Rohstoffe Aluminiumpreis rutscht nach Schonfrist für Rusal-Kunden ab

Die Furcht vor einem akuten Angebotsengpass bei Aluminium lässt allmählich nach – und damit geht auch der Preis auf Talfahrt.
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Die Aluminiumhütte ist von den US-Sanktionen gegen Russland betroffen. Quelle: Reuters
Rusal

Die Aluminiumhütte ist von den US-Sanktionen gegen Russland betroffen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie nachlassende Furcht vor einem akuten Angebotsengpass schickt den Preis für Aluminium auf Talfahrt. Das Leichtmetall verbilligte sich am Montag um bis zu 8,3 Prozent auf 2263 Dollar je Tonne, nachdem es zuvor bis zu 2,7 Prozent zugelegt hatte. Das war der größte Preissturz an einem Handelstag seit 13 Jahren.

Auslöser des Ausverkaufs war die Verlängerung der US-Frist, bis zu der Kunden von Rusal ihre Beziehungen zur weltweit zweitgrößten Aluminiumhütte lösen müssen. Der Konzern fällt unter die verschärften US-Sanktionen gegen Russland. Abnehmer haben nun bis zum 23. Oktober Zeit, sich nach einem anderen Lieferanten umzusehen.

US-Finanzminister Steve Mnuchin sagte einer Mitteilung vom Montag zufolge, Rusal sei an die US-Regierung herangetreten, um von der Sanktionsliste gestrichen zu werden. Die USA hatten vor wenigen Wochen zahlreiche Unternehmen russischer Oligarchen mit Sanktionen belegt, darunter auch das große Aluminiumunternehmen Rusal des Milliardärs Oleg Deripaska.

Mnuchin sagte, Rusal sei wegen seiner Verbindung zu Deripaska mit Sanktionen belegt worden. Die „hart arbeitenden Menschen“, die ihrerseits von Rusal abhängig seien, habe man aber nicht treffen wollen. In einem auf der Internetseite des US-Finanzministeriums veröffentlichten Dokument heißt es, eine Lockerung der Sanktionen sei grundsätzlich denkbar, falls Deripaska die Kontrolle aufgebe. Er gilt als Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin.

Das US-Finanzministerium verlängerte darüber hinaus den Zeitraum, innerhalb dessen Unternehmen noch Geschäfte mit Rusal machen dürfen, um etwa fünf Monate bis zum 23. Oktober. Dies geschehe „angesichts der Auswirkungen auf unsere Partner und Verbündeten“ und vor dem Hintergrund der Prüfung des Rusal-Antrags auf Sanktionsaufhebung, sagte Finanzminister Mnuchin.

Die Maßnahmen gegen Rusal hatten am weltweiten Aluminiummarkt zu einem erheblichen Preisanstieg geführt. Unternehmen, die Aluminium weiterverarbeiten, warnen vor erheblichen Engpässen. Aluminium wird unter anderem zur Herstellung von Fahrzeugen und Maschinen verwendet.

Im Sog des fallenden Aluminiumpreises baute Kupfer seine Verluste aus und verbilligte sich um ein Prozent auf 6923,50 Dollar je Tonne.

  • rtr
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