handelsstreit spielten hier keine Rolle.

Der Kryptomarkt ist weitgehend abgekoppelt vom restlichen Finanzsystem. Diese Eigendynamik ist Fluch und Segen zugleich: Risikobereite Investoren können sich ein Stück weit von der Börsenentwicklung abkoppeln. Aber: „Dem Bitcoin den Status ‚sicherer Hafen‘ zuzusprechen, halte ich für zu weit hergeholt“, mahnt Emden.

Da das Krypto-Universum weiter sehr klein ist, können Einzelnachrichten schnell zu Vertrauensverlusten führen. Erst in der vergangenen Woche hatte ein Fast-40-Millionen-Dollar-Diebstahl bei der maltesischen Börse Binance Schlagzeilen gemacht. Und da Bitcoin und Co. im klassischen Finanzsystem kaum zum Einsatz kommen, bestimmt vor allem jenes flüchtige Anlegervertrauen den Kurs.

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