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Öl Russlands kündigt Treffen erdölfördernder Länder an

Die Ölpreise scheinen sich zu stabilisieren. Da wirkt Russlands Ankündigung eines weiteren Treffens wie ein neuer Katalysator. Die richtungsweisenden Sorten Brent und WTI verteuern sich weiter.
Update: 04.03.2016 - 16:46 Uhr
Arbeiter stehen auf einer Erdgas- und Erdölförderplattform in der Nordsee vor der norwegischen Küste. Quelle: dpa
Ölförderung vor Norwegen

Arbeiter stehen auf einer Erdgas- und Erdölförderplattform in der Nordsee vor der norwegischen Küste.

(Foto: dpa)

Moskau Im Bemühen um stabilere Ölpreise rückt ein Treffen Russlands mit anderen wichtigen Förderstaaten näher. Derzeit würden Termine zwischen dem 20. März und dem 1. April diskutiert, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak am Freitag dem TV-Sender Rossija-24. Als Orte kämen die österreichische Hauptstadt Wien oder Doha, die Hauptstadt von Katar, infrage – ebenso wie eine namentlich nicht genannte Stadt in Russland.

Medien hatten über St. Petersburg spekuliert. Teilnehmen sollten außer Vertretern der Organisation ölexportierender Länder (Opec) die früheren Sowjetrepubliken Kasachstan und Aserbaidschan. Russland selbst ist allerdings kein Mitglied des Opec-Kartells.

Die Meldung hat dem Ölpreis Auftrieb verschafft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai verteuerte sich am Freitag um ein 1,2 Prozent auf 37,50 Dollar. Der Preis für ein Fass des amerikanischen Leichtöls WTI kletterte ebenfalls, um 43 Cent auf glatt 35 Dollar.

Der russische Energieminister Nowak kündigte zudem einen zeitnahen Besuch im Iran an. Teheran sträubt sich bisher gegen von Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela vorgeschlagene Beschränkungen der Ölförderung und will nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen wieder mehr Öl exportieren. Einen Termin für den Besuch gebe es aber noch nicht.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

(Foto: AFP)
Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

(Foto: AFP)
Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

(Foto: Reuters)
Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

(Foto: Reuters)
China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

(Foto: dpa)
China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

(Foto: Reuters)
Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

(Foto: Reuters)

Russland verspricht sich von der geplanten Zusammenkunft mit anderen rohstoffabhängigen Staaten stabilere Preise durch entsprechende Absprachen. Präsident Wladimir Putin hatte am Dienstag erklärt, russische Erdölfirmen wollten ihre Produktion in diesem Jahr nicht steigern. Derzeit durchlebt das Land eine Wirtschaftskrise - auch bedingt durch westliche Sanktionen und fallende Rohstoffpreise.

Obwohl sich an der grundsätzlichen Lage am Ölmarkt wenig geändert hat, sind die Rohölpreise seit Mitte Februar im Trend gestiegen. Allerdings waren sie in den Monaten zuvor auch so stark wie selten davor abgestürzt. Fachleute sprechen derzeit von einer Stabilisierung und der Möglichkeit, dass der rapide Preisverfall beendet sein könnte.

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  • dpa
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