Ölpreis sinkt weiter Putin beklagt politische Preisgestaltung

Auch am Freitag sinken die Ölpreise. Die Opec sieht sich langfristig gegenüber Fracking-Öl aus den USA im Vorteil, doch kurzfristig bleiben die Preise im Keller. Das erzürnt Russlands Präsident Putin.
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Der niedrige Ölpreis macht Russlands Präsidenten Putin zu schaffen: „Es wächst der Eindruck, dass die Politik bei der Preisgestaltung für Energieressourcen die führende Rolle spielt“. Quelle: Reuters

Der niedrige Ölpreis macht Russlands Präsidenten Putin zu schaffen: „Es wächst der Eindruck, dass die Politik bei der Preisgestaltung für Energieressourcen die führende Rolle spielt“.

(Foto: Reuters)

Singapur/MoskauDie Ölpreise haben am Freitag weiter nachgegeben. Händler führten eine Prognosesenkung des Ölkartells Opec als Begründung an. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 82,30 US-Dollar. Das waren 56 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI sank um 28 Cent auf 77,63 Dollar.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte am Vortag ihren Jahresbericht präsentiert. Darin senkte sie wegen des Schieferölbooms in den USA ihre Prognose für die zukünftige Nachfrage nach Opec-Rohöl. Ungeachtet des jüngsten Ölpreisverfalls rechnet die Opec in den kommenden Jahren aber mit einem Rohöl-Preis von etwa 110 US-Dollar pro Fass.

Nach Einschätzung des Ölkartells wird die US-Schieferölproduktion von 2018 an aber wieder abnehmen. Langfristig werde daher wieder hauptsächlich die Opec die weltweite Nachfrage decken müssen, hieß es. Für 2015 rechnet die Organisation mit einer weltweiten Nachfrage von 92,3 Millionen Barrel täglich – 2014 waren es 91,1 Millionen. Derzeit liefert die Opec rund ein Drittel der weltweiten Ölproduktion.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht unterdessen hinter dem für sein Land schädlichen Ölpreis-Rückgang auch gezielte politische Einflussnahme. In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit chinesischen Medien machte Putin zwar kein bestimmtes Land dafür verantwortlich. Er betonte aber, dass es neben der weltweiten Konjunkturabkühlung politische Gründe für den Rutsch des Ölpreises gebe. „In manchen Krisenmomenten wächst der Eindruck, dass die Politik bei der Preisgestaltung für Energieressourcen die führende Rolle spielt“, sagte Putin.

Der Preis für russisches Öl ist - wie der Gesamtmarkt - seit Ende Juni um rund ein Viertel gefallen. Das bedeutet eine zusätzliche Schwächung für den Staatshaushalt und die russische Wirtschaft, die bereits die westlichen Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise zu verkraften hat. In manchen russischen Medien sprechen Kommentatoren von einem saudisch-amerikanischen Komplott gegen die Führung in Moskau.

Putin unterstrich die wachsende Bedeutung Asiens als Handelspartner für Russland. Der Präsident reist kommende Woche zum Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) nach Peking.

  • dpa
  • rtr
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  • @ Black Market

    >> Es gibt da so eine Erfindung, Tankschiffe genannt, die uns das billige Saudi-Öl und das ebenfalls billige texanische WTI gerne vor die Haustür karren. >>

    Und dann gibt es noch den lieben Gott, der uns die Rosinen "kostenlos" vom Himmel schickt und in den Mund legt...ohne unser Zutun.

    Nur das "Scheißen" bleibt bei uns selbst...entsorgen werden es die Teufelchen, auch ganz "billig", in dem sie diese samt uns verbrennen !

  • "Gierig aus der Hand des Teufels gefressen..."

    Sie sollten mal einen Roman schreiben, etwa mit dem Titel "Der russische Vampir, Jeder Schuß ein Russ, jeder Stoß ein Franzos" oder so.

    Na ja, das mit dem Franzos war 1914, jeder Schuß ein Russ passt allerdings für Sie auch hundert Jahre später.
    lol

  • Wollen die USA, Putin mit niedrigem Öl-Preis in die Knie zwingen?

    Auf Drängen der USA hat Saudi-Arabien seine Öl-Produktion massiv ausgeweitet. Dies hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Ölpreis seit Juni um mehr als 20 Prozent eingebrochen ist.

