Neue Währung „Bitcoin Cash“ Heute kommt die Bitcoin-Spaltung

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Was Anleger jetzt tun müssen

Was ist eine Kryptowährung?

Was ist eine Kryptowährung?

Wer bereits heute in Bitcoin investiert hat, besitzt in Kürze auch Bitcoin Cash. Da die Blockchains bis zum Zeitpunkt der Aufspaltung identisch sind, kommt Bitcoin Cash im Verhältnis 1:1 zu den vorhandenen Bitcoin-Münzen hinzu. Wer heute zehn Bitcoins besitzt, erhält theoretisch zehn Bitcoins Cash obendrauf – wenn er seine Bitcoins in der eigenen digitalen Brieftasche (der sogenannten Wallet) gespeichert hat. Wann mit der neuen Währung allerdings gehandelt werden kann, steht noch nicht fest.

Wer auf das Bitcoin-Cash-Guthaben zugreifen will, kommt um etwas Arbeit nicht herum. Nutzer müssen abklären, ob die eigene Wallet oder der Onlinedienst, der die Münzen aufbewahrt, die neue Währung unterstützen. Die großen Wallet-Anbieter Trezor und Ledger haben das bereits bestätigt. Auch der deutsche Marktplatz Bitcoin.de hat angekündigt, die neue Währung den aktuellen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Über einen möglichen Handel mit Bitcoin Cash soll später entschieden werden.

Andere beliebte Onlinedienste haben hingegen erklärt, Bitcoin Cash nicht zu unterstützen, darunter die US-Firma Coinbase, der deutsche Anbieter Wallet Electrum sowie die Börsen Bitmex aus Hongkong und Bitstamp aus Großbritannien. Auch die professionellen Händler sind somit Teil des Bürgerkriegs geworden.

Für Krypto-Einsteiger gilt der Rat, sich von den aktuellen Entwicklungen nicht verunsichern zu lassen. Um sicherzugehen, sollten im Verlauf des Dienstags keine Transaktionen mehr durchgeführt werden. Sollte eine Bitcoin-Überweisung unumgänglich sein, so sollten Anleger sechs Bestätigungen abwarten statt der üblichen zwei, um sicherzugehen, dass das Netzwerk die Transaktion richtig bearbeitet hat. Ansonsten gilt: Füße stillhalten und auf den Abschluss der Abspaltung warten.

In Japan, das den Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt hat und wo besonders viele Nutzer leben, haben zahlreiche Händler bereits angekündigt, den Handel auf ihren Plattformen zeitweilig auszusetzen. Zu groß sei die Gefahr, dass es zu technischen Instabilitäten komme und Bitcoins verloren gingen, meldet die Nachrichtenagentur Nikkei. Unter den vorsichtigen Anbietern sind die großen Portale Bitbank sowie Minnano Bitcoin, und auch BITPoint Japan plant eine Handelsunterbrechung.

Warum kommt es angesichts der vielen Probleme überhaupt zur Spaltung der Währung? Befürworter von Bitcoin Cash führen an, das zukunftsträchtigere und schnellere System gefunden zu haben. Beobachter wie der Kieler Internetunternehmer Darius Karampoor, Bitcoin-Investor der ersten Stunde, sehen aber noch einen anderen Vorteil in der bevorstehenden Abspaltung. Zumindest in der Theorie könne es immer noch dazu kommen, dass die von der übergroßen Mehrheit vereinbarte Reform des Bitcoin-Programmcodes in den kommenden drei Monaten scheitere. „Dann hätte man mit Bitcoin Cash eine Alternative parat“, erklärt Karampoor. „Der Kurs dürfte in diesem Fall stark steigen, und die Befürworter der Abspaltung, die früh in Bitcoin Cash investiert haben, könnten einen großen Gewinn einstreichen.“

Dass es so kommt, ist aber weniger wahrscheinlich. Zu groß ist schon heute die Unterstützung innerhalb der Gemeinde für den Kompromissvorschlag und die Code-Reform Segwit2x. So glaubt auch der erste Bitcoin-Multimillionär der Welt, Roger Ver, der heute Rechennetzwerke für japanische Bitcoin-Miner vermietet, nicht an den dauerhaften Erfolg der Alternativwährungen. Die meisten Abspaltungen würden in wenigen Stunden sterben, prognostiziert der gebürtige Kalifornier.

Klar ist: Die Kryptoszene hat Erfahrung mit Abspaltungen. 2016 kam es zur Aufspaltung der zweitgrößten Digitalwährung, Ethereum. Die erfolgreichere, schlicht Ethereum genannt, hat heute eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Dollar. In den Konkurrenten, Ethereum Classic, ist nur ein Bruchteil der Summe investiert: 1,3 Milliarden Dollar.

Der Ausgang des dortigen Bürgerkriegs zeigt laut Beobachtern, was auch im Fall des Bitcoins geschehen könnte. „Analog ist zu erwarten, dass Bitcoin Cash weiterbestehen wird, aber mit einem deutlich niedrigeren Kurs als Bitcoin“, sagt etwa Sven Korschinowski, Digitalbanking-Experte beim Beratungshaus KPMG. Am Dienstagnachmittag wurde ein Bitcoin-Cash-Kurs von mehr als 300 Dollar erwartet.

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1 Kommentar zu "Neue Währung „Bitcoin Cash“: Heute kommt die Bitcoin-Spaltung"

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  • Ist doch wunderbar: ein friedlicher (!!) marktwirtschaftlicher Wettstreit um das BESTE Privatgeld. Man kann jetzt mitspekulieren oder - wem das zu riskant ist - einfach abwarten, welche Kryptowährungen sich letztendlich durchsetzen werden.
    Bei den Zentralbanken mit den staatlichen Monopolwährungen haben wir dagegen einen "Abwertungswettlauf": welche gibt die SCHLECHTESTE Währung heraus.
    Friedrich August von Hayek (Gott hab ihn selig!!!) würde sich wie ein kleines Kind über diesen Wettbewerb freuen: als er sein visionäres Meisterwerk "Denationalisation of Money" ("Entnationalisierung des Geldes") schrieb, konnte er nämlich noch nichts von der revolutionären Blockchain-Technologie ahnen...

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