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Kryptowährungen Der Hype ist vorbei – Ether-Mitgründer Lubin will bei seinem Krypto-Start-up sparen

Eines der größten Unternehmen der Krypto-Branche muss sparen. Nach dem großen Hype markiert der Pessimismus beim Start-up Consensys eine Zeitenwende.
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Viele Krypto-Start-ups haben in den vergangenen Wochen Mitarbeiter entlassen. Quelle: picture alliance / ZB
Internet-Plattform Ethereum

Viele Krypto-Start-ups haben in den vergangenen Wochen Mitarbeiter entlassen.

(Foto: picture alliance / ZB)

New YorkLange Zeit war Joseph Lubin der Mann mit den tiefen Taschen. Der Mitgründer der drittgrößten Kryptowährung Ether wurde mit der Innovation zum Milliardär und gründete 2014 das Start-up Consensys. Die Mission: Mit Beratung, Ausbildung und Investitionen in Start-ups eine Welt zu schaffen, die die Ethereum-Blockchain und die dazu passende Währung Ether in möglichst vielen Bereichen und Branchen nutzt, erklärte er im Mai im Interview mit dem Handelsblatt.

Großzügig hat der frühere Manager der Investmentbank Goldman Sachs Projekte finanziert und zu Consensys gehörenden Start-ups stabile Gehälter gezahlt, ohne harte Erfolgsmaßstäbe anzulegen. Doch damit ist Schluss. Lubin kündete am Montag die erste Sparrunde an. „Wir werden deutlich strenger werden, wenn es um Meilensteine und Zeitpläne geht“, erklärte er dem Branchendienst „Breaker“.

Erfolglose Projekte würden aufgelöst und nicht mehr durchgefüttert. Auch Stellenstreichungen wolle er nicht ausschließen, allerdings nannte er keine konkrete Größe. Eine Sprecherin wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Consensys hat die Mitarbeiterzahl in den vergangenen zwölf Monaten auf 1100 verdoppelt. Das Unternehmen aus Brooklyn besteht aus 50 verschiedenen Projekten, darunter sind eine Plattform für Musiker, eine für Supplychain-Management und eine, die Patienteninformationen im Gesundheitssektor speichert. „Wir müssen die sparsame Einstellung eines Start-ups behalten und in manchen Fällen zurückbekommen”, räumte Lubin in einer E-Mail an seine Mitarbeiter ein. „Wir befinden uns nun in einem deutlich wettbewerbsintensiveren Umfeld.“

Der Ether-Preis lag am Dienstagnachmittag bei 111 Dollar und damit rund 90 Prozent unter dem Allzeithoch vom Januar. Insidern zufolge war Consensys auch in besseren Zeiten nicht profitabel. Für Lubins Start-up, einen Vorreiter der Ethereum-Welt, ist der Sparkurs eine Zeitenwende, der die Stimmung in der Krypto-Branche insgesamt spiegelt.

Es geht nicht mehr nur ums Experimentieren. Wer es nicht schafft, ein funktionierendes Geschäftsmodell vorzulegen, der bekommt auch keine Finanzspritzen mehr. Auch andere Krypto-Start-ups haben in den vergangenen Wochen Leute entlassen. Vor einem Jahr noch erreichten Bitcoin, Ether und Co. immer neue Rekorde.

Doch seit Januar geht es abwärts. Vor allem der Druck von Regulierungsbehörden überall auf der Welt hat die virtuellen Währungen unattraktiv werden lassen.

Michael Casey, der das Massachusetts Institute of Technology in Blockchain-Fragen berät, geht von einem harten „Krypto-Winter” aus, in dem nur die erfolgreichsten Ideen überleben werden.

Einige Beobachter sehen das als eine erwartbare Konsequenz. „Innovationen gehen durch Zyklen: Der erste ist Überkonsum und Überproduktion“, sagte Mohamed El-Erian, der ökonomische Chefberater der Allianz, vergangene Woche auf einer Krypto-Konferenz in New York. Nun sei man in der Phase des Ausspülens, in der eine Reihe von Projekten scheitert. „Erst danach kommt man zu rationaleren Märkten.“

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