    Der Preisverfall schadet vor allem Russland, das den Großteil seiner Staatseinnahmen aus dem Export von Öl und Gas bezieht. Sollte Saudi-Arabien den Öl-Krieg fortsetzen, droht Putin erstmals ein deutliches Staatsdefizit.

    Saudi-Arabien hat seine Ölproduktion zuletzt massiv erhöht und dadurch zu dem Verfall des Ölpreises um rund 20 Prozent beigetragen. Grund dafür ist offenbar eine strategische Zusammenarbeit mit den USA, die Russland durch einen Ölkrieg in die Knie zwingen wollen.

    Im Rahmen dieser Verhandlungen erreichte Saudi-Arabien außerdem die Zusicherung der USA, die Ausbildung von Kämpfern gegen Assad zu verstärken, berichtete das Wall Street Journal. Die strategische Partnerschaft zwischen Saudi-Arabien und den USA scheint wieder intakt zu sein.

    Vor einem Jahr war Saudi-Arabiens König Abdullah noch wütend darüber gewesen, dass die USA damals einen Rückzieher machten und Syrien nach wochenlangen Drohungen dann doch nicht bombardierten. Von Anfang an ging es im Syrien-Krieg um den Zugriff auf Erdöl und Erdgas und um die Währung, in der diese Ressourcen bezahlt werden.

    Entscheidend war damals die Rolle Russlands, dass seine Flotte im Mittelmeer in Stellung brachte. Präsident Wladimir Putin konnte auf diese Weise einen Krieg der USA gegen das eng mit Russland verbundene Syrien verhindern.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/11/usa-wollen-putin-mit-niedrigem-oel-preis-in-die-knie-zwingen/

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/das-amerikanisch-saudische-geheime-abkommen-ueber-syrien-eine-grosse-dummheit.html

  • @Norbert Wolter

    Völlig richtig. Das ganze Gequatsche, dass die Russen ihr Öl in Zukunft den Chinesen verkaufen, ist sowieso ein hirnrissiger Schmarrn.

    Selbst wenn jeder Tropfen russisches Öl an die Chinesen ginge, würde der Ölpreis in Europa nicht wesentlich steigen. Es gibt da so eine Erfindung, Tankschiffe genannt, die uns das billige Saudi-Öl und das ebenfalls billige texanische WTI gerne vor die Haustür karren.

    Die Russen dagegen würden bald merken, dass es dämlich ist, in milliardenschwerede Pipelineprojekte zu investieren, nur um den Chinesen billigeres Öl verkaufen zu dürfen. Der "Öl-Lieferboykott" gegen den Westen wäre genauso eine Lachnummer, wie es der Landwirtschaftsboykott (der russische Hungerstreik) bereits ist.

    ---

    Gaslieferungen freilich - Das ist leider was anderes.

    Ohne das russische Gas sitzt West- und Zentraleuropa ziemlich in der Patsche. Wir haben jahrelang gierig aus der Hand des Teufels gefressen, da kommt irgendwann halt die Rechnung.

    Trotzdem hoffe ich geradezu, dass die Russen den Gashahn zudrehen, und zwar am besten nicht nur ein, sondern gleich mehrere Winter hintereinander. Dann werden sich auch die letzten Putin-Verehrer die Gewissensfrage stellen müssen.

    Das wäre mal was: Amerikanische Tanker in endlosen Kolonnen versorgen das von den Russen belagerte Westeuropa mit lebenswichtiger Energie und werfen den frierenden Kindern am Nord-Ostsee-Kanal Rosinen und Schokoladepäckchen zu. Der Beginn einer unverbrüchlichen Freundschaft...

    Wird aber nicht geschehen. Russland wäre ohne die Gasverkäufe in Nullkommanix pleite und Putin weg vom Fenster.

    Die Maus brüllt indes weiter und Radio Moskau wirbelt mit der Propagandatrommel. Das treibt den russischen Wählern Freudentränen in die Augen und dem Durchschnittsdeutschen Tränen der Angst. Putin geniesst seinen Titel als Der Mächtigste Mann Der Welt, während sein Zarenreich politisch, wirtschaftlich und moralisch den Bach runter geht.

