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Nigeria, Saudi-Arabien, Russland Der unklare Kampf gegen die Ölschwemme

Einige Ölstaaten hatten angekündigt, die Produktion angesichts gefallener Preise nicht auszuweiten. Doch die Übereinkunft ist noch nicht umgesetzt – und ihre Wirkung unklar. Dabei ist der niedrige Ölpreis „ein Fluch“.
21.02.2016 - 16:21 Uhr
Per Shuttle-Diplomatie verhandeln Ölstaaten über eine Produktionsbegrenzung. Quelle: dpa
Ölfeld in Saudi-Arabien

Per Shuttle-Diplomatie verhandeln Ölstaaten über eine Produktionsbegrenzung.

(Foto: dpa)

Frankfurt Nigeria zeigt sich geneigt, sich einer von Russland und Saudi-Arabien angestoßenen Initiative anzuschließen. Der afrikanische Ölexporteur begrüßt den Vorstoß der Länder, die Produktion auf dem Niveau von Januar einzufrieren. Gleichzeitig ist Nigeria offenbar bereit, Ausnahmen für Irak und Iran zu akzeptieren.

„Länder wie Iran und Irak waren eine Weile aus dem Markt und wenn sie jetzt zurückkommen, sollte man ihre Produktion nicht auf dem jetzigen Niveau einfrieren – und wenn, dann nur auf einem höheren Level“, so der nigerianische Ölminister Emmanuel Kachikwu am Sonntag im katarischen Doha.

Russland und Saudi-Arabien hatten gemeinsam mit Venezuela und Katar die Produktionsbegrenzung Anfang der Woche beschlossen – vorbehaltlich einer Zustimmung weiterer Länder. Nigeria zeigt jetzt, dass Interesse daran auch jenseits dieser Vierer-Allianz besteht. Alle Ölförderer kämpfen mit den teilweise drastischen Folgen eines rasant gefallenen Ölpreises. Staatshaushalte sind deswegen gefährdet und Verkäufe von Staatsunternehmen auf die Agenda gesetzt.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

(Foto: AFP)
Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

(Foto: AFP)
Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

(Foto: Reuters)
Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

(Foto: Reuters)
China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

(Foto: dpa)
China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

(Foto: Reuters)
Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

(Foto: Reuters)

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