Kupferpreis Comeback von Dr. Copper

Positive Zahlen aus China sorgen für einen deutlichen Anstieg des Kupferpreises. Warum die Erholung des Industriemetalls für die Entwicklung der Weltwirtschaft hoffen lässt.
Freileitung-Telefonkabel: Ohne Kupfer läuft in vielen Bereichen nichts. Quelle: dpa
Kupferkabel

Freileitung-Telefonkabel: Ohne Kupfer läuft in vielen Bereichen nichts.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEine überraschend hohe Nachfrage aus China hat dem Kupferpreis am Mittwoch Auftrieb gegeben. Zur positiven Stimmung trugen auch ermutigende Konjunkturdaten bei. Das Industriemetall verteuerte sich um bis zu 1,9 Prozent auf 4855 Dollar je Tonne. An der Börse Schanghai stieg der Preis sogar um bis zu 4,1 Prozent auf 37.360 Yuan (5777 Dollar).

Die chinesischen Exporte stiegen im März erstmals seit Juni wieder. Gleichzeitig importierte die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft 570.000 Tonnen Kupfer - so viel wie noch nie. Im Vergleich zum Vormonat ist dies ein Plus von 35,7 Prozent. Analystin Helen Lau vom Brokerhaus Argonaut warnte aber vor überzogenen Erwartungen. „Da die Lagerbestände sehr hoch sind, könnte China zu viel importiert haben.“ Daher müsse für April insgesamt mit einem Rückgang gerechnet werden.

Der Preis für Kupfer hat eine lange Talfahrt hinter sich. Noch vor rund fünf Jahren kostete eine Tonne noch 9840 Dollar, ehe sich der Preis bis Anfang 2016 mehr als halbierte. Noch Anfang dieses Jahres markierte das Industriemetall mit 4325 Dollar ein neues Sechsjahres-Tief, ehe die Erholung startete. Lediglich während der Finanzkrise 2009 lag der Preis mit 2845 Dollar tiefer.

Gold glänzt immer noch, Gas wird zum Ladenhüter
Aluminium
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Der im Leichtbau oft verwendete Rohstoff hat zu Jahresbeginn Anlaufschwierigkeiten. Im Januar fiel der Preis zunächst von 1500 auf 1450 Dollar je Tonne. Erst Mitte Februar setzte Aluminium zur Erholung an und stieg auf fast 1580 Dollar je Tonne. Allerdings erwies sich diese Erholung nicht als nachhaltig. Zuletzt kostete die Tonne circa 1540 Dollar je Tonne und damit nur etwas mehr als zu Jahresanfang.

Preisentwicklung (seit Jahresanfang): + 2,5 Prozent*

*Stand: 4. April 2016

Kupfer
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Auch bei Kupfer purzelten zu Jahresanfang die Preise. Allerdings befand sich das Metall bereits seit Jahren im Sinkflug. Noch im Mai vergangenen Jahres lag der Preis für eine Tonne bei fast 6400 Dollar. Anfang Januar rutschte der Preis auf 4325 Dollar. Seitdem konnte sich der Kupferpreis wieder auf zwischenzeitlich über 5000 Dollar erholen. Allerdings warnt die britische Investmentbank Barclays vor einer erneuten Korrektur bei Kupfer. Die Experten rechnen damit, dass der Preis im laufenden Jahr auf unter 4000 Dollar fallen werde.

Preisentwicklung: + 2,6 Prozent

Rohöl
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Es mag überraschend, dass Rohöl zu den Rohstoff-Gewinnern zählt. Seit Jahresanfang stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent um über drei Prozent. Allerdings hat Rohöl bereits eine rasante Talfahrt hinter sich. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Preis satte 31,6 Prozent tiefer. Viele Rohstoffexperten trauen dem Treibstoff der Weltwirtschaft zudem keine schnelle Rückkehr in höhere Preisregionen zu.

Preisentwicklung: + 3,1 Prozent

Schlachtschweine
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Obwohl der Fleischkonsum, insbesondere der von Schweinefleisch, in Europa zurückgeht, sind die Preise für Schweine ("lean hogs") im laufenden Jahr angezogen.

Preisentwicklung: + 5,1 Prozent

Sojabohnen
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Bis Ende Februar erlebte der Sojabohnenpreis eine wilde Achterbahnfahrt. Der Chart sieht bis zu diesem Zeitpunkt mehr aus wie eine seismografische Erdbebenaufzeichnung als die Preisentwicklung eines Rohstoffes. Anfang März hat der Sojabohnenpreis das wilde Hin und Her beendet und ist in eine rasante Preisjagd übergangenen.

Preisentwicklung: + 6,9 Prozent

Platin
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Während Gold im laufenden Jahr eine Wiedergeburt als Krisenwährung erlebte, ließen die Investoren das Edelmetall Platin zunächst links liegen. Das führte dazu, dass die Gold-Platin-Ratio bis auf 1,31 wuchs. Vielen Anleger hielten dieses Verhältnis für zu hoch und griffen bei Platin zu.

Preisentwicklung: + 7,1 Prozent

Silber
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Ähnliches gilt für Silber. Im Schatten der glänzenden Entwicklung des Goldpreises vergaßen viele das Edelmetall. Später folgte die Kehrtwende. Im Februar zogen die Preise dann stark an. Zuletzt kostete eine Feinunze über 15 Dollar. Damit liegt der Preis allerdings im Vergleich zum Vorjahr rund 14,6 Prozent tiefer.

Preisentwicklung: + 8,6 Prozent

Kupfer gilt als weltweiter Konjunkturindikator, denn ohne das Industriemetall geht in vielen Bereichen nichts. Laut der internationalen Copper Study Group, ein Verband von Kupfer fördernden, verarbeitenden und verbrauchenden Ländern, gäbe es ohne das rote Metall kein Licht, kein Telefon, kein Auto und keinen Computer. Das Metall ist sowohl für die Herstellung von Smartphones als auch für die Produktion von Bremsbelägen notwendig.

Am Bau spielt das Metall ebenfalls eine große Rolle, rund 28 Prozent des weltweiten Kupferverbrauchs entfallen auf dieses Gewerbe. Aufgrund seiner Bedeutung als Indikator wird das Metall in der Branche auch Dr. Copper genannt.

Weil China der größte Player auf dem Kupfermarkt ist, haben auch die Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte so großen Einfluss: Der Preis für das Edelmetall zog an, weil der erste Anstieg der chinesischen Exporte seit einem dreiviertel Jahr auf eine Belebung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hoffen lässt. Die Ausfuhren wuchsen im März um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Statistik der Zollbehörde hervorgeht.

Das war das kräftigste Wachstum seit mehr als einem Jahr. Es fiel fast fünf Mal so stark aus wie von Ökonomen erwartet. Im Februar waren die Exporte noch um ein Viertel eingebrochen. „Die Zahlen mindern das akute Drohpotenzial einer harten Landung Chinas und sind ein willkommener Stimmungsaufheller für die internationalen Finanzmärkte“, sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze.

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