Kryptowährungen auf Talfahrt Bitcoin fällt unter 6.000 Dollar – mehr als 20 Prozent Verlust im Juni

Hackerangriffe auf zahlreiche Handelsplätze verunsichern die Investoren. Seit Jahresanfang hat der Kryptomarkt fast 600 Milliarden Dollar verbrannt.
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Wer Anfang des Jahres einen Bitcoin hatte, hat nun über die Hälfte des Werts verloren. Quelle: Maksym Yemelyanov/ddp images
Bitcoins und Kurs-Charts

Wer Anfang des Jahres einen Bitcoin hatte, hat nun über die Hälfte des Werts verloren.

(Foto: Maksym Yemelyanov/ddp images)

Die Kryptowährungen erleben den nächsten schwarzen Monat. Der Bitcoin-Kurs rutschte am Freitag unter 6.000 Dollar. Damit findet die seit Wochen anhaltende Talfahrt ihren vorläufigen Tiefpunkt. Es ist der niedrigste Stand seit November des vergangenen Jahres.

Allein im Juni verlor die größte unter den Digitaldevisen mehr als ein Fünftel ihres Wertes, die beiden folgenden, Ethereum und Ripple, ein knappes Viertel.

Am Freitagnachmittag notierte der Bitcoin auf der Plattform Coinmarketcap.com mit 5.932 Dollar drei Prozent tiefer als am Vortag. Auch Ethereum und Ripple verloren mehr als drei Prozent.

Mit zwischenzeitlich 5.835 Dollar ist der Bitcoin so billig wie vor der Kursexplosion im Dezember, als er die 20.000-Dollar-Marke geknackt hatte. Inzwischen summieren sich die Verluste seit Jahresbeginn auf 56 Prozent.

In der ersten Januarwoche hatte der Kryptomarkt gemessen an der Marktkapitalisierung aller von Coinmarketcap erfassten Kryptowährungen ein gigantisches Volumen von 820 Milliarden Dollar. Ein halbes Jahr später ist dieses auf 234 Milliarden zusammengeschmolzen – beinahe 600 Milliarden Dollar, durch Kursverluste zunichte gemacht.

Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg zieht einen Vergleich zum Platzen der Dotcom-Blase. Gemessen an seinem Rekordhoch von mehr als 20.000 Dollar, hat der Bitcoin 70 Prozent seines Wertes verloren. Das sei nicht mehr weit weg von den 78 Prozent, die die US-Technologiebörse Nasdaq Anfang des Jahrtausends verloren hatte, nachdem die Internet-Blase geplatzt war.

Im Mai hatten die Kryptowährungen noch ein Comeback feiern können, Bitcoin hätte beinahe die 10.000-Dollar-Marke geknackt. Doch zahlreiche Hackerangriffe auf Handelsplattformen, teilweise mit Beute in Millionenhöhe, schreckten die Szene auf – und setzten eine Talfahrt in Gang. Investoren stellen die Fragen nach der Sicherheit der Kryptosysteme.

Zum Imageschaden kommt die nicht abnehmende Kritik aus der Finanzwelt hinzu. Zahlreiche Wirtschaftsgrößen und Organisationen bleiben bei ihrer Fundamentalkritik, zuletzt erneuert durch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Vor allem die Aufsichtsbehörden werden nicht müde, vor den Gefahren digitaler Währungen wie Totalverlust oder spekulativen Übertreibungen zu warnen. Von weitergehenden Maßnahmen wie etwa einer internationalen Regulierung der Kryptowährungen sieht man aber ab. Anders in Asien, wo die Hochburgen der Szene liegen – und die Kontrolleure teilweise die Zügel spürbar anziehen.

In den Chor der Kritiker stimmte nun auch Robert Shiller ein. Der Yale-Ökonom und Nobelpreisträger, der frühzeitig vor den Gefahren der Dotcom-Blase warnte, spricht beim Bitcoin von einer Blase. Angesprochen auf eine mögliche Parallele zur berüchtigten Tulpenblase im 17. Jahrhundert meinte der Wirtschaftsprofessor vielsagend: „Tulpen werden noch heute geschätzt.“

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  • Bitcoin ermöglicht sehr leicht kriminelle Handlungen. Wer Bitcoin kauft unterstützt dies. Zudem hat Bitcoin keinen inneren Wert, niemand und auch kein Staat garantieren irgendetwas.
    Lieber Aktien von Firmen mit hohen Gewinnen, niedrigem KGV, und schöner Dividendenrendite kaufen.

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