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Mutmaßlicher Anlegerskandal Lothar Matthäus und Patrick Kluivert distanzieren sich von dubiosem Goldhändler Karatbars

Die beiden Fußballstars waren Gäste auf einem Karatbars-Event in Amsterdam. Nach dem Einschreiten der Finanzaufsicht gehen sie auf Abstand zur Firma.
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Der Karatbars-Chef hat Fußballlegende Lothar Matthäus nach Amsterdam einfliegen lassen. Quelle: Karatbars International GmbH
Nähe zur Prominenz

Der Karatbars-Chef hat Fußballlegende Lothar Matthäus nach Amsterdam einfliegen lassen.

(Foto: Karatbars International GmbH)

Frankfurt, Berlin Noch vor wenigen Wochen standen die ehemaligen Spitzenfußballer Lothar Matthäus und Patrick Kluivert mit dem Karatbars-Chef Harald Seiz auf der Bühne. Der Goldhändler hatte die Stargäste nach Amsterdam eingeladen, damit sie für seine angeblich goldgedeckte Kryptowährung Werbung machen.

Kluivert, ehemaliger Stürmer des FC Barcelona, sagte: „Das wird sehr groß. Karatbars und der Kryptocoin ist die Zukunft. Ich hoffe jeder schließt sich dieser Plattform an.“ DFB-Rekordspieler Matthäus sagte in dem via Youtube verbreiteten Video von dem Karatbars-Werbeevent: „Das Wichtigste ist, dass du daran glaubst.“

Doch am Montag haben die Finanzaufsichtsbehörden in mehreren Ländern den Stecker beim „Karatgold Coin“ (KBC) gezogen.

Die Bafin warf Seiz vor, über eine Stiftung in Belize ohne Genehmigung elektronisches Geld in Deutschland ausgegeben zu haben. Die Behörde forderte, das Geschäft unverzüglich abzuwickeln.

Die südafrikanische Aufsichtsbehörde FSCA veröffentlichte am gleichen Tag eine Produktwarnung zu Karatbars. Angeblich sammelte der 56-Jährige damit bei Anlegern 100 Millionen Euro ein. Das Handelsblatt berichtete am Montag ausführlich über das, was Seiz seinen Anlegern ankündigte – und was davon einer Überprüfung standhielt.

Aussagen aus dem Kontext gerissen

Nun wollen auch die ehemaligen Profikicker nichts mehr mit dem Stuttgarter Goldhändler zu tun haben. Matthäus fühlt sich offenbar von Karatbars falsch dargestellt. In dem Video-Ausschnitt klingt es so, als spreche er über die Pläne und Visionen von Firmenchef Seiz.

Doch die Gesprächspassage sei aus dem Kontext gerissen, sagte am Mittwoch ein Sprecher von Lothar Matthäus der britischen Zeitung „Guardian“. „Er sprach an dieser Stelle über seinen Kampf nach dem Kreuzbandriss in 1991 in den Fußball zurückzukehren, er unterstützte damit nicht Produkte von Karatbars“, kommentierte der Sprecher.

Matthäus legte zudem Wert auf die Feststellung, dass er vor der Anfrage zu dem Auftritt in Amsterdam Karatbars-Chef Seiz überhaupt nicht kannte. Ein Routinecheck, der vor allen Matthäus-Auftritten stattfindet, hätte keine Warnhinweise ergeben.

Der niederländischer Stürmerstar Kluivert wird in dem Video zusammen mit Roberto Carlos, brasilianischer Weltmeister von 2002, auf die Bühne gerufen. Der Moderator führt die Star-Kicker mit den Worten ein: „Sie vertrauen auf unsere Technologie.“

Kluivert bestritt gegenüber der niederländischen Zeitung „Het Financieele Dagblad“, ein Botschafter der Stuttgarter Firma zu sein. Er habe weder eine Geschäftsbeziehungen zu Seiz noch Geld in die Digitalwährung investiert.

„Ich wurde von einem Fußballfreund aus Spanien als Gast für eine private Veranstaltung in Amsterdam eingeladen“, sagte Kluivert, der zurzeit als Direktor der legendären Jugendakademie des FC Barcelona arbeitet. „Ich habe mich vor dem Event online informiert, aber keine negativen Botschaften gesehen.“

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Konter via Facebook

Unternehmer Seiz reagierte auf die Berichterstattung des Handelsblatts mit einer Stellungnahme auf der Facebook-Seite von Karatbars: Durch Karatbars und seine Produkte sei nie ein Kunde oder Partner geschädigt worden, versicherte er. „Uns ist von offiziellen Ermittlungen nichts bekannt. Wir sind vollkommen transparent. Wir haben nichts zu verbergen.“ Mit den Behörden kooperiere Karatbars „selbstverständlich“ und „vollumfänglich“.

Allerdings hatte Seiz zuvor dem Handelsblatt gesagt, die Bafin-Anordnung nicht umsetzen zu wollen. „Niemand kann hier einen KBC rückabwickeln.“ Die Coins hätten in Deutschland lediglich als Bonus anderen Karatbars-Produkten beigelegen. Das Ausland gehe die Bafin nichts an: „Die können doch nicht über die ganze Welt entscheiden.“

Fotos mit Promis gehören zu Seiz’ Inszenierung in den sozialen Medien ebenso dazu wie schnelle Autos. Bilder bei Instagram zeigen ihn mit den Hollywood-Schauspielerinnen Charlize Theron und Sharon Stone, Box-Legende Axel Schulz oder Sänger Marc Terenzi.

Mehr: Möglicher Anlegerskandal um Karatbars: Augen auf beim Goldkauf

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1 Kommentar zu "Mutmaßlicher Anlegerskandal: Lothar Matthäus und Patrick Kluivert distanzieren sich von dubiosem Goldhändler Karatbars"

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  • Ichmeine, dass Stars eine Verantwortung tragen wofür sie auf der Bühne stehen. Im Nachhinein zu behaupten von nichts gewusst zu haben ist ein armseliges Zeugnis.