Ölpreis und Aktien Der Ölmarkt probt die Wende

Der Jahresauftakt ging kräftig daneben. Im Januar stürzten Ölpreise und die Aktienkurse parallel ab. Ein solcher Gleichlauf der Märkte ist selten. Doch die Zeit der Doppelbelastung für Anleger dürfte bald vorbei sein.
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Ähnlich auf und ab wie bei diesen Ölfördertürmen geht es 2016 beim Ölpreis. Nach seinem Fall auf unter 27 Dollar je Barrel hat sich der Preis für die Sorte Brent wieder auf über 35 Dollar erholt. Quelle: Imago
Ölförderung in China

Ähnlich auf und ab wie bei diesen Ölfördertürmen geht es 2016 beim Ölpreis. Nach seinem Fall auf unter 27 Dollar je Barrel hat sich der Preis für die Sorte Brent wieder auf über 35 Dollar erholt.

(Foto: Imago)

Frankfurt am MainStellen Sie sich vor, Sie würden beim Ölkauf nichts bezahlen müssen. Der Verkäufer würde Ihnen sogar noch Geld dafür geben, dass er die Ware los ist. Das halten Sie für Utopie? Zumindest unter Ölanalysten spielten mit diesem Gedanken. Verrückte Welt? Die Stimmung muss katastrophal sein, wenn eine so irre Idee kursiert.

Im vergangenen April kostete ein Barrel des wichtigsten Energierohstoffs an den Terminmärkten noch über 70 Dollar je Barrel. Am 20. Januar waren die 159 Liter der Nordseemarke Brent für 27 Dollar zu haben. Es war das vorläufige Tief der Talfahrt. Preisschwankungen von mehreren Prozent am Tag waren die Regel. Der Markt schien außer Kontrolle.

Anleger sahen im Debakel ein Zeichen der schlechten Konjunkturlage in China und damit auch der globalen Wirtschaft. Andere sorgten sich um die Bonität von Anleiheemittenten wie Energieunternehmen Ölförderländern. Eine dritte Gruppe sorgte sich um die Zukunft der wichtigen Energiebranche in den USA. Zu guter Letzt könnten auch manche im Ölsektor engagierten Investoren zum Auflösen von Vermögensbeständen gezwungen sein.

Deshalb stürzten im Januar die Aktienkurse parallel zu den Ölpreisen. Der Deutsche Aktienindex beispielsweise verlor im Januar elf Prozent, vom Hoch im vergangenen April bis zum Tief vor zwei Wochen sogar 23 Prozent.

William de Viljder, Chefökonom der französischen Bank BNP Paribas, untersuchte den ungewöhnlichen Gleichklang. Das komme sehr selten vor, rechnete er aus. In der Vergangenheit hätten sich Öl und Aktien in solchen Fällen zügig entkoppelt, seien wieder unterschiedliche Wege gegangen.

Erste Anzeichen dafür könnte es bereits geben. Der Ölpreis scheint sich zu stabilisieren. Das Barrel der Nordseesorte Brent kostet inzwischen wieder mehr als 35 Dollar und damit ein Viertel mehr als am erwähnten Tief. Gestützt wird der Comeback-Versuch durch Spekulationen, dass Russland mit anderen Erdöl exportierenden Staaten über mögliche Produktionskürzungen reden will.

Öl und Aktien gehen wieder getrennte Wege
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  • Hätten bis dato alle "etablierten" Parteien bei der Polizei nicht so gnadenlos den Rotstift angesetzt, gäbe es derzeit auch genügend Polizei, welche das Gewaltmonopol inne hat und den Bürgern das wichtige Sicherheitsgefühl gibt.

    Jetzt gibt es no-go areas, wo der widerliche Mob das Sagen hat, wen wundert es da, dass der redliche Bürger dann rechtsaußen wählt, da von den "Etablierten" kein Politiker die Ängste ernst nimmt !!

  • @Herr Robbie McGuire

    Wie wollen Sie dann illegale Grenzübertritte verhindern? Alle rein in's Boot bis es untergeht?

    Wissen die Asylanten, dass nicht geschossen werden darf, haben sie nichts zu verlieren. Im schlimmsten Fall werden sie in Deutschland eingesperrt und wieder ausgewiesen. Danach können Sie es dann wieder probieren und wieder und wieder...

