Rohstoff-Ausblick Getreide und Metalle könnten billiger werden

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Branchenexperten geben sich abwartend

Die Angst vor einer verschärften Verknappung spezieller Metalle in der Hightech-Industrie - den sogenannten Seltenen Erden - findet der Commerzbank-Mann übertrieben: „Viele dieser Stoffe liegen 30 Prozent unter ihrem bisherigen Hoch.“ Dagegen dürfte der Ölmarkt empfindlich reagieren, sollte sich der Konflikt zwischen Großbritannien, Israel, den USA und dem Iran zuspitzen: „Wir müssen uns warm anziehen, wenn da wirklich was passiert.“ Durch die Straße von Hormus am Persischen Golf geht ein Großteil der international verschifften Erdölexporte.

Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin gibt man sich abwartend. „2011 ging es teilweise turbulent zu: einen Tag rauf, den nächsten wieder runter“, beschreibt der Abteilungsleiter für Energie und Rohstoffe, Carsten Rolle, die Achterbahnfahrt der Preise. Risiken blieben, auch angesichts der möglichen Folgen der massiven Staatsverschuldung in Europa und den USA seien die Unternehmen skeptisch. „Das ist nicht wegzudiskutieren“, sagt Rolle. „Abgesehen von den Herausforderungen, die sich mit den Schuldenkrisen einiger Länder stellen, sehen wir jedoch keinen Anlass zur Sorge.“

Mehr schon treibt den BDI die Politik einiger Förderländer um. Die Exportzölle hätten sich in den vergangenen drei Jahren verdreifacht. „Da steckt vielfach industriepolitisches Kalkül dahinter. Und diese Erhöhungen müssen die Hersteller nachher auch mit einpreisen - sofern dies überhaupt möglich ist“, sagt Rolle. Zielscheibe der Kritik ist abermals China: Das Riesenreich habe 2010 bei den Seltenen Erden die Produktion um 40 Prozent gedrückt.

Für viele Firmen ist es deshalb alles andere als abenteuerliche Zukunftsmusik, wenn die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe die Erschließung von Metall-Lagerstätten in den Ozeanen mit einer sicheren Versorgung der rohstoffarmen Bundesrepublik verbindet.

Wie im Agrargeschäft muss sich jedenfalls auch die Stahlbranche stärker gegen die Kapriolen der launischen Märkte wappnen. Verträge würden von langfristigen auf kurzfristige Lieferzeiten umgeschichtet, heißt es beim zweitgrößten deutschen Anbieter Salzgitter: „Wir gehen davon aus, dass sich die Preise für Eisenerz und Kokskohle mäßigen werden. Es kann aber auch sein, dass sich alles wieder dreht.“

 

  • dpa
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1 Kommentar zu "Rohstoff-Ausblick: Getreide und Metalle könnten billiger werden"

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  • Getreide und Metalle könnten auch teuerer werden.
    Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage, und natürlich auch in welche Richtungen spekuliert wird.
    Was soll so ein Beitrag? Lückenfüller?

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