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Kryptowährung „Wal-Alarm“ am Krypto-Markt – Bitcoin bricht binnen Stunden um 1200 Dollar ein

Ist ein Großinvestor Schuld am Bitcoin-Absturz? Ein riesiger Verkaufsauftrag aus Luxemburg scheint die Kurse in den Keller geschickt zu haben. Manche fürchten eine Manipulation.
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Bitcoin: Kryptowährung trotzt dem Handelsstreit Quelle: Reuters
Bitcoin (Symbolbild)

Der Bitcoin ist die weltweit wichtigste Kryptowährung.

(Foto: Reuters)

FrankfurtSchlechte Nachrichten für Bitcoin-Anleger: In der Nacht zum Freitag ist die weltweit wichtigste Kryptowährung um bis zu 14 Prozent abgestürzt auf 7135 Dollar. Gegenüber dem Höchststand von über 8.300 Dollar am Donnerstag bedeutet das ein Rückgang von knapp 1200 Dollar.

Im Anschluss erholte sich die virtuelle Münze wieder leicht und stieg zuletzt laut Daten des Analysehauses Coinmarketcap bis auf 7220 Dollar. Im 24-Stunden-Vergleich liegen auch alle anderen großen virtuellen Währungen im Minus. Für Ethereum ging es um acht Prozent nach unten, für Ripple um über zehn Prozent, für Bitcoin Cash sogar um rund zwölf Prozent.

Ein Grund für den Kursverfall sind offenbar Gewinnmitnahmen. Diese „schienen nun mehr als überfällig“, meint Analyst Timo Emden von Emden Research. „Der Kurs hatte sich oberhalb von 8000 Dollar in den vergangenen Tagen festgefahren und war überhitzt.“ Automatisierte Handelsaufträge (sogenannte Stop-Loss-Order) könnten den Abwärtsdruck forciert haben. „Es ist keine Seltenheit, dass es dann zu Panik kommt. Eine größere Verkaufsorder kann dann schon ausreichen, um den ersten Dominostein anzustoßen.“

Ein Grund könnte das Handeln eines sogenannten Wals gewesen sein, eines Krypto-Großinvestors. „Der heutige Absturz des Bitcoins scheint wohl durch einen riesigen Verkaufsauftrag auf der Luxemburger Handelsplattform Bitstamp ausgelöst worden zu sein“, erklärt Emden. „So könnte sich ein sprichwörtliches Lauffeuer auf andere Tauschplätze ausgeweitet und den Kurs zu Fall gebracht haben.“

Bitstamp erklärte auf Twitter, eine sofortige Untersuchung einzuleiten. Die Verkaufsorder ist offenbar auf ein einziges Wallet zurückzuführen. Teilweise werden entsprechende Aufträge versendet, dann jedoch direkt wieder zurückgezogen, um den Markt zu manipulieren. In der Szene ist die Taktik als „Spoofing“ (Verschleierung) bekannt.

Klar ist: Die Rally der letzten Wochen erfährt einen deutlichen Dämpfer. Seit April hatte sich der Bitcoin-Kurs verdoppelt. Der sogenannte Kryptowinter, die lange Kursschwäche seit 2018, schien damit endlich beendet zu sein.

Die erneute Kursschwäche sorgt nun für Zweifel an der erwarteten Erholung des Markts. „Es gibt viele Unternehmen, deren Geschäftsmodelle mit dem Bitcoin-Kurs korrelieren. Wir haben das bereits am ICO-Markt gesehen, der 2018 auch durch den Wertverlust des Bitcoins zusammengebrochen ist“, sagt Rechtsanwalt Alireza Siadat von der Frankfurter Kanzlei Simmons & Simmons, der zahlreiche Branchenunternehmen berät.

Einer der Treiber des jüngsten Kursanstiegs waren Investoren, die ihre Tether-Bestände in Bitcoin umtauschten. Tether gilt als sogenannter Stable Coin, der 1:1 den Dollar-Kurs nachbilden soll. Jedoch hat die Firma hinter Tether die 1:1-Deckung inzwischen aufgehoben.

Nachdem auch noch der New Yorker Generalstaatsanwalt Tether und die verbundene Börse Bitfinex unter die Lupe genommen hatte, überwog endgültig die Skepsis gegenüber der Währung. Nun scheint sich der Einfluss dieses kurstreibenden Faktors erschöpft zu haben: Bitcoin schwächelt.

Dennoch erwartet Siadat keinen neuen Kryptowinter. „Aktuell nehmen neue Produkte an Fahrt auf, darunter Kryptofonds“, sagt er. „Das gibt der Branche Hoffnung.“ Großes Aufsehen erregte beispielsweise die Nachricht des Vermögensverwalters Fidelity, seinen Kunden nun auch Bitcoin-Handel anzubieten. Eine Verwahrlösung hat Fidelity bereits seit dem Herbst im Portfolio.

Auch bleiben Bitcoin und Co. als Reservewährung beliebt. So hat zuletzt etwa die iranische Zentralbank angekündigt, die Bitcoin-Nutzung im Auslandszahlungsverkehr zu erlauben. Dadurch könnten Unternehmen mit Iran-Geschäft die umstrittenen US-Sanktionen umgehen.

In Deutschland sieht es immer noch mau aus, was Produkte für Krypto-Einsteiger angeht. Schon länger am Markt ist der Düsseldorfer Anbieter Postera, dessen Fonds sich aber nur an vermögende Investoren richtet. Der erste deutsche Blockchain-Aktienfonds namens „Chainberry“, der sich auch an Privatanleger richtet, bekommt zumindest einen Konkurrenten: Pegasos Capital legt den Fonds „Art Transfomer Equities“ auf, wie in dieser Woche bekannt wurde.

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