Volatile Cyberwährung

Nach einer kurzzeitigen Stabilisierung am Dienstag ist der Kurs des Bitcoin zuletzt wieder stark gefallen.

(Foto: Reuters)

Kryptowährungen Bitcoin ist so wenig wert wie zuletzt im Februar

Auf dem Kryptomarkt geht es gewohnt turbulent zu: Der jüngste Fall des Bitcoin-Kurses setzt sich fort. Andere Cyberwährungen verlieren noch stärker.
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DüsseldorfDie Kryptowährung Bitcoin ist auf ihren niedrigsten Kurs seit Februar gefallen – auf der Internetseite CoinMarketCap.com lag er zuletzt bei 6.468 US-Dollar. Das ist ein Verlust von mehr als fünf Prozent in den vergangenen 24 Stunden. Und für andere digitale Währungen ging es sogar noch stärker bergab: XRP, die Währung von Ripple, verlor zehn Prozent, Ether und Bitcoin Cash sogar mehr als elf Prozent.

Die Kursverluste könnten ein weiteres Zeichen für den Vertrauensverlust in Digitalwährungen sein, der durch jüngste Skandale ausgelöst wurde. Dazu zählt zum Beispiel ein Hackerangriff auf die südkoreanische Kryptobörse Coinrail am vergangenen Wochenende. Außerdem ermittelte das US-Justizministerium gegen einige Bitcoin-Händler wegen Manipulationsverdacht.

Ein Professor aus Texas hat zudem herausgefunden, wie die Kryptowärung Tether benutzt worden sein könnte, um den Bitcoin-Preis vergangenes Jahr in die Höhe zu treiben. Einige Banken in Südamerika schlossen Konten von Kryptobörsen.

„Ich glaube nicht, dass ein einzelner Vorfall die Ursache des Verlusts ist“, sagte Kyle Samani, Manager des amerikanischen Krypto-Hedgefonds Multicoin Capital. Es handele sich eher um einen allgemeinen Negativtrend auf dem Markt. „Viele Leute haben im April für 9000 Dollar gekauft und bemerken jetzt, dass sie ihr Geld nicht so schnell wiederbekommen“, vermutet er. „Daher wollen sie jetzt raus aus dem Markt.“

Der Bitcoin ist die bekannteste Digitalwährung. Und auch wenn diese Nachrichten und der Verfall erst einmal drastisch wirken, reagieren Branchenkenner sehr entspannt. Auf dem aktuell stattfindenden Klassentreffen der Branche, der „Money Conf“ in Dublin, ist die Stimmung enorm zuversichtlich. Denn sowohl die starken Wertschwankungen als auch die Skandale und Angriffe sind für den Bitcoin alles andere als untypisch.

Während ein Bitcoin Anfang 2017 noch weniger als 1.000 US-Dollar kostete, lag der Preis Ende 2017 bei fast 20.000 Dollar. Dieses Jahr bewegte er sich dann zwischen 5.000 und 11.000 US-Dollar auf und ab. Die Schwankungen waren von Regulierungsbemühungen und Bitcoin-Diebstählen durch Hacker geprägt.

Obwohl Kryptowährungen ursprünglich als Zahlungsmittel kreiert wurden, kann von einem Zahlungsmittel im klassischen Sinn aktuell nicht die Rede sein. Dafür bräuchte es ein ausreichendes Maß an Preisstabilität. Die meisten Finanzexperten bewerten sie daher als Spekulationsobjekt.

Die Zuversicht in der Branche stützt sich vor allem auf die Technologie, die hinter den meisten Kryptowährungen steht: Die Blockchain. Unternehmen nutzen sie in immer mehr Bereichen. Sie könnte eines Tages zentrale Handelsplattformen ersetzen ebenso wie Grundbuchämter, Handelsregister, Notare und Banken. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Der Bitcoin wird auf spezialisierten Handelsplattformen im Internet gehandelt. Die meisten Fachleute erwarten nicht, dass der Realwirtschaft gravierende Konsequenzen drohen, wenn der Kurs weiter fällt. Auch die Bundesregierung sieht in den Kryptowährungen derzeit kein Stabilitätsrisiko.

„Aufgrund der geringen Marktkapitalisierung von Bitcoin und anderen KryptoToken und den bisher beschränkten Verflechtungen mit dem Finanzsektor sieht die Bundesregierung derzeit keine Risiken für die Finanzmarktstabilität“, urteilte sie in einer am Dienstag veröffentlichten Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD. „Die Bundesregierung hält es allerdings für angezeigt, die Risiken auch auf Ebene der G20 weiter zu erörtern und die Entwicklungen genau zu beobachten.“

Diese Einschätzung werde auch innerhalb der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) geteilt. Derzeit werde zudem eine nationale Risikoanalyse erstellt, die 2019 abgeschlossen sein und etwaigen Handlungsbedarf aufzeigen soll.

Hier geht es zur Seite mit dem Bitcoin-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.

Mit Material von Bloomberg.

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