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Öl und Opec Ein Kartell unter Zeitdruck

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Die Schieferölproduzenten überraschen – schon wieder
Die zehn ölhungrigsten Länder der Welt
Platz 10: Kanada
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Auf dem letzten Platz der weltweit zehn größten Ölnachfrager liegt Kanada mit 2,4 Millionen Barrel Öl pro Tag in 2016. In den folgenden Jahren wird mit einer sinkenden Nachfrage gerechnet. Für 2022 liegt diese nur noch bei 2,3 Millionen Barrel Öl pro Tag.

Quelle: „Oil 2017“-Bericht der Internationalen Energie-Agentur.

(Foto: dpa)
Platz 9: Südkorea
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Südkorea fragte im Jahr 2016 2,6 Millionen Barrel Öl pro Tag nach. Damit landet das Land auf Platz 9 der weltweit größten Ölnachfrager. In den Folgejahren steigt die Nachfrage laut der Voraussage der Internationalen Energie-Agentur auf 2,7 Millionen Barrel Öl.

(Foto: dpa)
Platz 8: Saudi-Arabien
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Saudi-Arabien, das selbst große Mengen des Schwarzen Goldes fördert, liegt mit 3,2 Millionen Barrel Öl pro Tag auf dem achten Platz der weltweiten Ölnachfrager. Das könnte sich in Zukunft ändern, denn bis 2022 wird die Nachfrage auf 3,4 Millionen Barrel geschätzt.

(Foto: dpa)
Platz 7: Brasilien
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Brasilien liegt mit einer Erdölnachfrage von 3,1 Millionen Barrel pro Tag auf dem siebten Platz. Doch auch hier ist mit einer höheren Nachfrage in den Folgejahren zu rechnen: 2022 liegt die geschätzte Nachfrage schon bei 3,3 Millionen Barrel Öl.

(Foto: dpa)
Platz 6: Russland
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Russland liegt im Jahr 2016 noch auf Platz 6 der größten Erdölnachfrager mit durchschnittlich 3,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. 2017 erhöht sich die Nachfrage, sodass Russland mit durchschnittlich 3,7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag den sechsten Platz verteidigt.

(Foto: dpa)
Platz 5: Indien
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Indien fragt in den nächsten Jahren immer mehr Öl nach. 2016 liegt die Nachfrage noch bei 4,3 Millionen Barrel Öl pro Tag, 2017 werden schon 4,5 Millionen Barrel nachgefragt und 2022 noch mal mehr – 5,9 Millionen Barrel.

(Foto: dpa)
Platz 4: Japan
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Bei einer Nachfrage von 4,0 Millionen Barrel Öl pro Tag liegt Japan auf dem vierten Platz. Die Nachfrage sinkt im Jahr 2017 voraussichtlich auf 3,9 Millionen Barrel und bis 2022 auf 3,6 Millionen Barrrel Öl pro Tag.

(Foto: dpa)

Für die Analysten der Commerzbank kommt die Ankündigung wenig überraschend. Bereits am Freitag bemerkten sie, dass die Opec zu einer Verlängerung „verdammt“ sei. Das Dilemma der Opec bleiben die USA. In dem Land ist die Ölförderung seit Ende November um mehr als 600.000 Barrel gestiegen – viel schneller, als es das Kartell vermutet hätte. In ihrem vergangene Woche veröffentlichten Monatsbericht korrigierte die Opec daher ihre Prognose für das Wachstum des Nicht-Opec-Angebots um fast 400.000 auf 950.000 Barrel pro Tag nach oben.

Ihre Prognose für Schieferöl aus den USA droht dabei noch deutlich zu gering zu sein. Während die Opec mit 600.000 Barrel in diesem Jahr kalkuliert, reichen Schätzungen von Experten bis hin zu einer Million. HSH Nordbank-Analyst Jan Edelmann glaubt, dass die Fördersteigerungen in den USA noch nicht einmal das Opec-Abkommen widerspiegeln. Schließlich brauche auch Schieferöl ein viertel bis ein halbes Jahr von der Investmententscheidung bis zur Produktion. Die jüngsten Fördergewinne in den USA stammten vermutlich aus der Zeit zwischen Juni und September 2016. Damals kletterte der Preis erstmals im vergangenen Jahr über 50 Dollar. Das heißt: Der Rohstoff aus neuen Schieferölquellen, die dank der steigenden Preise nach dem Kürzungsabkommen erschlossen wurden, könnte erst in den kommenden Wochen und Monaten auf den Markt kommen – und so das US-Angebot weiter ausweiten.

Das Problem ist offensichtlich: Große Teile der Förderkürzung werden vom Angebot der Nicht-Opec-Mitglieder aufgewogen. Hinzu kommt, das einige Kartellmitglieder bislang von Einschnitten verschont blieben. „Sollten die von den Produktionskürzungen ausgenommenen Länder Nigeria und Libyen ihre Ölproduktion nennenswert steigern, könnte dieses Defizit sogar gänzlich verschwinden“, erklären die Analysten der Commerzbank. Das torpediert nicht nur das Vorhaben an sich, sondern kostet das Kartell auch mittel- bis langfristig wertvolle Marktanteile.

Bislang hielt sich die für seine zerstrittenen Mitglieder bekannte Opec überraschend eng an ihre Zusagen. Die Commerzbank-Strategen allerdings zweifeln, ob diese Disziplin in Anbetracht von Marktanteilsverlusten auch weiterhin Bestand haben wird. Ob die Opec-Mitglieder die von ihrem größten Vertreter Saudi-Arabien durchgesetzten Förderkürzungen noch länger für eine gute Idee halten, wird sich am 25. Mai zeigen. Dann beschließt die Opec auf ihrem nächsten offiziellen Treffen in Wien das weitere Vorgehen.

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