Ölpreis Schwacher Euro macht Tanken so teuer wie nie

Der Preis für Erdöl steigt kräftig. Die Verbraucher spüren es schon an der Tankstelle. Ein Liter Superbenzin kostet mehr als 1,60 Euro. Schuld daran ist jedoch nicht nur der Iran, sondern auch die Euro-Krise.
17 Kommentare
Wie vor einem Jahr: 1,67 Euro kostete Ende April 2011 ein Liter Superbenzin in Berlin. Nun werden diese Rekordwerte wieder erreicht. Quelle: dpa

Wie vor einem Jahr: 1,67 Euro kostete Ende April 2011 ein Liter Superbenzin in Berlin. Nun werden diese Rekordwerte wieder erreicht.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSo teuer war eine Tankfüllung noch nie. Ein Liter Benzin kostet in der Spitze wieder über 1,60 Euro. Auch Diesel ist derzeit sehr teuer: Der Liter kostete am Freitag im Schnitt 1,50 Euro. Statistiken auf der Internetseite Benzinpreis.de zeigen, dass für einen Liter Super sogar das Spitzenniveau aus dem vergangenen Frühjahr bereits leicht übertroffen worden ist. Bereits das vergangene Jahr war das teuerste aller Zeiten für die Autofahrer. Und 2012 werde noch teurer, sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst (EID).

Anders als im vergangenen Jahr sind die hohen Preise jedoch auch hausgemacht. Hauptursache ist zwar, dass der Preis für Öl an den internationalen Märken immer schneller steigt. Allein seit Anfang Februar hat sich Brentöl um gut zehn Dollar verteuert. Erstmals seit Mitte 2011 kostet ein Barrel (159 Liter) wieder mehr als 120 Dollar. Damit befinden sich Ölpreise – in Dollar betrachtet – aber noch nicht einmal auf Rekordniveau. Das hatte der Preis

für die Sorte Brent hatte im Juli 2008 mit mehr als 140 Dollar erreicht.

Doch das ist nur die Rechnung in der amerikanischen Währung. Für Autofahrer in Europa ist außerdem entscheidend, wie sich der Euro gegenüber dem Dollar entwickelt hat. Hier ist seit Beginn der Finanzkrise ein starker Wertverfall festzustellen. Im Juli 2008 kostete ein Euro fast 1,60 Dollar, im Mai 2011 waren es knapp 1,50 Dollar und derzeit sind es nur noch 1,31 Dollar. Das ist ein Minus von fast 20 Prozent. 

Für Autofahrer bedeuten diese Zahlen dennoch: Sie leiden doppelt. Der Benzinpreis steigt derzeit, weil Öl teurer wird und der Euro wegen der Finanzkrise billiger wird. In Euro gerechnet kostet Brent-Öl derzeit sogar so viel wie nie zuvor. Während ein Fass am 4. Juli 2008 schon für gut 89 Euro zu haben war, sind es derzeit mehr als 92 Euro. Ein Rekord.

Vor knapp einem Jahr, als die Benzinpreisdebatte zuletzt Politik und Kartellamt beschäftigte, war der Europreis für Brent-Öl hingegen vergleichsweise niedrig: knapp 78 Euro waren es Anfang Mai 2011. 

Thüringen möchte Tankstellenpreise regulieren
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Ölpreis - Schwacher Euro macht Tanken so teuer wie nie

17 Kommentare zu "Ölpreis: Schwacher Euro macht Tanken so teuer wie nie"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bisher ist zwar der Atomausstieg beschlossen,aber um die fossilen Brennstoffe wurde sich nie gekümmert.Interessant ist die Entwicklung schon,den 1999 kostete das Barrel noch 10-13 US Dollar.Wie geht das wohl weiter... ?

  • @ Tatsaechlicher-Grund,

    "Die Beute dieser Lobbyarbeit in Rotterdam zahlen die Bürger täglich an den Zapfsäulen ...
    "
    Wie wahr!!!!!!!!!!!!

