Opec-Treffen Kein Ende des billigen Öls in Sicht

Die Opec kürzt die Ölproduktion nicht – somit bleibt die Überversorgung bestehen. Im Ölkartell herrscht inzwischen Ernüchterung. Experten erwarten jedoch keine Preise jenseits von 65 Dollar pro Fass.
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Bild mit Symbolwert: Ein Weg zurück nach oben auf der Preisskala scheint für den Ölpreis derzeit kaum möglich. Quelle: Reuters
Opec-Logo am Hauptsitz in Wien

Bild mit Symbolwert: Ein Weg zurück nach oben auf der Preisskala scheint für den Ölpreis derzeit kaum möglich.

(Foto: Reuters)

WienDie Zeiten des billigen Öls gehen weiter. Die Opec hat am Freitag das bisherige Produktionsziel von 30 Million Fass pro Tag nicht gekürzt. Das heißt, die Überversorgung bleibt bestehen. Die Opec, bestehend aus zwölf Mitgliedsländern, liefert rund 40 Prozent des weltweiten Ölbedarfs.

Im Kreis der zwölf Opec-Länder hat nach zweitätiger Analyse vor der eigentlichen Konferenz am Freitag ein neuer Realismus Einzug gehalten. „Wir bekommen nicht mehr 100 Dollar“, sagte Opec-Generalsekretär Abdullah Salem El-Badri nach der Sitzung des Ölkartells in Wien. Das ist eine dreiste Beschönigung. Arme Mitgliedsländer wie der Irak oder Venezuela träumen von 75 Dollar. Als die Ölminister ihren Preiswunsch auf einer Opec-Veranstaltung in der Wiener Hofburg öffentlich äußerten, lösten sie im Publikum Gelächter aus.

Saudi-Arabien hat sich bei der Opec-Konferenz wieder einmal durchgesetzt. Das Schwergewicht des Öl-Kartells will mit einer Überproduktion die unliebsame Konkurrenz in den USA und in Kanada in Knie zwingen. Ziel der Saudis ist es, die Marktanteile der Opec zu verteidigen.

Diese Männer wollen den Ölpreis bestimmen
Treffen der Opec
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Treffen der Opec in Istanbul. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden die Fördermenge gerne begrenzen. Im September 2016 hatte das Ölkartell auch einen entsprechenden Plan verkündet. Passiert ist seitdem aber wenig. Die Skepsis wächst, dass es überhaupt zu einem Abkommen kommt. Diese Männer ringen um eine Einigung.

Saudi-Arabien
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Khalid al-Falih ist seit Mai 2016 Ölminister von Saudi-Arabien – und damit ein mächtiger Mann. Sein Land ist der wichtigste Akteur im Ölgeschäft. Doch auch den Scheichs macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 158 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 266 Milliarden Barrel

Venezuela
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Der venezolanische Öl- und Bergbauminiser Eulogio del Pino. Vor einigen Jahren überholte Venezuela Saudi-Arabien, was die größten Öl-Reserven der Welt angeht.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 36 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 301 Milliarden Barrel

Die folgenden Teilnehmer des OPEC-Treffens sind nach den Öl-Reserven ihrer Heimatländer sortiert. Quelle: OPEC

Iran
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Der iranische Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh. Im Handelsblatt-Interview hatte er schon früh die Position seines Landes deutlich gemacht, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben sind: „Wir wollen schrankenlos Öl und Gas exportieren“

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 27 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 158 Milliarden Barrel

Irak
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Adil Abd Al-Mahdi war bis 2016 irakische Ölminister. Auf ihn folgte Jabbar Ali Hussein Al-Luiebi.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 54 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 143 Milliarden Barrel

Kuwait
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Der Finanz- und Ölminister Kuwaits: Anas Khaled Al-Saleh.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 49 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 101 Milliarden Barrel

Vereinige Arabische Emirate
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Der Energie- und Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed Al-Mazrouei.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 52 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 98 Milliarden Barrel

Mit dem Festhalten am Produktionsziel von 30 Millionen Barrel pro Tag wird die Überversorgung fortgesetzt. Nicht einmal die Opec hält sich an ihr Ziel. Tatsächlich hat sie zuletzt 31,5 Millionen Fass täglich produziert. Und das, obewohl der Verbrauch trotz einer sicher erholenden Weltkonjunktur deutlich niedriger liegt. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet für dieses Jahr einen durchschnittlichen Bedarf an Opec-Öl von rund 29 Millionen Fass pro Tag.

Die Entscheidung war keine Überraschung. Zuvor waren sich fast ausnahmslos alle Ölanalysten einig, dass an der bisherigen Strategie nichts ändern. Die Saudis können dabei auf die Unterstützung andere Golfstaaten setzen. „Wir reagieren auf den Markt so, dass wir unseren Marktanteil nicht an weniger effiziente Produzenten verlieren“, sagte Katars Ölminister Mohammed bin Saleh Al Sada in Wien.

Für die Verbraucher ist die Entscheidung der Opec eine gute Nachricht. Denn Sprit wird sich nachhaltig nicht verteuern. Auch eine Verschärfung des Krieges in Opec-Mitgliedern wie Libyen oder Irak wird den Preis keinen zusätzlichen Auftrieb geben. Dazu ist das Überangebot schlichtweg zu groß. Und bis zur nächsten Opec-Konferenz ist es noch weit. Das 168.Treffen des Öl-Kartells findet erst am 4. Dezember in Wien statt.

Mittelfristig hofft die Opec aber auf steigende Preise. Am Freitag betonte die Opec, dass sich die „globale Wirtschaft stabilisiert hat“. Das Öl-Kartell erwartet für dieses und nächstes Jahr ein Wachstum des Bruttosozialprodukts von 3,3 Prozent und dann von 3,5 Prozent. Sie geht optimistisch davon aus, dass die Nachfrage nach Öl bereits im zweiten Halbjahr weltweit steigen wird. „Der weltweite Ölbedarf wird 2015 nach den Vorhersagen um rund 1,2 Millionen Fass täglich wachsen“, sagte Katars Ölminister Mohammed bin Saleh Al Sada.

Analysten sehen hingegen kein Ende des billigen Öls. „In den nächsten Monaten dürfte diese aufgrund der stark gesunkenen Bohraktivität sogar fallen“, bilanzieren die Rohstoffanalysten der Commerzbank. „Einem deutlichen Preisanstieg über 65 Dollar je Barrel hinaus steht das beträchtliche Überangebot entgegen.“

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