Preisverfall Hedgefonds sehen beim Goldpreis schwarz

Gold hat in diesem Jahr bereits rund 17 Prozent an Wert verloren. Und der Preisrückgang könnte sich weiter verschärfen. Manche Analysten sehen den Wert des Edelmetalls bis in fünf Jahren auf unter 1000 Dollar sinken.
29 Kommentare
Vergangene Woche war die 60-Tages-Volatilität für Gold auf den höchsten Wert seit Dezember 2011 geschnellt. Quelle: Reuters

Vergangene Woche war die 60-Tages-Volatilität für Gold auf den höchsten Wert seit Dezember 2011 geschnellt.

(Foto: Reuters)

Hedgefonds sind beim Goldpreis derzeit so wenig optimistisch wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Spekulationen dazu, wie viel Geld die Notenbanken zur Belebung der Konjunktur drucken werden, haben das Edelmetall zu einem Spielball gemacht - und die Preis-Volatilität auf ein 17-Monats-Hoch hochschnellen lassen.

Vermögensverwalter senkten ihre Netto-Long-Positionen um neun Prozent auf 35.686 Futures und Optionen, wie die jüngsten Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission mit Stand vom 21. Mai belegen. Das ist der niedrigste Wert seit Juli 2007. Der Bestand an Short-Kontrakten kletterte um 6,7 Prozent auf einen Rekordstand von 79.416.

In der vergangenen Woche war die 60-Tages-Volatilität für das Edelmetall auf den höchsten Wert seit Dezember 2011 geschnellt. „Gold wird von so vielen Dingen beeinflusst. Das führt dazu, dass es umhergeschubst wird von den ganzen Faktoren”, sagte Dan Denbow, ein Fonds-Manager bei dem eine Milliarden Dollar schweren USAA Precious Metals & Minerals Fund. „Das macht es unmöglich, die Richtung zu bestimmen.”

Nach Einschätzung von Ric Deverell, Chef für Rohstoff-Analysen bei der Credit Suisse, dürfte das Edelmetall „zerquetscht” werden und in einem Jahr bei 1100 Dollar und in fünf Jahren unter 1000 Dollar gehandelt werden.

Die Gold Futures könnten auf den tiefsten Stand seit 2010 fallen, prognostiziert die Analysegesellschaft JSC Corp. im Rahmen einer technischen Analyse. Voraussetzung dafür sei, dass der Preis das Tief vom 16. April bis Ende Juni durchbricht. Sollten die Terminkontrakte in den kommenden Wochen unter 1321,50 Dollar je Unze sinken, dürften der Preis auf die im April 2010 erreichten 1155,80 Dollar nachgeben, sagte JSC-Analyst Takaki Shigemoto. Damit könnte sich der im vergangenen Monat eingeläutete Bärenmarkt fortsetzen.

Gold hat in diesem Jahr rund 17 Prozent an Wert verloren. Der Preisrückgang könnte sich verschärfen, sollte die US-Notenbank beginnen, im weiteren Verlauf des Jahres ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft zurückzufahren, fügte der Analyst hinzu.

  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: Preisverfall - Hedgefonds sehen beim Goldpreis schwarz

29 Kommentare zu "Preisverfall: Hedgefonds sehen beim Goldpreis schwarz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was soll denn das ganze gerede den Goldpreis schön zu reden.
    Erinnern wir und doch an die zeit um 2000, da habe sich auch Aktien von jahrelangen "normalen Werten" verfünfacht oder sogar mehr und die neuen Aktienbesitzer haben keine Diskussion zugelassen dass die werte fallen. Siehe Telecom - eine "solide Bank", kann nie pleite gehen...und dann von 100 auf um die 10€, was reell war und ist.
    Und nun ist plötzlich Gold zur Zockermaterie geworden und alle die jetzt inverstiert haben haben dasselb im Kopf wie in 2000 - es geht nur nach vorne. Leute macht euch mal im klaren dass der Goldpreis von 1979-2005, also 26 Jahre zwischen 300 und 500 $ geschwankt ist und nun wieder eine Spekulationsblase den Preis auf 1500$ geschraubt hat und keiner will mehr wahrehaben dass das reelle werte zwischen 700 und 900 erreicht werden können - klar, wer zum höchstpreis investiert hat will die realität nicht sehen...