  • Rechnet man den aktuellen Dollarkurs in Deutsche Mark um, liegt das Ergebnis bei rd.1,49 DM. Zu Zeiten als der USD auf diesem Niveau notierte, fabulierte die Presse noch von einer bedrohlichen "Dollarschwäche"...
    Um zu verstehen, warum tatsächlich der EU-Ölpreis eskaliert, lohnt ein Blick auf die beiden grosssen Handelsplätze, an denen Ölpreise angezeigt werden.
    Hier zeigt der Spotmarkt in Rotterdam einen Wert von 119,39 USD.
    Zeitgleich zeigt der WTI-Wert in den USA nur 103,21 USD.
    Die atypische Abweichung ist nicht so "unerklärlich" wie die Beteiligten mit aufgesetzter Unschuldsmiene glauben machen wollen.
    Am WTI-Markt wurden neue aufsichtsrechtliche Regeln durchgesetzt, damit nicht manipulierte Wetten den Basismarkt verzerren ( "Schwanz wedelt mit Hund").
    Diese Regeln wurden am Spotmarkt Rotterdam verhindert. Seither gilt, dass in Rotterdam Tagesgeschäft ist, wofür in den USA der
    Staatsanwalt kommt.
    Die Beute dieser Lobbyarbeit in Rotterdam zahlen die Bürger täglich an den Zapfsäulen ...


  • Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Spekulanten Preise langfristig beeinflussen können. Dieser Irrglaube wird durch die Politik gestützt, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. Der größte Anteil am Benzinpreis sind nunmal Steuern. Bei sich ständig erhöhender Geldmenge steigen auch zuerst die Rohstoffpreise. Der Rest folgt später. Am Schluss sind dann die Spekulaten schuld. Das ist sehr bequem für die Politik. Dann können sie wieder eine Steuer einführen oder eine weitere Aufsichtbehörde aufbauen, die dann natürlich einen ihrer Spezialisten als Präsidenten braucht.

  • Hier glaubt niemand mehr an das Märchen, dass unsere Regierung dem Bürger auch nur halbwegs entgegen kommt! Im Gegenteil, bei jeder Benzipreiserhöhung steigen, bedingt durch die Mehrwertsteuer, gleichzeitig auch die Staatseinnahmen. Auf diese zusätzliche Einnahmequelle wird die deutsche Politik niemals verzichten wollen!
    Zur Zeit finanziert man hier gern das Bankensystem mit dem Steuergeld, aber den Büger entlasten ... hahaha

  • Kleiner Tip: bitte mal den Ölpreis in Gramm Gold nachschlagen. Das sollte auch den letzten Bürgen nachdenklich stimmen.

  • Schuld am hohen Benzinpreis sind die Spekulanten und die unstillbare Gier der Mineralölkonzerne. Schaut Euch doch mal die Gewinnentwicklung dieser Konzerne an. Millardengewinne!!!

  • Ich muss mal kurz berichten wie das hier in Taiwan ist mit dem Benzinpreis.

    Durchschnittseinkommen: 30 000NTD = 770 - 800 Euro
    Benzinpreis 45 NTD 1 L = 1.15 Euro
    Einwohnerzahl. 20 Mio Menschen und im Schnitt hat jede Familie 1 Auto und 3 Motorrolla.
    Egal wie die Wirtschaftslage innerhalb der letzten 7 Jahre die ich hier lebe war, der Preis blieb immer Konstant, denn die Regierung hier reguliert den Preis durch Subventionen. Mit den Steuereinnahmen sollte die deutsche Regierung eigentlich auch in der Lage sein Preisschwankungen entgegen zu wirken um das arbeitende Volk unter die Arme zu greifen. Man finanziert aber lieber muslimische Einwanderer Familien damit.

  • Sie haben ja so recht. Dieser Artikel ist die große Vertuschung der Wahrheit. Die Mineralölkonzerne belügen und betrügen und die politik schaut zu. Aber die EU braucht ja das Geld aus Steuern um die Bürger weiter zu belügen und betrügen.
    Eigentlich reicht es langsam mit diesem Betrug.

  • Da überflutet man die Märkte mit billigem Geld und wundert sich, dass die Spekulanten in Rohstoffe investieren, die dann wieder die Wirtschaft bremsen können. Jede Medallie hat eben zwei Seiten.
    Dann haben wir noch dank der schlechten europäischen Lage den schon erwähnten schwachen Euro im Vergleich zum US-Dollar. Und solange das Öl in US-Dollar gehandelt wird, wird sich das auch kaum ändern.
    Hinzu kommt noch, dass der Deutsche Arbeitnehmer vom Lohnniveau her gesehen sehr schlecht in der EU dasteht. Also die tatsächliche Kaufkraft für seinen Lohn dank des Euro relativ niedrig ist, im Vergleich zu seinen europäischen Kollegen. Aber was schert es schon unsere Regierung?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%