Pimco „Ende des Rohstoff-Kollaps ist in Sicht”

Der weltgrößte Vermögensverwalter Pimco glaubt, dass die Rohstoffpreise das Krisental durchschritten haben. Das bedeutet aber nicht, dass es mit den Preisen dauerhaft wieder aufwärts geht.
Es soll wieder aufwärts gehen mit den Preisen für die Rohstoffe, so Pimco. Quelle: dpa
Rohstoffe

Es soll wieder aufwärts gehen mit den Preisen für die Rohstoffe, so Pimco.

(Foto: dpa)

New YorkAn den Rohstoffmärkten sind Anleger in diesem Jahr Hiobsbotschaften gewöhnt. Ob Öl, Kupfer oder Gold – die Preise stürzten ins Bodenlose. Doch einige Investoren schöpfen nun offenbar wieder Hoffnung: Das Schlimmste beim aktuellen Kollaps der Rohstoffpreise sei wahrscheinlich vorüber und der Ölpreis in den kommenden zwölf Monaten wieder zulegen, schätzt etwa die Allianz-Tochter Pimco in einer aktuellen Studie. Eine richtige Trendumkehr sei allerdings derzeit nicht zu erwarten.

Viele Unternehmen streichen Projekte und senken die Produktion angesichts der geringsten Erträge bei Rohstoffen seit fast 16 Jahren. Die Reaktion könnte zwar den Einbruch stoppen, dennoch werden die Preise laut Pimco „länger niedrig” bleiben - und zwar wegen der hohen Lagerbestände.

Der unglaubliche Rohstoffhunger Chinas
Platz 16: Gas
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Das Land der Mitte ist noch immer für seinen Rohstoffhunger berüchtigt, denn das enorme Wachstum Chinas braucht Futter. So auch Gas. China verbraucht allein sechs Prozent des natürlichen Gasvorkommens der Welt.

Quelle: World Economic Forum

Platz 15: Palmöl
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China verbraucht zehn Prozent des weltweiten Palmölaufkommens. Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. In Asien wird häufig zum Braten von Speisen verwendet, ähnlich wie hierzulange Sonnenblumenöl.

Platz 14: Zucker
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China verbraucht ebenfalls zehn Prozent des weltweit konsumierten Zuckers.

Platz 13: Öl
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Am Ölverbrauch hat China fast überraschend wenig Anteil: Zwölf Prozent des Verbrauchs gehen auf Rechnung des Riesenreichs. Dennoch: Wenn die Krise zuschlägt, könnte Chinas Schwäche für die Ölmärkte weltweit zum Verhängnis werden. Experten erwarten, dass die schwächere Nachfrage der Chinesen den Ölpreis um bis zu 40 Prozent drücken könnte.

Platz 12: Weizen
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Wo viele Menschen leben, muss auch viel Nahrung bereitgestellt werden. Chinas Anteil am Weizenverbrauch beträgt allein 17 Prozent. Entsprechend stark sind die Auswirkungen, falls der Weizenhunger der Chinesen durch die Wirtschaftsflaute gedrosselt wird.

Platz 11: Mais
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Ähnlich sieht es mit Mais aus. Hier gehen 22 Prozent des weltweiten Verbrauchs auf Chinas Kosten.

Platz 10: Gold
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Etwas mehr ist es bei einem wertvollen Rohstoff: 23 Prozent des weltweiten Verbrauchs geht auf Chinas Konto. Bereits heute wirkt sich die schwächelnde chinesische Goldnachfrage auf den Preis des Edelmetalls aus.

„Die Rückgänge bei den Rohstoffpreisen sind größtenteils hinter uns”, erklärten Greg Sharenow und Nic Johnson, Executive Vice Presidents bei der Allianz-Tochter. „Die meisten Preise im Bereich von Metallen und von Öl befinden sich weit in der Grenzkostenkurve. Und das wird dabei helfen, hier einen Boden unter den Preisen zu ziehen.”

Die Ölpreise werden der Einschätzung zufolge auf eine „Basislinie” von rund 60 Dollar pro Fass ansteigen, während sich die Auswirkungen der Angebots-Senkung ab Anfang 2016 stärker bemerkbar machen, glaubt Sharenow. Nachdem die US- Rohölproduktion mit 9,61 Millionen Barrel im Juni den höchsten Wert in vier Jahrzehnten erreicht hatte, ist er inzwischen wieder um rund 440.000 Fass je Tag gesunken. In New York und London waren die Benchmark-Rohöl-Preise im August auf den niedrigsten Stand in sechs Jahren gesunken.

Die Goldpreise liegen derzeit auf einem weitestgehend „fairen” Niveau, erklärte Johnson: „Falls die realen Renditen fallen oder die Fed ihre Zinsanstiege über die Erwartungen des Marktes hinaus verschiebt, würden wir davon ausgehen, dass sich Gold gut entwickelt”. Der Spotpreis für Gold war im Juli auf ein 5-Jahres-Tief gefallen, hatte sich seitdem aber um etwa sieben Prozent erholt.

Eine Verschiebung der Zinswende auf das kommende Jahr erwarten inzwischen wohl die meisten Marktteilnehmer. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben wird, ist zuletzt auf nur noch 39 Prozent gefallen - nach einem Hoch von bis zu 77 Prozent im August dieses Jahres, zeigen von Bloomberg zusammengetragene Futures-Daten.

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