  • Es kann dank Angebot und Nachfrage schon sein dass der Papiergoldpreis sich trotz steigender Explorationskosten noch unter die Produktionskosten weiter nach unten bewegt.

    Allerdings ist bei physischem Gold heute ein Drittel des Portfolios von Pro Aurum nicht lieferbar. Bei Silber fast die Hälfte. Bei Degussa das seine Internet-Preisliste nicht dem verfügbaren Angebot anpasst sollte man auch vorher anrufen ob sich die Fahrt lohnt.

    Während Sie auf die 900 € warten bereiten andere Gesetze vor die den Umtausch von Bankguthaben in EM behindern. Guthabenauszahlungsobergrenzen und Kapitalexportverbote werden effektiv verhindern dass Sie ihr Vermögen bei 900 € in EM tauschen können. Davor wird eine Verschärfung des Geldwäschegesetzes den anonymen EM-Kauf einschränken während man gleichzeitig Goldkonfiszierungen diskutieren wird. Das hilft auch dass Sie nicht mehr zu 900 € einkaufen werden.

  • Die Weltbevölkerung wird von 7 auf 12 Milliarden wachsen. Überwiegend in den Regionen in denen Edelmetalle noch geschätzt werden.
    Und zudem steigen die Einkommen in diesen Regionen überproportional. Es kann gespart werden und nicht alle Menschen dieser Welt sind so verblödet ihr Geld auf 0,5% Sparbüchern oder in 1,75% rentierende Lebensversicherungen anzulegen.

    Über den Abnehmermarkt für Gold- und Silber mache ich mir keine Gedanken. Eher über Deutsche die 40 Jahre mit dem Sparbuch "sparen" und dann über Altersarmut klagen.

  • @geostratege

    "Das ist Logik pur, vollkommen richtig! Aber leider ist Ihr Kommentar nur ein richtiger in einem Meer voller Lügen und Dummheit."

    Danke, danke! Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, war schon sehr komisch, aber dazu noch Ihrer: Das ist nicht mehr zu toppen an Albernheit!

  • @ IorDie

    "überflüssige Währungen"

    Schönes Wortspiel! Die Zentral(betrugs)banken sind gerade dabei, ihre "Währungen" durch ihren Liquidititätsirrsinn im doppelten Sinne überflüssig zu machen. Wie soll ein "Gut", welches beliebig und auf jeden Fall nicht knapp ist, Maßstab für die Knappheit von Gütern sein?

    Wo wir gerade bei Wortspielen sind: Spannend auch der Unterschied zwischen "Currency" im englischen, welches vom Wortstamm das Strömen/den Umlauf also die Tauschfunktion des Geldes betont und dem deutschen "Währung", welches den Wertaufbewahrungscharakter betont. Auch das weist auf die kulturellen Unterschiede zwischen z.B. angelsächsischem und deutschem Währungsverständnis.

  • "Buying gold is just buying a put against the idiocy of the political cycle. It's That Simple."
    -- Kyle Bass

    Und mein Vertrauen in Regierungen und Zentralbanken ist unwiederbringlich zerstört.

  • Ich sage ja nicht, dass Gold nicht irgendwann wieder steigen wird, wenn z.B einige Minen wegen Inrentabilität schliessen, aber bis dahin wird es noch mindestens 2 Jahre dauern und wir werden noch die 900$ sehen, der Abwärtstrend ist ungebrochen, und wie bei jedem Trend gibt es Übertreibungen in die jeweilige Richtung

  • Daraus folgt, das wohl einige Produzenten zeitweise den Bauchladen zumachen dürften.

  • Flash, du Glücklicher. Wenn dir der Platz ausgeht - melde dich, ich habe noch freie Lagerkapazitäten :-)

  • Du hast Recht, eigentlich wird Gold seit Ewigkeiten kein Wert beigemessen. Warum bin ich eigenlich nicht eher darauf gekommen? Ich verkaufe jetzt lieber diese barbarischen Goldunzen bevor der Preis weiter einsackt und lege meine Ersparnisse in Euros und Dollar an. Schließlich sind 500 Euro in 1000 Jahren immernoch 500 Euro.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%