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Ölproduktion Russland und Opec wollen Ölförderung kürzen

Im November erlebte der Ölpreis seinen größten Verfall seit zehn Jahren. Die Opec und Russland wollen nun gemeinsam darauf reagieren.
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Saudi-Arabien und Russland wollen bei der Frage des Ölpreises an einem Strang ziehen. Quelle: dpa
Mohammed bin Salman und Wladimir Putin

Saudi-Arabien und Russland wollen bei der Frage des Ölpreises an einem Strang ziehen.

(Foto: dpa)

Wien, Buenos AiresAuf dem G20-Treffen klopfte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Handflächen des russischen Präsidenten Wladimir Putin besonders innig.

Die herzliche Begrüßung der beiden Staatsmänner im Beisein des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in Buenos Aires ist ein klares Signal dafür, dass Russland und das Schwergewicht der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) Saudi Arabien, bei der Frage des Ölpreises an einem Strang ziehen. Der soll mit Produktionskürzungen nun schleunigst wieder nach oben gehievt werden.

„Wir haben noch keine abschließende Entscheidung über das Volumen getroffen, aber zusammen mit Saudi-Arabien werden wir es machen“, sagte Präsident Putin und ergänzte. „Wie auch immer die Zahl ausfallen wird, sie wird auf einer gemeinsamen Entscheidung beruhen. Wir haben uns darauf geeinigt, die Marktsituation zu beobachten und schnell auf sie zu reagieren.“

Gleichgewicht auf dem Markt wieder herstellen

Eine gemeinsame Reaktion ist auch bitter notwendig, denn der Ölpreis verlebte im November den stärksten Preisverfall seit zehn Jahren. Hinter den Kulissen wird daher bereits unter Hochdruck daran gearbeitet, wie eine Förderkürzung der Opec Plus, also der erdölfördernden Länder und Russland, für das kommende Jahr konkret ausfallen soll.

Der saudischen Ölminister Khalid Al-Falih und sein russischer Amtskollege Alexander Nowak spielen dabei eine Schlüsselrolle. Das Tandem kennt und vertraut einander. Ziel ist es, das zuletzt durch die Amerikaner beschädigte Gleichgewicht im Markt wieder herzustellen.

Die Märkte fordern ein starkes Signal, damit der Preis für Rohöl wieder in eine Region oberhalb von 70 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) zurückkehren kann. „Das Kürzungsvolumen wird sicherlich signifikant sein“, sagte Ölexperte Jan Edelmann von der HSH Nordbank dem Handelsblatt am Wochenende. „Unsere Erwartungen liegen zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Barrel pro Tag.“

Rohstoff-Experte Hannes Loacker von der österreichischen Raiffeisen-Bank sagte: „Wenn es zu einer Kürzung kommt, dann macht jede Zahl unter einer Million Barrel pro Tag wenig Sinn. Um im Jahr 2019 einen ausgeglichenen Ölmarkt sicherzustellen, wird in etwa eine Kürzung von 1,5 Millionen Barrel pro Tag benötigt.“

Zuletzt nannte das Opec-Sekretariat die Zahl von 1,36 Millionen Fass weniger als im Vorjahresmonat, um eine Ölschwemme zu verhindern. Im Oktober förderte das Ölkartell insgesamt 32,9 Millionen Barrel.

Doch es gibt auch Zweifler, ob die Opec die Kraft zu einem starken Marktsignal am nächsten Donnerstag bei ihrer Konferenz in Wien aufbringen wird.

„Die Produktion einiger Opec-Länder, beispielsweise Saudi Arabien und der Vereinigten Arabischen Emirate, ist in den letzten Monaten so stark gestiegen, das auch ausgeprägte Kürzungen nur wieder den Status der ersten Jahreshälfte herstellen würden. Wir glauben also nicht, dass das Opec-Treffen den Preisen deutliche Unterstützung geben kann, was die nächsten Monate betrifft“, sagte David Wech, Chef der einflussreichen Ölanalyseunternehmen JBC Energy, dem Handelsblatt.

Er verweist auf den massiven Anstieg der amerikanischen Schieferölproduktion und die gesunkene Nachfrage angesichts einer schwächelnden Weltkonjunktur hin.

Ausbau der Zusammenarbeit von Moskau und Riad

Ende dieser Woche treffen sich Opec und eine Reihe von nicht Opec-Staaten unter Führung von Russland in Wien, um eine Förderkürzung zu diskutieren und vielleicht auch schon zu beschließen. Aus der Sicht der Opec Plus ist der Markt nicht ausbalanciert.

In Buenos Aires sprachen Moskau und Riad bereits verheißungsvoll von Fortschritten und vom Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den beiden Öl-Giganten.

US-Präsident Donald Trump setzte zuletzt die Saudis unter Druck, damit sich der Preis für Öl verbilligt. Trotz des Mordes an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul und der massiven internationalen Kritik hält Trump an Riad fest.

Die beiden größten Ölförderländer haben sich bereits für zwei Jahre auf ein strategisches Bündnis geeinigt.
Russland ist in dem strategischen Öl-Bündnis in einer stärkeren Position als die Opec. Denn Moskau kann auch mit dem derzeitigen Preisniveau notfalls leben. Putin sagte in der vergangenen Woche, dass ein Ölpreis von 60 Dollar pro Fass (159 Liter) absolut in Ordnung sei. Hingegen stehen einige Opec-Mitglieder unter starkem Druck.

Sie brauchen für ihre wirtschaftliche Stabilität dringend höhere Ölpreise. Darunter beispielsweise das sich in ökonomischer Krise befindliche Mitgliedsland Venezuela. In anderen Opec-Staaten toben gewaltsame Auseinandersetzungen oder gar ein Bürgerkrieg wie im Irak, Nigeria oder Libyen.

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