    Alleine die Möglichkeit des Schußwaffengebrauchs schreckt ab! Bestes Beispiel die DDR. Hätte es dort ein Schußwaffenverbot gegeben, wäre die Wiedervereinigung Jahrzehnte früher erfolgt.

  • Dem (Oel) Verbraucher steht der (Oel) Produzent gegenueber. Die Kosten der Produktion belaufen sich, je nachdem wie schwierig es ist diverse Vorkommen auszubeuten, auf $10 - $90 pro Fass.
    Weiterhin ist Oel ein relativ inelastisches Gut. Ist Kaviar billig, dann esse ich mehr Kaviar. Ist Oel/Benzin billig dann drehe ich auf meinem Heimweg im Berufsverkehr nicht noch freiwillig ein paar Runden. Das heisst, ist der Bedarf gedeckt geht es mit dem Preis rapide abwaerts. Gleiches ist natuerlich wahr in umgekehrter Richtung.
    Produzenten die zur Zeit unter dem Marktwert produzieren (Fracking, Oelschiefer) werden mittelfristig aus dem Markt ausscheiden, das Angebot wird sich verringern bis der Preis wieder ein Gleichgewicht erreicht. Ich schaetze so zwischen 50 - 70 pro Fass weil von da an Fracking und Oelschiefer gewinnbringend abgebaut werden koennen.

  • Ich machs jetzt so, ich finde, handle und wähle immer das was vom Mainstream als schlecht oder unakzeptabel gekennzeichnet wird. Sagen die ich soll nicht rauchen, rauch ich erstmal eine! Anhand der Ergebnisse, liegt man wahrscheinlich zu 80% im positiveren Bereich, denn es wird das Gute als Schlecht verkauft und das Schlechte als Gut.

  • Zur Erinnerung:
    Petry hatte dem „Mannheimer Morgen“ gesagt, Polizisten müssten illegale Grenzübertritte verhindern, „notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz“. Kein Polizist wolle auf einen Flüchtling schießen. „Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.“

    Und Frau Storch hat ja noch einen draufgegesetzt, "auch Frauen mit Kindern notfalls mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern". "Kinder" hat sie inzwischen zurückgenommen, dass ändert aber nichts an Ihrer ersten Einstellung.

    All das passt in die bisherigen Aussagen von Höcke und Gauland. Ich möchte nicht erleben, was weltweit los wäre, wenn das oben genannte tatsächlich passieren würde.

    All das lässt nur einen Schluss zu: Die AfD ist unwählbar.

  • Genau Herr Falk, verteidigen sie die Scheiße die aus Frau Petry herausströmt.
    Ich bin stolz auf sie.

  • Der Markt besteht aus Angebot und Nachfrage. Der Wettbewerb bestimmt den Preis.
    Die Welt hat genug Oel darum ist der Preis auch auf Talfahrt.
    Zu verdanken ist dies auch, dass man endlich dieses Mafia Kartell OPEC geknackt hat.
    Die OPEC hat bis dato den Markt und damit den Wettbewerb verhindert. Dies ist mit Fracking und den Erschließen von weltweiten Oelquellen endlich Geschichte. Der freie Markt hat somit gesiegt und mit ihm die Verbraucher Gesellschaft....also wir freien Bürger und Konsumenten.
    Die Preisabsprache des Oelpreis zum Nachteil der Menschen und zum Vorteil der Scheichs ist endlich vorbei.
    Es lebe die Kraft der freien Markt Gesellschaft. Danke!

  • An diesem 20. Januar hatte Brent die Parität zu WTI. Heute, 1. Februar, acht Handelstage später ist Brent 33 Prozent teurer und die Differenz zwischen WTI und Brent beträgt mehr als 2 Dollar. Was da an den Märkten los ist, ist Marktmanipulation und bedarf der institutionellen Überprüfung. Was Marktteilnehmer hier treiben ist bereits wieder kriminell. Wird man das in fünf Jahren wissen?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Völlig richtig!

    Im Rahmen der Wahlpropaganda wird hier mit allen Mitteln Stimmung gegen die einzige Alternative gemacht.

    Interessant, dass sich auch die "Linken" gegen den Schießbefehl stellen. Dabei hat die Vorgängerpartei der "Linken" doch das eigene Volk an der Grenze (DDR!) auf der Flucht in den Rücken geschossen! Das die sich überhaupt trauen den Mund aufzumachen!

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