Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Öl Drohnen-Attacke auf Saudi-Arabien lässt Ölpreise steigen

Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten heizen die Sorgen vor einem Angebotsengpass an. Experten halten Ölpreise von mehr als 80 Dollar für möglich.
Update: 14.05.2019 - 18:09 Uhr Kommentieren
Schon jetzt ist der Rohstoff an den Weltmärkten knapp, wie der Handel an den Terminbörsen zeigt. Quelle: Bloomberg
Ölpipelines in Saudi-Arabien

Schon jetzt ist der Rohstoff an den Weltmärkten knapp, wie der Handel an den Terminbörsen zeigt.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Berichte über Drohnen-Angriffe auf eine Öl-Pipeline in Saudi-Arabien haben die Ölpreise am Dienstag in die Höhe schnellen lassen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am späten Nachmittag 71,22 US-Dollar. Das waren 99 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 83 Cent auf 61,88 Dollar.

Der saudische Energieminister Khalid al-Falih betonte zwar, dass die Ölproduktion des Landes durch den Angriff nicht gestört werde. Doch der Angriff, der Saudi Arabien dazu gezwungen hat, die wichtige Ost-West-Pipeline still zu legen, heizt die Sorgen vor einem kurzfristigen Öl-Engpass weiter an.

Schon jetzt ist der Rohstoff an den Weltmärkten knapp, wie der Handel an den Terminbörsen zeigt. Öl zur Lieferung im August ist aktuell rund einen Dollar billiger als Öl zur Lieferung im Juli – und das ist bemerkenswert.

Denn die Lagerung von Öl kostet Geld, daher ist es eigentlich üblich, dass Lieferungen zu einem späteren Termin teurer sind als tagesaktuell gehandeltes Öl.

Zudem kam es unlängst im Golf von Oman zu mehreren mysteriösen Angriffen oder Sabotageakten auf Rohöltanker. Die ölreiche Golfregion steht wegen des Atomstreits zwischen den USA und Iran seit längerem im Fokus.

Genährt werden die Sorgen vor einem knappen Ölangebot zusätzlich durch Daten, die das Ölförderkartell Opec am Dienstag veröffentlich hat. Demnach haben die Opec-Mitglieder ihre Produktion im März im Vergleich zum Vormonat um mehr als 500.000 Barrel gedrosselt. Am stärksten haben demnach Saudi-Arabien, Libyen und Venezuela ihre Förderung reduziert.

Zudem scheinen auch die Ölexporteure, die nicht in der Opec organisiert sind, den Wegfall der Ölproduktion nicht vollständig ausgleichen zu können. Für das erste Quartal 2019 hat die Opec ihre Schätzungen für das Ölangebot außerhalb der Opec leicht nach unten korrigiert.

Angesichts der angespannten Lage am Ölmarkt erwartet Max Holzer, Rohstoffexperte beim Vermögensverwalter Union Investment, dass der Ölpreise weiter steigen. „Sollte es zu weiteren unerwarteten Angebotsausfällen kommen, ist ein kurzzeitiger Ölpreisausbruch möglich“, sagt er. „Die Höchststände aus dem vergangenen Jahr von rund 85 US-Dollar je Fass der Sorte Brent könnten übertroffen werden.“

Ein rasanter Ölpreisanstieg hätte aus Sicht von Holzer gravierende Folgen: „Dieses Szenario wäre sehr schädlich für die sich zaghaft erholende Weltwirtschaft. Die schnell steigenden Preise würden einige Länder und Industrien, die Öl benötigen, stark belasten.“

Druck auf die Ölpreise kommt dagegen von der Nachfrageseite. Angesichts des immer härter geführten Wirtschaftskonflikts zwischen den USA und China sorgen sich Fachleute um eine Abkühlung der Weltwirtschaft. Das könnte den Ölbedarf sinken lassen. Holzer erwartet daher, dass die Ölpreise in der zweiten Jahreshälfte wieder sinken dürften.

Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Öl - Drohnen-Attacke auf Saudi-Arabien lässt Ölpreise steigen

0 Kommentare zu "Öl: Drohnen-Attacke auf Saudi-Arabien lässt Ölpreise steigen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote