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Kryptowährungen Schürfen neuer Bitcoins wird unprofitabel

Die Großbanken JP Morgan und Deutsche Bank sehen neue Probleme für Kryptowährungen wie Bitcoin: ihre Produktion lohnt sich nicht mehr.
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„Blockchain-Unternehmen haben mehr Potenzial als Kryptowährungen“

FrankfurtDer Kurseinbruch vieler Kryptowährungen hat Konsequenzen jenseits der finanziellen Einbußen für ihre Besitzer. Nach einer Analyse der US-Großbank JP Morgan hat bereits der Absturz des Bitcoin unter die Marke von 6.000 Dollar dazu geführt, dass deutlich weniger neue Bitcoins geschaffen werden („Mining“).

„Das lässt vermuten, dass die Preise auf einen Punkt abgesunken sind, wo das Mining für einige Miner unprofitabel geworden ist, so dass sie ihre Anlagen abgeschaltet haben“, heißt es in dem Papier. Am Wochenende sackte der Bitcoin sogar auf weniger als 4.000 Dollar ab.

Das Mining dient dazu, Konsens über die Zahlungen bei allen Teilnehmern am Bitcoin-System herzustellen. Die Miner bekommen als Belohnung jeweils Bitcoins, ihr Aufwand sind vor allem die hohen Energiekosten für den Prozess. Daher ist es plausibel, dass bei einem Absinken der Bitcoin-Preise dieses Geschäft nicht mehr überall lohnt. Viele Miner siedeln sich ohnehin gerne in Gegenden mit niedrigen Energiepreisen, etwa in Island oder der kanadischen Provinz Quebec, an.

Während noch zu Beginn des Jahres der Bitcoin von der Marktkapitalisierung rund ein Drittel aller Kryptowährungen ausgemacht habe, liege sein Anteil inzwischen bei über der Hälfte, heißt es weiter bei JP Morgan. „Das heißt, dass andere Kryptowährungen überproportional gelitten haben“, lautet die Schlussfolgerung.

Zurückgegangen sind beim Bitcoin nicht nur die Preise und die Aktivität, sondern auch die Größe der Trankaktionen. Vor der zweiten Jahreshälfte 2017 lag der Mittelwert (Median) meist deutlich unter 500 Dollar. Dann stieg er zum Jahreswechsel auf rund 5000 Dollar und sank in der zweiten Hälfte von 2018 wieder auf unter 300 Dollar.

Eine neue Studie der Deutschen Bank beschäftigt sich unter anderem mit der Leistungsfähigkeit des Bitcoin als Zahlungsmittel. Laut dem Papier beträgt die maximale Zahl von Transaktionen rund 200.000 pro Tag. Das reiche theoretisch gerade mal aus, um eine Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern zu versorgen, sollten dort alle Zahlvorgänge mit Bitcoin abgewickelt werden.

Seit Anfang des Jahres sei zwar das so genannte Ligthning-Network in Betrieb, mit dem zusätzliche, meist kleinere Transaktionen, auf Bitcoin-Basis möglich seien. Dessen Kapazität liege aber nur bei 100 Bitcoins und damit weit unter dem Bargeldbestand einer derartigen Kleinstadt.

Zu ergänzen wäre: Der geringen Kapazität des gesamten Bitcoin-Systems steht ein Energieverbrauch gegenüber, der etwa dem von ganz Österreich entspricht.

Die Deutsche Bank bewertet die Zukunft des Bitcoin-Zahlungssystems daher ähnlich kritisch wie JP Morgan: „Während die zentralen Bezahlsysteme täglich mehrere tausend Transaktionen pro Sekunde und in Stoßzeiten auch mehrere 10.000 Transaktionen pro Sekunde abwickeln können, stoßen die dezentralisierten Kryptowährungen aktuell bei ein-, bestenfalls zweistelligen Transaktionen pro Sekunde an ihr Limit“, heißt es in der Studie.

Die Bank benennt als großes Problem der Blockchain, der Bitcoin zugrunde liegenden Software, dass die dezentrale Datenbank-Technik nur mit Mühe große Datenmengen bewältigen kann. Grund: Die Informationen müssen jeweils dezentral unter einer Vielzahl von Teilnehmern abgestimmt werden.

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