Ölpreise „Licht am Ende des Tunnels“

Die Ölpreise waren Anfang des Jahres auf mehrjährige Tiefststände abgesackt. Seither haben sie sich wieder erholt und notieren um die 40 Dollar. Die Internationale Energieagentur hält die Talsohle für durchschritten.

Schluss mit billig: Ist das die Wende beim Ölpreis?

Frankfurt/ParisIn der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage aus China sind Anleger am Freitag wieder in den Ölmarkt eingestiegen. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 2,1 Prozent auf 40,90 Dollar je Barrel.

Genährt wurden diese Spekulationen von der Aufwertung der chinesischen Währung, die Rohöl für Käufer aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft günstiger macht. Ein Dollar fiel auf 6,4866 Yuan und war damit so billig wie noch nie in diesem Jahr.

Außerdem kehrten immer mehr institutionelle Anleger in den Ölmarkt zurück, sagte Rohstoff-Händler Pete Donovan vom Brokerhaus Liquidity Energy. „Die Fonds sind wieder optimistisch und der Markt scheint entschlossen, den Preis bei etwa 40 Dollar zu halten“

HSBC-Volkswirt Fred Neumann warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Schließlich werde immer noch deutlich mehr Öl gefördert als benötigt. Wegen des weltweiten Überangebots ist der Preis für das „schwarze Gold“ seit Mitte 2014 um etwa zwei Drittel gefallen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht Anzeichen dafür, dass die Ölpreise ihre Talsohle durchschritten haben könnten. „Für die Preise könnte es Licht am Ende eines langen, dunklen Tunnels geben, aber wir können nicht ganz sicher sein, wann in 2017 der Ölmarkt das heiß ersehnte Gleichgewicht erreicht“, schreiben die Experten in ihrem am Freitag in Paris veröffentlichten monatlichen Öl-Marktbericht.

Die Preiserholung der vergangenen Wochen solle nicht als definitives Zeichen gesehen werden, dass das Schlimmste vorbei ist, mahnte die Agentur. Die derzeitige Richtung stimme, es sei aber noch ein weiter Weg.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

  • rtr
  • dpa
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