Ölpreis Hoffnung auf Ölschwemme lässt Preise purzeln

Zu viel Öl an den Rohstoffmärkten drückt die Preise. Am Mittwoch verbilligte sich das Nordseeöl um 2,3 Prozent. Die Sorte WTI büßte 3,4 Prozent ein. Die Erholung der vergangenen Tage ist vorbei.
Update: 02.09.2015 - 17:52 Uhr 2 Kommentare
Der Preis für die Nordseesorte Brent lag am Mittwoch bei 48,55 US-Dollar. Quelle: dpa
Erdöl in Saudi-Arabien

Der Preis für die Nordseesorte Brent lag am Mittwoch bei 48,55 US-Dollar.

(Foto: dpa)

SingapurDas wachsende Überangebot an Öl hat die Preise für den Rohstoff auch am Mittwoch belastet. Das Nordseeöl Brent verbilligte sich um bis zu 2,3 Prozent auf 48,40 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI gab zeitweise um 3,4 Prozent 43,86 Dollar nach. Bereits am Vorabend waren die Preise um rund acht Prozent eingebrochen

Analysten verwiesen auf Daten des US-Branchenverbandes API vom Dienstag, denen zufolge die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche stärker als erwartet gestiegen sind. Auch die durchwachsenen Konjunkturdaten aus den USA und China trübten die Stimmung am Rohstoffmarkt. Jeder Stimmungswechsel schlage am Ölmarkt stark durch, sagte ein Händler. Die nächste Unterstützung liege für Brent bei 46,84 Dollar und für WTI bei 42,18 Dollar.

Damit setzten die Ölpreise ihre Achterbahnfahrt fort. Von Donnerstag bis Montag waren sie in der Spitze noch um rund 25 Prozent nach oben geschossen - einen solchen Preissprung in so kurzer Zeit gab es zuletzt vor einem Vierteljahrhundert. Wenige Tage davor war der Brent-Preis zeitweise bis auf ein 6-1/2-Jahres-Tief von 42,23 Dollar gefallen, nachdem Mitte 2014 noch bis zu 115 Dollar verlangt worden waren..

Diese Männer wollen den Ölpreis bestimmen
Treffen der Opec
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Treffen der Opec in Istanbul. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden die Fördermenge gerne begrenzen. Im September 2016 hatte das Ölkartell auch einen entsprechenden Plan verkündet. Passiert ist seitdem aber wenig. Die Skepsis wächst, dass es überhaupt zu einem Abkommen kommt. Diese Männer ringen um eine Einigung.

Saudi-Arabien
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Khalid al-Falih ist seit Mai 2016 Ölminister von Saudi-Arabien – und damit ein mächtiger Mann. Sein Land ist der wichtigste Akteur im Ölgeschäft. Doch auch den Scheichs macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 158 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 266 Milliarden Barrel

Venezuela
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Der venezolanische Öl- und Bergbauminiser Eulogio del Pino. Vor einigen Jahren überholte Venezuela Saudi-Arabien, was die größten Öl-Reserven der Welt angeht.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 36 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 301 Milliarden Barrel

Die folgenden Teilnehmer des OPEC-Treffens sind nach den Öl-Reserven ihrer Heimatländer sortiert. Quelle: OPEC

Iran
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Der iranische Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh. Im Handelsblatt-Interview hatte er schon früh die Position seines Landes deutlich gemacht, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben sind: „Wir wollen schrankenlos Öl und Gas exportieren“

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 27 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 158 Milliarden Barrel

Irak
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Adil Abd Al-Mahdi war bis 2016 irakische Ölminister. Auf ihn folgte Jabbar Ali Hussein Al-Luiebi.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 54 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 143 Milliarden Barrel

Kuwait
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Der Finanz- und Ölminister Kuwaits: Anas Khaled Al-Saleh.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 49 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 101 Milliarden Barrel

Vereinige Arabische Emirate
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Der Energie- und Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed Al-Mazrouei.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 52 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 98 Milliarden Barrel


  • dpa
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2 Kommentare zu "Ölpreis: Hoffnung auf Ölschwemme lässt Preise purzeln"

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  • Woher kommt denn über Nacht diese Hoffnung auf "Ölschwemme"?
    Mag das daran liegen, dass es noch keinen Hurrikan im Ölgebiet des Golf von Mexiko gab? Wann kommt denn nun der Erste große Hurrikan, der die Ölplattformen leer fegt? Dann müsste doch der Ölpreis wieder rasant steigen. Sind dann wieder 100 oder 200 Dollar in Sicht? Wer kriegt jetzt Dollaraugen?

  • Was wird denn am Ölterminmarkt gehandelt?
    Das sind doch wohl Lieferkontrakte für die Lieferung von Öl im Oktober und folgende Monate. Wie viel Öl muss am 2. September gefördert werden, damit das Öl im Oktober geliefert werden kann? Nicht ein einziger Liter geschweige denn ein Barrel oder Millionen davon. An der Börse wird folglich überhaupt kein physisches Öl gehandelt, sondern Ölfutures. Ein Überangebot oder eine Unternachfrage spielt bei den Ölfutures nur eine Nebenrolle. Warum wollen die Rohstoffanalysten die Leser der Wirtschaftsjournale so veralbern?

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