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Ray Dalio und John Paulson Darum wetten US-Starinvestoren auf Gold – und gegen die eigene Zunft

Ray Dalio und John Paulson bleiben dem Gold treu: Die US-Hedgefonds-Manager wetten hunderte Millionen Dollar auf das Edelmetall – allen Preisstürzen zum Trotz.
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Star-Investor Dalio sieht schwerere Finanzkrise kommen als 2008 Quelle: Reuters
Ray Dalio

Der Chef von Bridgewater Associates setzt in seinem milliardenschweren Fonds auf Gold.

(Foto: Reuters)

FrankfurtFür Starinvestor Ray Dalio und seinen Hedgefonds Bridgewater hat Gold noch immer den Status einer Krisenwährung: „Wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden, profitiert Gold mehr als andere sichere Häfen wie der Dollar, der Yen und Staatsanleihen“, schrieb er vor gut einem Jahr in einem Beitrag des Karriereportals LinkedIn.

An seinem Standpunkt hat sich bis heute nichts geändert, wie Daten der US-Aufsichtsbehörde SEC zum Stichtag Ende Juni zeigen. Demnach hat Dalio knapp sechs Prozent seiner meldepflichtigen Anteile von circa zehn Milliarden Dollar, also circa 600 Millionen Dollar, in die beiden größten amerikanischen Gold-ETFs, den SDPR Gold Trust und den iShares Gold Trust, investiert.

Auch ein weiterer milliardenschwerer US-Hedgefonds-Manager teilt Dalios Meinung: John Paulson, der 2007 erfolgreich auf ein Platzen der Immobilienblase in den USA gewettet hatte, ist sogar etwas mehr als zehn Prozent seiner meldepflichtigen Anteile in den SDPR Gold Trust ETF investiert.

Die SEC verlangt von Vermögensverwaltern, die mehr als 100 Millionen Dollar Anlegergelder verantworten, quartalsweise eine Übersicht über die Posten des Portfolios. Die Daten zeigen: Paulson hält ebenso wie Dalio die Anteile seines Fonds seit mehreren Quartalen konstant. Amerikas prominenteste Goldbullen halten dem Edelmetall die Treue – allen Preisstürzen zum Trotz.

Damit stellen sich Dalio und Paulson gegen die große Mehrheit ihrer Zunft: Hedgefonds-Manager wetten in einem nie dagewesenen Ausmaß auf einen weiter fallenden Goldpreis, wie Statistiken der US-Aufsichtsbehörde für die Rohstoffterminbörse CFTC zeigen.

Dort müssen Investoren angeben, ob sie auf steigende (Long-Positionen) oder fallende Preise (Short-Positionen) wetten. Derzeit übersteigt die Zahl die Short-Wetten, die Vermögensverwalter eingehen, die Zahl der Long-Positionen um rund 63.000 Kontrakte. Das ist der höchste Wert seit der Einführung der CFTC-Statistik im Jahr 2006. Die Short-Wetten der Hedgefonds-Manager haben dazu beigetragen, dass Gold seit Jahresbeginn rund acht Prozent an Wert verloren hat und derzeit bei rund 1185 Dollar notiert.

Das bekommen auch Paulson und Dalio zu spüren: Zwar haben sie keine Anteile an ihren Goldfonds verkauft. Doch wegen des niedrigen Goldpreises sind diese weniger wert. Damit verliert Gold an Gewicht in den Portfolios der beiden Star-Investoren.

Ein weiterer Treiber des Preisverfalls waren massive Abflüsse aus physisch gedeckten Gold-ETFs wie dem SDPR Gold Trust und dem Konkurrenzprodukt der Blackrock-Tochter iShares. Bei diesen Finanzprodukten erwerben Anleger Anteile, für die eine entsprechende physische Menge Gold in einem Tresor hinterlegt wird.

Derzeit günstiger Einstiegszeitpunkt

Der Grund für den Mittelabfluss: Bislang ist das Gegenteil dessen eingetreten, was Dalio erwartet hat: Trotz aller globalen Risiken halten sich die Investoren von Gold fern. Stattdessen ziehen sie verstärkt Anlegergeld aus angeschlagenen Schwellenlandportfolios um und investieren das Geld in US-Staatsanleihen.

Dort winkt selbst für kurzfristig laufende Wertpapiere eine Verzinsung von 2,6 Prozent – auch nach Abzug der Inflationsrate können US-Anleger also mit einem risikolosen Investment Geld verdienen. Gold wirft dagegen keine Zinsen ab.

Hinzu kommt, dass sich Gold derzeit exakt gegenläufig zum US-Dollar entwickelt: Experten sprechen von einer hohen negativen Korrelation. Das bedeutet: Wertet der Dollar im Vergleich zu anderen Währungen wie dem Euro auf, sinkt der Goldpreis im gleichen Umfang.

Jan Edelmann, Rohstoffexperte der HSH Nordbank sagt: „Gold ist vor allem eine Absicherung gegen einen fallenden Dollar.“ Doch derzeit liege der sogenannte Dollar-Index, der die US-Währung zu einem Korb anderer Währungen wie dem Euro, Yen oder dem britischen Pfund abbildet, auf einem 14-Monats-Hoch. „Die Investoren haben derzeit allerdings keinen Anreiz, sich gegen eine Abwertung des Dollar abzusichern“, sagt Edelmann.

Der Rohstoff-Experte hält Edelmetall-Investments für langfristig orientierte Anleger dennoch für sinnvoll. Der Goldpreis entwickele sich schließlich anders als etwa Aktien- und Anleiheindizes. Damit trage Gold in einem breit gestreuten Portfolio dazu bei, dass die Wertschwankungen geringer ausfallen. „Strategisch sollten Anleger immer einen kleinen Teil in Gold allokieren“, sagt Edelmann. „Und taktisch könnte jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Investment sein.“

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