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Rohstoff Eisenerz verzeichnet rasanten Preisanstieg, aber Experten warnen

Die Preise für den Rohstoff sind in unverhältnismäßige Höhen gestiegen. Für Anleger ist Vorsicht geboten: Es gibt erste Anzeichen für fallende Kurse.
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Der Rohstoff hat eine beeindruckende Rally hinter sich. Quelle: dpa
Eisenerz

Der Rohstoff hat eine beeindruckende Rally hinter sich.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Anstieg ist rasant: Erst überholte der Preis für Eisenerz die Marke von 100 US-Dollar pro Tonne, knackte dann die 110-Dollar-Marke und lag am Donnerstag knapp über 120 US-Dollar. Die Rally des Rohstoffs ist damit so stark, dass sie eine Gewinnwarnung auslöste.

Die Preisentwicklung habe sich von Fundamentaldaten gelöst, mahnte Erik Hedborg, Senior Analyst der CRU Group, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Preise seien prädestiniert für einen Rückzug. Dabei bezog er sich auf das verbesserte weltweite Angebot und die Erwartung, dass der Stahlverbrauch nachlassen könnte. Beide Faktoren müssten eigentlich zu sinkenden Preisen führen.

„Das Angebot sieht ziemlich gut aus, mit Ausnahme von Rio“, sagte Hedborg. Die Exporte aus Australien seien im Juni vermutlich stark, weil viele Bergbaukonzerne im letzten Monat ihres Finanzjahres die Produktion noch einmal deutlich anziehen. In Brasilien hat Vale, der größte Eisenerz-Exporteur der Welt, die Brucutu-Mine wieder in Betrieb genommen, wo die Produktion nach dem Einsturz eines Damms zu Jahresbeginn eingestellt worden war. Trotzdem erreichte Eisenerz am Mittwoch die Benchmark von 127,15 US-Dollar pro Tonne – das ist laut der Onlineplattform Mysteel Global der höchsten Stand seit 2014.

Nachdem Vale aufgrund des Dammbruchs in Brasilien unter Druck geraten war, hatte der Preis von Eisenerz schon zu Beginn des Jahres angezogen. Diese Entwicklung wurde durch das schlechte Wetter in Australien verschärft, das für Einschränkungen bei den Lieferungen sorgte, letztendlich stieg auch noch die wachsende Nachfrage aus China.

In den vergangenen Wochen sorgte die gekürzte Produktionsprognose des britisch-australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto für einen erneuten Preisanstieg. In den vergangenen sechs Tagen hatten die Preise den besten Lauf seit 2017, nachdem sie im Juni bereits um 18 Prozent gestiegen waren.

Der rasante Anstieg des Preises für Eisenerz hat allerdings Bedenken ausgelöst: Experten fürchten, dass sich die Rally als unhaltbar erweisen könnte.

In seinem jüngsten globalen Marktausblick prognostiziert das australische Ministerium für Industrie, dass die Preise in diesem Jahr durchschnittlich 80,10 US-Dollar pro Tonne betragen und bis 2020 auf 61,40 US-Dollar sinken werden. Morgan Stanley hat einen allmählichen Rückgang auf 90 US-Dollar pro Tonne im vierten Quartal prognostiziert.

Am Terminmarkt gibt es Anzeichen dafür, dass der aktuelle Kurs übertrieben sein könnte. An der chinesischen Terminbörse Dalian Commodity Exchange sind die Preise in diesem Jahr um mehr als 75 Prozent gestiegen. Am Donnerstag verloren die Futures in Dalian und Singapur mehr als vier Prozent.

Zudem nahmen die Lieferumfänge zuletzt deutlich zu. Der Nachfrage steht also ein höheres Angebot entgegen, was für fallende Preise sorgen sollte: Laut der Investmentunternehmen Sanford C. Bernstein & Co. haben der Bergbau-Konzern BHP-Gruppe im zweiten Quartal schätzungsweise 301 Millionen Tonnen transportiert – 14 Prozent mehr als im ersten Quartal. In Australien stellten die Exporte aus Port Hedland, der wichtigste Eisenerz-Hafen des Landes, im Mai einen Monatsrekord auf. Die Juni-Zahlen sind in den kommenden Tagen fällig.

Mit Agenturmaterial

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