Öl-Treffen in Doha Keine Einigung zwischen Förderstaaten in Sicht

Saudi-Arabien, Katar, Venezuela und Russland sind dabei – doch der Iran weigert sich weiterhin, über eine Drosselung der Öl-Produktion auch nur zu sprechen. Droht das Treffen der Ölförderstaaten in Doha zu scheitern?
Wegen der niedrigen Preise wollen führende Ölproduzenten ihren Ausstoß drosseln – doch nicht alle wollen mitmachen. Quelle: dpa
Erdölförderung

Wegen der niedrigen Preise wollen führende Ölproduzenten ihren Ausstoß drosseln – doch nicht alle wollen mitmachen.

(Foto: dpa)

Doha/DubaiVor dem Treffen wichtiger Ölproduzenten am Sonntag in Doha stehen die Zeichen nicht auf Einigung. Zwei mit der Situation vertraute Personen sagten Reuters am Samstag, der Iran werde an den Beratungen zur Deckelung der Produktion nicht teilnehmen. Das Land sei darüber informiert worden, dass nur Staaten anreisen sollten, die gewillt seien, an einer Lösung mitzuarbeiten. Wegen des riesigen Überangebots ist der Ölpreis seit Mitte 2014 massiv gefallen.

Der Iran hat bislang betont, er würde eine Deckelung der Ölförderung begrüßen, sich selbst aber nicht daran beteiligen. Nachdem die meisten Sanktionen wegen des jahrelangen Atomstreits gegen die Islamische Republik gerade aufgehoben wurden, will das Land zunächst seinen Marktanteil wieder ausbauen. Analysten zufolge steht dies einer Stabilisierung des Marktes entgegen.

Saudi-Arabien, Katar, Venezuela und Russland hatten sich im Februar vorläufig darauf verständigt, die Ölförderung auf dem Januar-Niveau einzufrieren. Allerdings machen sie dies davon abhängig, dass sich weitere Exporteure dem anschließen. In Doha sollen weitere Unterstützer gefunden werden.

Diese Männer wollen den Ölpreis bestimmen
Treffen der Opec
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Treffen der Opec in Istanbul. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden die Fördermenge gerne begrenzen. Im September 2016 hatte das Ölkartell auch einen entsprechenden Plan verkündet. Passiert ist seitdem aber wenig. Die Skepsis wächst, dass es überhaupt zu einem Abkommen kommt. Diese Männer ringen um eine Einigung.

Saudi-Arabien
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Khalid al-Falih ist seit Mai 2016 Ölminister von Saudi-Arabien – und damit ein mächtiger Mann. Sein Land ist der wichtigste Akteur im Ölgeschäft. Doch auch den Scheichs macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 158 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 266 Milliarden Barrel

Venezuela
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Der venezolanische Öl- und Bergbauminiser Eulogio del Pino. Vor einigen Jahren überholte Venezuela Saudi-Arabien, was die größten Öl-Reserven der Welt angeht.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 36 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 301 Milliarden Barrel

Die folgenden Teilnehmer des OPEC-Treffens sind nach den Öl-Reserven ihrer Heimatländer sortiert. Quelle: OPEC

Iran
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Der iranische Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh. Im Handelsblatt-Interview hatte er schon früh die Position seines Landes deutlich gemacht, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben sind: „Wir wollen schrankenlos Öl und Gas exportieren“

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 27 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 158 Milliarden Barrel

Irak
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Adil Abd Al-Mahdi war bis 2016 irakische Ölminister. Auf ihn folgte Jabbar Ali Hussein Al-Luiebi.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 54 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 143 Milliarden Barrel

Kuwait
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Der Finanz- und Ölminister Kuwaits: Anas Khaled Al-Saleh.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 49 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 101 Milliarden Barrel

Vereinige Arabische Emirate
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Der Energie- und Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed Al-Mazrouei.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 52 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 98 Milliarden Barrel

Kronprinz Mohammed bin Salman sagte der Finanzagentur Bloomberg, Saudi-Arabien sei nur bereit, seine Förderung einzufrieren, wenn alle großen Ölländer mitzögen, auch der Iran. Der weltgrößte Ölproduzent könne sein Volumen bei rund 10,3 bis 10,4 Millionen Fass pro Tag einfrieren. Das Königreich könne seine Kapazität aber auch schnell bis auf 11,5 Millionen Barrel pro Tag hochfahren, in einigen Monaten sogar auf bis zu 12,5 Millionen. „Ich sage nicht, dass wir mehr produzieren sollten, aber wir könnten mehr produzieren.“

  • rtr
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