Kryptowährung

US-Aufsicht genehmigt Futures – Bitcoin steigt wieder

Die US-Derivateaufsicht hat Bitcoin-Futures genehmigt – das gibt der Digitalwährung Auftrieb. Derzeit nimmt der Bitcoin wieder Kurs auf 11.000 Dollar. Sprunghafte Wertschwankungen hatten die vergangenen Tage bestimmt.
Update: 01.12.2017 - 16:51 Uhr Kommentieren
Die digitale Währung nimmt Kurs auf 11.000 Dollar. Quelle: dpa
Bitcoin

Die digitale Währung nimmt Kurs auf 11.000 Dollar.

(Foto: dpa)

Frankfurt/WashingtonDie Genehmigung von Bitcoin-Futures durch die US-Derivateaufsicht CFTC gibt der Kryptowährung Auftrieb. Der Bitcoin verteuerte sich am Freitag zeitweise um knapp elf Prozent auf 10.741 Dollar.

Der Bitcoin hat damit aus Sicht von Beobachtern eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem etablierten Finanzprodukt genommen. Bereits in gut zwei Wochen wird es erstmals Terminkontrakte auf die Digitalwährung geben. Man habe den Selbstzertifizierungsprozess abgeschlossen und werde bereits am 18. Dezember mit den ersten Bitcoin-Futures an den Start gehen, teilte die Chicago Mercantile Exchange Group (CME), am Freitag mit. Man habe im Vorfeld eng mit der US-Regulierungsbehörde CFTC kooperiert.

„Der Akzeptanz des digitalen Talers sollte dies kräftig in die Karten spielen“, sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. „Viele weitere Bitcoin-spezifische Produkte könnten ebenfalls zeitnah folgen, um die breite Masse der Anleger zu bedienen. Das erste Türchen im Monat Dezember stellt sich somit als Hauptgewinn heraus.“

Neben der weltgrößten Derivatebörse CME darf ab dem 18. Dezember einen Terminkontrakt auf die virtuelle Währung handeln. Ihre Rivalin, die Optionsbörse CBOE, erhielt ebenfalls grünes Licht für einen Future. Mit diesen Papieren können Investoren auf steigende und fallende Kurse wetten.

Man werde den Handel mit den Bitcoin-Futures künftig beobachten und dann weiterhin prüfen, ob Anpassungen nötig seien, hieß es von der CFTC. Die Behörde ist für die Regulierung des Handels mit Rohstoffen zuständig. Obwohl Bitcoins virtuell sind, hatte die Behörde die Digitalwährung aufgrund ihrer Eigenschaften als Finanzprodukt als Rohstoff eingestuft und damit ihre Zuständigkeit erklärt. Der Bitcoin unterscheide sich jedoch von allen anderen Produkten, mit denen man es in der Vergangenheit zu tun gehabt habe, hieß es.

Durch die Einführung der Futures werden Bitcoins für institutionelle Investoren deutlich besser handelbar. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen mögliche Preisschwankungen absichern. Terminkontrakte können aber auch für Spekulationen auf künftige Kursentwicklungen genutzt werden.

Nach der CME-Mitteilung stieg der Bitcoin auf sein Tageshoch. Die Digitalwährung ist derzeit auf Rekordjagd und hat allein seit Jahresbeginn ihren Wert mehr als verzehnfacht. Zweistellige prozentuale Tagesveränderungen sind bei Bitcoin keine Seltenheit. Am Mittwoch kletterte der Preis der virtuellen Währung binnen 24 Stunden um mehr als 1000 auf über 11.000 Dollar. In den darauffolgenden 24 Stunden ging es mehr als 20 Prozent bergab.

Wegen dieser drastischen Ausschläge müssen Investoren für Bitcoin-Futures der CME und CBOE vergleichsweise hohe Sicherheitsleistungen („Margins“) von 35 und 40 Prozent des Anlagevolumens hinterlegen. Die Papiere der CME werden den Angaben zufolge auf der Plattform Globex gehandelt und in bar abgerechnet („cash settlement“).

Was die Zentralbanken zu Bitcoin und Co. sagen
USA: Datenschutz-Sorge
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Jerome Powell ist der zukünftige Chef der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed). Die Untersuchungen von Kryptowährungen durch sein Haus befinden sich noch im Anfangsstadium. Das liegt vor allem daran, dass die Fed selbst nicht hundertprozentig davon überzeugt ist, dass eine Notenbank eine eigene Währung als Antwort auf den Bitcoin herausgeben sollte. Powell, aktuell noch Direktoriumsmitglied und designierter Fed-Chef, sagte, es gebe bedeutsame Herausforderungen für eine Kryptowährung der Zentralbank. Dabei nannte er Datenschutzprobleme. Außerdem hält er auch funktionsfähige Alternativen des Privatsektors für eine mögliche, gute Antwort.

