Ölpreis unter Druck Das Opec-Kartell ist tot

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Analysten uneins über künftige Ölpreisentwicklung
Diese Rohstoffpreise sind im freien Fall
Platz 20: Stahl
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Kein anderer Rohstoff hat von Januar 2015 bis November 2015 so stark nachgegeben wie Stahl. Die Verluste belaufen sich auf fast 40 Prozent. Verantwortlich für den Preisverfall ist die absackende Nachfrage aus China. Zudem etabliert sich das Reich der Mitte immer mehr als Stahlanbieter, denn -nachfrager. Der Preis für eine Tonne des Rohstoffs nähert sich daher dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Eine Stabilisierung der Preise ist dennoch nicht in Sicht. Die Stahlhersteller rechnen auch im kommenden Jahr mit fallenden Preisen.

Preisentwicklung (seit Jahresanfang 2015 bis Ende November 2015): - 38,5 Prozent

Platz 19: Erdgas
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Der bisher milde Winter sorgt für einen Nachfragerückgang beim Erdgas. Industriegase-Unternehmen wie Linde leiden darunter.

Preisentwicklung: - 33,4 Prozent

Platz 18: Platin
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Die hohen Fördermengen südafrikanischer Minen drücken den Platinpreis. Im Jahr 2015 hat sich das Edelmetall zeitweise um über 30 Prozent verbilligt. Rohstoffexperten erwarten jedoch im kommenden Jahr eine Preiserholung. Denn die Nachfrage nach Platin aus dem Automobil- und Industriesektor wird 2016 aller Voraussicht nach steigen.

Preisentwicklung: - 32,4 Prozent

Platz 17: Palladium
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Nach dem VW-Abgasskandal erlebte Palladium eine kurzfristige Hausse. Denn Palladium ist einer der Bestandteile, die die Autohersteller in ihre Dieselkatalysatoren verbauen. Die Kurserholung hielt allerdings nicht lange an. Denn wie Platin leidet auch Palladium unter einem Überangebot. Doch im Gegensatz zu Platin rechnen Analysten im Jahr 2016 nicht mit einer Erholung der Palladiumpreise, da die Nachfrage in China wahrscheinlich zurückgehen wird.

Preisentwicklung: - 31,7 Prozent

Platz 16: Eisenerz
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Der Nachfragerückgang bei Stahl wirkt sich unmittelbar auf die Eisenerzpreise aus. Denn Eisenerz ist ein elementarer Bestandteil bei der Stahlproduktion. Der Preis rutschte daher mit 39,28 Dollar pro Tonne auf den tiefsten Stand aller Zeiten. „Die Stabilisierung der chinesischen Stahlpreise sind der Schlüssel für einen Stimmungsumschwung am Eisenerz-Markt“, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. „Um dies zu erreichen, muss die Branche aber ihren Ausstoß verringern.“ Doch genau das tut sich nicht. Dahinter steckt ein Verdrängungswettbewerb. Das Kalkül: Die größeren Rohstoffunternehmen wollen kleine Rivalen entweder aus dem Markt drängen oder einverleiben.

Preisentwicklung: - 29,8 Prozent

Platz 15: Kaffee
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Die Baisse an den Rohstoffmärkten macht auch vor Kaffee nicht halt. Doch die Zeichen stehen gut, dass sich der Preis künftig erholen könnte. Denn aufgrund des Wetterphänomens El Niño wird die Produktion in Kolumbien zurückgehen. Die weltweite Nachfrage hingegen geht kaum zurück und dürfte in den Wintermonaten 2015/16 noch steigen, da der Kaffeekonsum in der kalten Jahreszeit in der Regel zunimmt.

Preisentwicklung: - 28,7 Prozent

Platz 14: Kupfer
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China fragt nicht nur weniger Stahl nach. Auch Kupfer ist bei chinesischen Unternehmen nicht mehr so begehrt. Das liegt vor allem am Wachstumsrückgang im Reich der Mitte. Selbst chinesische Kupferunternehmen drosseln bereits ihre Kupferproduktion, weil sie im eigenen Land immer weniger Abnehmer finden. 200.000 Tonnen wollen die Konzerne im Jahr 2016 weniger produzieren. Aus diesem Grund ist 2016 allenfalls mit einer Stabilisierung des Preises zu rechnen.

Preisentwicklung: - 27,6 Prozent

„De facto besteht keine Deckelung”, bestätigte der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh die Wahrnehmung. „Jeder macht, was er will.” Bekräftigt wurde dies durch den nigerianischen Minister Emmanuel Ibe Kachikwu. Er sagte, der Markt solle sich nicht über die „Semantik” von Zielen oder der realen Produktion Sorgen machen. Und der iranische Ölminister Adel Abdul Mahdi verwies gegenüber Journalisten auf die Wettbewerber: „Die meisten anderen Marktteilnehmer haben keine Obergrenze”, sagte er. „Die Amerikaner haben keine Deckelung, die Russen haben keine Deckelung. Warum sollte die Opec eine haben.”

Wie sich die Förderpolitik - und damit der Ölpreis - im kommenden Jahr entwickeln wird, darüber sind sich die Analysten offenbar uneins. Einige erwarten, dass auch 2016 ein Überangebot den Markt bestimmen wird: Der Iran, jahrelang wegen seines Atomprogramms mit Sanktionen belegt, habe bereits angekündigt seine Produktion bis Ende 2016 auf rund vier Millionen Barrel täglich zu erhöhen, gegenüber derzeit rund 3,3 Millionen Barrel.

Nach Einschätzung des französischen Energieriesen Total etwa bleiben die Preise auch im kommenden Jahr niedrig. „Wir rechnen für 2016 nicht mit einer Erholung“, sagte Total-Chef Patrick Pouyanné am Montag am Rande eines Besuchs in Katar. Er wisse aber nicht, ob der Preis bei 40, 45, 50 oder 60 Dollar pro Barrel liegen werde. Die Kapazitäten wüchsen auch in nächstem Jahr schneller als die Nachfrage.

Umgekehrt spekulieren die Ölexperten der französischen Großbank Société Générale darauf, dass die Opec schon bald zu einer Kehrtwende gezwungen sein könnte, um aufgelaufene Defizite bei den Steuereinnahmen auszugleichen. „Wir werden eines Morgens aufwachen und hören, wie die Opec die Drosselung ihrer Fördermenge ankündigt”, prophezeit Anlagestratege Alain Bokobza von Société Générale und gibt sich überaus optimistisch für den Ölpreis: „ Der Preis für Brentöl wird bis Ende 2016 auf 60 Dollar pro Barrel steigen”, wagt er eine konkrete Prognose.

Die Commerzbank geht noch weiter: „Wir erwarten für Ende 2016 einen Brent -Preis von 63 Dollar“, sagte der Chefvolkswirt der Bank, Jörg Krämer, am Montag bei der Vorstellung der Konjunkturprognose des Frankfurter Bankhauses. „Die Aussicht auf einen Abbau der hohen Lagerbestände sollte den Ölpreisverfall stoppen.“ Denn nach Erwartung der Commerzbanker dürfte die Ölproduktion im kommenden Jahr trotz des höheren Angebots aus dem Iran nicht mehr steigen.

Allerdings: Seit Juni 2014 haben sich die Ölpreise mehr als halbiert.

  • rtr
  • Bloomberg
  • wik
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