    Lachnummer!

    lol

  • Troll hin, Troll her. Ich freue mich, dass der Ölpreis gesunken ist. Tanken macht wieder Freude. Erst recht wenn man LPG fährt.
    "Putin beklagt politische Preisgestaltung". Na, Herr Präsident, dass hört sich ja schon ganz anders an, als im März, als man stolz auf die Devisenreserven schaute. Jetzt sind es ein paar Sanktiönchen, und schon heult man auf. Tröstet euch, liebe Putin-Freunde, der Saudi wird die Rabattschlacht nicht lange durchstehen, da ansonsten der eigene Haushalt den Bach runter geht und die radikalen Islamisten im Saudi-Land noch nervöser werden.Will das Königshaus Saud ooch nich, wa? Schließlich muss man ja auch in die Ölförderanlagen investieren, näh? Das geht nur mit Geld. Die größeren Ölkonzerne in Amerika vertragen durchaus einen Ölpreis bis 40 Dollar, weil sie einfach effizienter sind und an den Lieferwegen arbeiten. Also ist noch ein bisschen Platz nach unten und Präsident Putin wird noch blasser. Wie ich schon sagte, Amiland ist potent weil unendlich innovativ.
    China? Bis die Pipelines fertiggestellt sind, vergehen noch bis zu 8 Jahre. Den Preis, den Putin sich für Öl und Gas erhofft, wird er von den Chinesen nicht bekommen, weil Putin gezwungen ist, zu VERKAUFEN. Wir wissen ja, er braucht Devisen. Brasilien? Na, die sollen erst einmal wieder Fußball spielen lernen.
    So, dann verabschiede ich mich und werde weiterhin meinen Wohlstand, dank des amerikanischen Schutzes und der Nato, genießen. Schönes WE allen hier.

  • Die Saudis haben im Durchschnitt nur 2$ das Barrel an Förderkosten,der Rest ist Gewinn.Die neuen Fördermethoden,wie US-Fracking und kanadische Ölsande benötigen aber 40$ um kostendeckend zu arbeiten.Sibirisches Öl wird genau wie Nordsee-Öl zu etwa 20$ das Barrel gefördert.Russland ging 98 pleite,weil der Rohölpreis ,in Folge der Asienkrise 97,um 50% von 20$ auf nur noch 10$ einbrach.Davon sind wir derzeit weit entfernt.An 10$ das Barrel glaube ich nicht.

  • Wie gemein!

    Putin hat ganz eindeutig die dicksten militärischen Muskeln in Europa, und plötzlich kommen die Saudis und die USA in ihrem rosa Röckchen angetanzt und kratzen ihm einfach die Augen aus??

    "Das war nicht fair, David!" sollen Goliaths letzte Worte gewesen sein...

    lol

  • Herr Kammerer,
    Sie führen Staaten wie: Ungarn,Serbien,Rumänien,Bulgarien
    auf, um begründen zu wollen wie schlecht es denen vor
    30Jahren ging.

    Nun Sie müssen es wissen - dort gelebt??

    Ich kann sagen, dass diese Länder vor EU besser gelebt
    haben.: Selbst mehrmals im Jahr bereist.
    Ungarn war wirtschaftlich ein blühendes Land. Es gab
    nichts was es nicht gab. Heute nur Aldi/Lidel-Mist
    Bilgarien u.a. Sie hatten noch Land um etwas essbares
    anzubauen. Heute haben Sie nicht mal mehr Land. Alles
    von den EU-Kapitalisten (billig) aufgekauft.
    Können Sie mir die Tankstelle nennen wo Sie billig
    tanken können?? Der Ölpreis ist um ca. 30% gefallen
    an mir bekannten Tankstellen nur um ca.3% billiger.

    Und wenn Sie auch die Waffenlieferungen ins Spiel bringen, wer belieferte die Uceka mit Waffen??
    Ich habe an den Waffen made in USA gelesen geliefert
    über Albanien. Die Amis hatten Ihren Stützpunkt in der
    Türkei.

    Lügen haben sprichtwörtlich kurze Beine.
    MfG

  • Von BRIC hast du wohl auch nix gehört. Nein, da kann man nicht reinbeissen.

  • http://www.luegenrepublik.eu/medien-enthuellen-putins-bezahlte-troll-armee-hat-die-deutsche-presse-gekapert/

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