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Kryptowährung Frankreich will Facebook-Währung Libra kontrollieren

Libra steht unter Druck: Die französische Zentralbank erwägt eine Regulierung der Kryptowährung – und will dafür die G7 zur Rate ziehen.
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Ziel der französischen Zentralbank ist es, eine international koordinierte Antwort zu geben. Quelle: Reuters
Libra

Ziel der französischen Zentralbank ist es, eine international koordinierte Antwort zu geben.

(Foto: Reuters)

ParisMehr Fragen als Antworten haben die Verantwortlichen der europäischen Zentralbanken derzeit beim Thema Libra, dem „stable coin“ von Facebook. Die Probleme fangen beim Genus an: Sagt man nun der oder die Libra? In der Banque de France benutzt man der Einfachheit halber beide Artikel parallel.

Sylvie Goulard, die stellvertretende Gouverneurin der Bank, gab am Montag einen Einblick in die Fragen, die sie und ihre Kollegen dringend beantwortet haben wollen: „A priori sind wir weder positiv noch negativ eingestellt, aber vieles muss geklärt werden: Der Verbraucherschutz muss gewährleistet sein, der reibungslose Zahlungsverkehr, das Risiko der Geldwäsche ist zu minimieren, und man muss klären, ob es sich um ein elektronisches Zahlungsmittel oder um eine Art Währung handelt.“

Ziel der französischen Zentralbank ist es, eine international koordinierte Antwort zu geben. „Das ist ein globales Problem, wir werden deshalb in der G7 und im Financial Stability Board darüber sprechen“, so Goulard. BdF-Gouverneur François Villeroy de Galhau und Finanzminister Bruno Le Maire haben Benoît Cœuré von der EZB um einen Bericht über Libra und andere „stable coins“ gebeten.

Erste Analysen sollen beim G7-Finanztreff am 17. und 18. Juli im französischen Chantilly vorliegen. Noch ist für die Banque de France offen, was Libra eigentlich ist: mehr eine elektronische Geldbörse oder mehr eine Kryptowährung? Oder ein Finanzinstrument, das sich von den vier Währungen löst, an deren Wert es laut Facebook über einen Korb gebunden sein soll?

Im Extremfall könnte die Stiftung, die von Facebook dominiert hinter Libra steht, sich zu einer Art Zentralbank aufschwingen, lauten erste Überlegungen in Paris. Hier sagt man sehr deutlich, dass das Facebook-Geld zwar auf einer Blockchain aufbaue, die aber allein den Stiftungsmitgliedern zugänglich sei, die das Eintrittsgeld von mindestens zehn Millionen Dollar bezahlen. Per se transparent ist das Vehikel also nicht.

Für Goulard steht fest: „Der Euro als einziges legales Zahlungsmittel des Euro-Raums darf auf keinen Fall in Gefahr geraten.“ Denn sollte Libra sich sehr stark entwickeln, kann es Rückwirkungen auf die Wirksamkeit der Geldpolitik geben.

Wer seine Euro in Libra tauscht, entzieht sich den geldpolitischen Impulsen, die die EZB über ihre Zinsen setzt. Er geht außerdem nicht nur ein Wechselkursrisiko ein, sondern riskiert gegebenenfalls auch, dass er sein Geld möglicherweise gar nicht aus Libra in Euro zurückwechseln kann – es sei denn, technisch und von der Anlagepolitik der Libra-Stiftung her ist dafür jederzeit Sorge getragen.

„Facebook will mit den Regulierern arbeiten“, hält die Vizegouverneurin dem Netzwerk zugute. Sie sagt aber auch: „Wir werden viele Fragen stellen.“ Für die französischen Regulierer steht fest, dass niemand im Euro-Raum gezwungen werden kann, Libra anzunehmen, und das Facebook-Vehikel nur dann zugelassen werden kann, wenn es alle geltenden EU-Regeln wie die über den Anleger- und Verbraucherschutz sowie über die Bekämpfung von Geldwäsche einhält.

Mehr: Anfang 2020 soll Facebooks Internetwährung Libra an den Start gehen. Die Bankenbrache sollte die neue Konkurrenz als Chance begreifen und sich innovationsfreudiger zeigen, kommentiert Michael Brächer.

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