„Money Conf“ in Dublin Kryptowelt rechnet mit baldigem Siegeszug von Blockchain und Co.

Die Digitalwährungs-Branche zeigt sich beim Klassentreffen in Dublin erstaunlich kritikresistent. Kurseinbrüche und Skandale lassen Krypto-Jünger kalt.
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Die jüngsten Negativschlagzeilen scheinen die Branche nicht zu beeindrucken. Quelle: Sportsfile
„MoneyConf“ in Dublin

Die jüngsten Negativschlagzeilen scheinen die Branche nicht zu beeindrucken.

(Foto: Sportsfile)

DublinKrise, welche Krise? Auf dem diesjährigen Klassentreffen der Kryptobranche, der „Money Conf“, ist von den vergangenen harten Monaten wenig zu spüren. Einbrüche bei Bitcoin-Börsen, Betrugsfälle bei virtuellen Börsengängen, kritisch agierende Aufseher – die jüngsten Hiobsbotschaften irritieren in Dublin kaum.

Sarah Friar, Finanzvorstand bei Square, dem schnell wachsenden US-Zahlungsnetzwerk, stellt zur Eröffnung klar, dass man nicht zurückschauen wolle. Zu viel Potenzial liege in der kommenden Disruption. „Ob im Handel, in der Medienbranche, überall ist die Digitalisierung schon angekommen. Nur die Finanzbranche wurde noch nicht umgewälzt.“

Stattdessen säßen die Banken träge auf dem größten Schatz des digitalen Zeitalters: Daten. „Mein Zahlungsdienstleister könnte wissen, dass ich jeden Morgen zwischen sieben und acht Uhr einen extraheißen Kaffee bestelle. Warum nutzt er das nicht?“, fragt Friar unter Applaus.

Rund 5.000 Teilnehmer aus 80 Ländern sind angemeldet, viele rechnen mit dem baldigen Siegeszug der Digitaltechnologie Blockchain und Co. Gerade Europa habe einen riesigen Nachholbedarf, sagt Reetika Grewal von der Silicon Valley Bank (SVB), die vor Kurzem eine Dependance in Frankfurt eröffnet hat. Der europäische Markt sei aufgrund der gemeinsamen Währung riesig, international hoch vernetzt. Vor allem in Deutschland gebe es viele vielversprechende Gründer.

Mit Ausnahme der SVB erkennt man die Vertreter der klassischen Finanzindustrie in Dublin nur am Namensschild. Auf große Stände haben Institute wie Deutsche Bank, Société Générale und ING verzichtet, sie haben dafür ihre Fintech-Experten geschickt.

Selbstkritik ist in Dublin selten. Austin Alexander von der großen US-Börse Kraken etwa glaubt nicht, dass die jüngsten Skandale den Ruf der Branche beschädigt haben. „Die klügsten Köpfe bewerben sich längst bei uns. An der Wall Street regieren die grauen Haare.“ Und Ethereum-Mitgründer Joseph Lubin sieht positive Signale der US-Aufsicht SEC, von ihrem allzu harschen Kurs abzurücken.

Nur David Schwartz, Chefkryptograf bei Ripple, dem Netzwerk, das gezielt mit der klassischen Finanzindustrie zusammenarbeitet, gibt sich selbstkritisch. Bei ICOs rechnet er mit massenhaften Verlusten für Investoren. Und auch sonst mangele es in Dublin an Realismus. „Die Branche ist immer noch unreif. Der massenhafte Einsatz der versprochenen Innovationen steht aus.“

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