Kursrally Ripple macht Ethereum den Rang als zweitgrößte Kryptowährung streitig

Das von Großbanken bevorzugte Netzwerk Ripple war lange die Nummer drei unter den Kryptowährungen. Ein neues Produkt von Ripple Labs könnte das ändern.
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Physische Darstellungen von Ripple, Bitcoin, Ethereum und Litecoin. Ripple steig am Freitag kurzfristig zur Nummer zwei der Kryptowährungen auf. Quelle: Reuters
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Physische Darstellungen von Ripple, Bitcoin, Ethereum und Litecoin. Ripple steig am Freitag kurzfristig zur Nummer zwei der Kryptowährungen auf.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie über lange Zeit drittgrößte Kryptowährung Ripple hat am Freitag eine erstaunliche Kursrally hingelegt. Kurzzeitig löste Ripple sogar Ethereum als die nach dem Bitcoin zweitgrößte virtuelle Währung ab.

Laut Daten des Analysehauses Coinmarketcap überstieg der Preis einer Ripple-Einheit (auch XRP genannt) am späten Nachmittag die Marke von 0,76 Dollar und lag damit rund 70 Prozent im Plus.

Mit einer Marktkapitalisierung von in der Spitze 30 Milliarden Dollar überholte Ripple zwischenzeitlich Ethereum (23,3 Milliarden Dollar), fiel zuletzt jedoch wieder zurück. Um zur Marktkapitalisierung des Bitcoins (116 Milliarden Dollar) aufzuschließen, reicht der jüngste Aufwärtstrend jedoch noch lange nicht aus.

In der Kryptoszene wird heiß über den Kursanstieg diskutiert. Die ersten Ripple-Fans hoffen bereits auf einen Phantasiekurs im dreistelligen Dollarbereich bis zum Jahresende. Der Boom zog am Freitag auch alle anderen großen virtuellen Münzen nach oben. So notierte Bitcoin rund vier Prozent höher, Ethereum legte acht Prozent zu, Litecoin rund sechs Prozent.

Auslöser des Kursanstiegs war die Meldung, dass ein neues Produkt der hinter Ripple stehenden Firma Ripple Labs früher als geplant an den Start geht.

Diese ist schon heute der bevorzugte Partner von 120 Banken, die mit Hilfe der Firma interne Zahlungen über Kontinente hinweg beschleunigen. Zum Einsatz kommt dabei das Transaktionssystem xCurrent. Es basiert auf Ripples Blockchaintechnik, die die Buchhaltung vereinfacht und Transaktionen beschleunigt. Bisher werden von den Banken ganz klassisch Euro, Dollar und andere Landeswährungen überwiesen. Das soll sich nun ändern.

Im Zentrum des Plans steht das neue Produkt xRapid, ein Zahlungssystem auf Kryptowährungsbasis. Dieses stehe kurz vor der Markteinführung, bereits in einem Monat gebe es positive Nachrichten, hatte Ripple-Manager Sagar Sarbhai erklärt. xRapid soll schaffen, was die Firma Ripple seit ihrer Gründung verspricht – und was Krypto-Anleger träumen lässt: Die von Ripple entwickelte Währung XRP, die jetzt die Kursrally hingelegt hat, soll für kurze Zeiträume als eine Art Zwischenwährung für Interbanken-Zahlungen verwendet werden.

Vor allem Finanzinstitute in Schwellenländern sollen davon profitieren. Diese haben aktuell hohe Liquiditätskosten, da sie langsame internationale Transaktionen in der jeweiligen Landeswährung vorfinanzieren müssen. Mit blitzschnellen Überweisungen auf XRP-Basis könnten diese Kosten deutlich sinken.

Ripple Labs mit Hauptsitz in San Francisco zielt damit vor allem auf einen Konkurrenten: das zentralisierte weltweite Zahlungssystem Swift, das von einer belgischen Gesellschaft betrieben wird und bisher praktisch alle Interbanken-Zahlungen abwickelt.

Ob Ripple aber tatsächlich Swift Konkurrenz machen kann, muss sich erst noch zeigen. Mit Swift arbeiten 11.000 Banken rund um den Globus zusammen. Ripples neues System xRapid testen bisher zehn Geldhäuser.

Sollten sich die vollmundigen Ankündigungen nicht bewahrheiten, könnte es mit dem Kursfeuerwerk bei Ripples Hauswährung XRP schnell wieder vorbei sein.

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