Rohstoff-Überblick Gewalt in Bahrain treibt Ölpreis wieder höher

Die Marktturbulenzen im Zuge der Katastrophe in Japan hat auch die Preise an den Rohstoffmärkten gedrückt. Doch die Erholung folgt auf den Fuß. Der Ölpreis zieht an, weil es aus Arabien neue Hiobsbotschaften gibt.
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DüsseldorfDer sich zuspitzende Konflikt im arabischen Inselstaat Bahrain hat dem Ölpreis am Mittwoch neuen Auftrieb gegeben. Anleger fürchten eine Ausweitung der Unruhen auf den weltgrößten Öl-Exporteur Saudi-Arabien, der das Königreich am Persischen Golf seit Montag mit Soldaten unterstützt. Zudem spekulierten Anleger laut Händlern auf eine steigende Ölnachfrage aus Japan, da dort nach der verheerenden Strahlenkatastrophe künftig weniger Strom in Atomkraftwerken produziert werden könnte. Das Nordsee-Öl Brent stieg nach dem deutlichen Preissturz vom Vortag um mehr als zwei Prozent auf 110,60 Dollar je Fass, US-Leichtöl verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 98,98 Dollar. Im Sog der Panikverkäufe am japanischen Aktienmarkt war am Dienstag auch an den Rohstoffmärkten ein Verkauf auf breiter Front ausgelöst worden.

Im Nahen Osten droht derweil eine neue Eskalation der Gewalt: Während in Libyen die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi immer weiter nach Osten vorrücken, kam es in Bahrain zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Regierung. Die Opposition sprach von einem "Vernichtungskrieg".

Die Unruhen in dem Inselstaat könnten sich zu einem handfesten Konflikt in der Golfregion ausweiten. Im Gegensatz zu den Volksaufständen in anderen arabischen Staaten verlaufen die Spannungslinien hier zwischen den Mitgliedern der zwei großen Glaubensrichtungen des Islam: Die schiitische Mehrheit wirft der sunnitischen Al-Chalifa Herrscherfamilie Diskriminierung vor.

Auch im Nachbarstaat Saudi-Arabien herrschen die Sunniten. Die Regierung dort befürchtet ein Übergreifen der Proteste auf die schiitische Minderheit im eigenen Land, die überwiegend im Osten - dem Zentrum der Ölindustrie - lebt.

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