(Quelle: Bloomberg)

Eurozone: Erinnerung an Tulpenmanie
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Die Europäische Zentralbank hat wiederholt vor den Gefahren bei Investments in digitale Währungen gewarnt. Vizepräsident Vítor Constâncio sagte, Bitcoin sei keine Währung, sondern eine „Tulpe“. Damit spielte er auf die berühmte Spekulationsblase am Tulpenmarkt im 17. Jahrhundert in den Niederlanden an. EZB-Präsident Mario Draghi betonte, dass die Auswirkungen der digitalen Währungen auf die Wirtschaft des Euroraums begrenzt seien. Er sieht in ihnen keine Bedrohung für das Zentralbank-Monopol auf Geld.

China: Die Zeit ist reif
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In China sieht man das ganz anders. Die Zentralbank dort verdeutlicht, sie hätte die volle Kontrolle über Kryptowährungen. Bereits 2014 wurde innerhalb der People’s Bank of China ein Forschungsteam gegründet, um digitales Rechengeld zu entwickeln. Gegen private Anbieter digitaler Währungen hingegen hat sie hart durchgegriffen. Der Börsenhandel mit Bitcoin & Co. ist in China verboten.

Japan: Studienmodus
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In Japan studiert man die neuartigen Währungen lieber erst einmal. Bank of Japan-Gouverneur Haruhiko Kuroda sagte in einer Rede, dass die japanische Notenbank keine unmittelbaren Pläne zur Ausgabe digitaler Währungen habe. Es sei aber wichtig, das Wissen über sie zu vertiefen. „Die Ausgabe von einer Zentralbank-Digitalwährung an die breite Öffentlichkeit wäre so, als ob eine Zentralbank den Zugang zu ihren Konten auf jeden erweitert“, merkte Kuroda kritisch an.

Deutschland: „Spekulatives Spielzeug“
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Auch bei der Bundesbank ist man skeptisch. Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele betonte, dass es sich bei Bitcoin „mehr um ein Spekulationsobjekt, als um ein Zahlungsmittel“ handele. Eine Verlagerung von Einlagen zu Blockchain würde die Geschäftsmodelle der Banken stören und Implikationen auf die Geldpolitik haben, so Thiele. Gleichzeitig hat die Bundesbank den Einsatz der Technologie in Zahlungssystemen aktiv untersucht.

Großbritannien: Potenzielle Revolution
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Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Mark Carney, hat Kryptowährungen als Teil einer potenziellen Revolution in der Finanzwelt bezeichnet. Die Zentralbank hat 2016 eine Starthilfe für junge Unternehmen in dem Bereich ins Leben gerufen. Carney sagte, dass die auf Blockchain basierende Technologie sehr vielversprechend sei. Er wies aber auch darauf hin, dass die BoE noch weit davon entfernt sei, eine digitale Version des Pound Sterling zu schaffen.

Frankreich: „Große Vorsicht“
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Der Gouverneur der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau riet zu großer Vorsicht im Handel mit Bitcoin. „Es gibt keine öffentliche Institution dahinter, die für Vertrauen sorgt. In der Geschichte haben alle Beispiele von Privatwährungen ein schlechtes Ende genommen“, betonte er. Bitcoin habe sogar eine dunkle Seite, die Datenangriffe. Er ergänzte: „Wer Bitcoin benutzt, tut dies auf eigenes Risiko.“

Spekulationen auf einen Bitcoin-Future sind mit ein Grund für das rund 1000-prozentige Kursplus der vergangenen Monate. Die Einführung von Terminkontrakten gilt als Voraussetzung für das Engagement institutioneller Anleger in der Internet-Währung. Die Aktien der CME hievte die Genehmigung des Bitcoin-Futures auf ein Rekordhoch von 152,14 Dollar.

Regulierungsbehörden und Notenbanken in Europa kritisieren den spekulativen Charakter des Bitcoin. Zuletzt warnte der Chef der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, vor dem Erwerb und sprach dem Bitcoin den Status einer echten Währung ab.

  • rtr
  • dpa
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