Opec plus: Kartell drosselt Öl-Förderung während der Energiekrise
Das saudische Königreich unterstützt Russland bei den Bestrebungen, den Ölmarkt knapp zu halten.
Foto: AFPZürich. Ungeachtet der Angst vor einer weltweiten Wirtschaftskrise, ausgelöst durch hohe Energiepreise, streicht die Opec die Ölfördermenge zusammen. Das Kartell hat sich bei seiner Sitzung am Mittwoch entschieden, die Förderung um bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag zu drosseln. Die Menge der Förderkürzungen würde rund zwei Prozent der weltweiten Ölnachfrage entsprechen.
Nur wenige Stunden zuvor hatte die Gemeinschaft der größten Industriestaaten (G7) neue Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht, zu denen auch eine Preisgrenze für russisches Öl gehört. Beide Entscheidungen könnten das Ölangebot reduzieren und die Preise damit nach oben treiben.
Die Förderkürzung hatte der Markt bereits antizipiert: Schon vor Bekanntwerden der finalen Entscheidung kletterte der Ölpreis über die Marke von 92 Dollar. Am Abend kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 93,56 US-Dollar und damit fast zwei Prozent mehr als am Vortag. Seit Wochenbeginn hat sich Rohöl um rund 4,5 Prozent verteuert.
Opec reduziert die Öl-Förderung: Scharfe Kritik an Kürzungen
Helima Corft, Opec-Expertin der Investmentbank RBC Capital Markets, meint: Damit die ab Dezember gültige Preisgrenze für russisches Öl ein Erfolg werde, müsste Russland keine andere Wahl haben, als den vorgeschriebenen Preis zu akzeptieren. Doch Croft hält es „für sehr wahrscheinlich, dass Russland seine Produktion selektiv drosseln wird, um zu versuchen, das europäische Kalkül in Bezug auf den Ukrainekrieg zu ändern“.